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Zum 70. kann jeder kommen: Renate Humburg wirbt mit ungewöhnlicher Anzeige für Party

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Von: Theresa Novak

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Renate Humburg aus Hoof vor dem Gasthaus Zum goldenen Löwen in Elgershausen
Wer kommt wohl zu ihrem 70. Geburtstag in das Gasthaus Zum Goldenen Löwen in Elgershausen? Renate Humburg aus Schauenburg-Hoof weiß es nicht, denn es kann jeder dabei sein, der möchte. © Theresa Novak

Eine Geburtstagsparty, zu der jeder kommen kann, der will? Und dann auch noch unangemeldet? Finden die meisten sicher ungewöhnlich. Renate Humburg aus Schauenburg-Hoof ist das egal. Sie wird am 29. Oktober 70 Jahre alt und feiert diesen runden Geburtstag mal ganz anders.

Schauenburg – Persönliche Einladungskarten gibt es nicht. Dafür aber eine Anzeige in der HNA, die an jeden gerichtet ist, der sich angesprochen fühlt. Für ihre „offene Gratulationsparty“ am Samstag im Gasthaus Zum goldenen Löwen in Elgershausen wirbt Humburg quasi per Parkscheibe, auf der eine große 70 zu sehen ist. Der Text dazu: „Nicht mehr jung und knusprig, dafür erst 70 und würzig!“

Erste Reaktionen auf die ungewöhnliche Einladung gab es schon. „Renate, so kennt man dich“, habe eine enge Freundin dazu gesagt. „Mutig ist das“, meinte eine andere.

Humburg hat einen ganz bestimmten Grund, warum sie ihren runden Geburtstag besonders feiern möchte. „Mein Mann ist vor einem Vierteljahr gestorben und davor habe ich mich acht Jahre lang um ihn gekümmert. Das war eine schwere Zeit.“ Denn ihr Heinz war unheilbar krank, das nahe Ende also gewiss. Das Paar war 46 Jahre verheiratet und hat zwei Kinder bekommen.

Humburg will sich aber trotz dieses großen Verlustes nicht unterkriegen lassen. „Ich habe entschlossen, dass das Leben weitergeht. Mein Mann hätte das so gewollt und wird sich für mich vom Himmel aus freuen, wenn ich am Samstag eine tolle Feier habe.“

Abgesehen von der Krankheit ihres Partners hat Humburg viele Schicksalsschläge verkraften müssen. „Ich hatte mehr Tiefen als Höhen im Leben. Und jetzt möchte ich die Jahre, die mir noch bleiben, so schön wie möglich gestalten.“ Auch aus diesem Gedanken heraus sei die Idee zu der offenen Geburtstagsfeier entstanden.

Ein wenig Bedenken hat die fast 70-Jährige, was wohl die Leute denken. „Es kann sein, dass einige nicht verstehen, dass ich jetzt, nach dem Tod von Heinz, so eine Feier veranstalte.“ Aber eigentlich sei das auch nicht wichtig, denn ihre wahren Freunde stünden hinter der Idee. „Und allein das zählt.“

Wie viele Freunde und Bekannte zum Gratulieren und Feiern kommen, kann Humburg schwer schätzen. „Es kann auch eine Pleite werden, dessen bin ich mir bewusst.“

Den Kuchen, die Schnittchen und die Suppe will Humburg an die Tafel spenden, sollte viel übrig bleiben. „Weil ich ja gar nicht weiß, ob ich 10 oder 50 Gäste haben werde, habe ich mich für ein kaltes Büfett und die Suppe entschieden. „So kann man immer nachlegen und und es wird nichts schlecht oder matschig.“

Dass Humburg am Ende nur mit einer Handvoll Gäste im „Goldenen Löwen“ sitzt, ist aber eher unwahrscheinlich. Denn durch ihr jahrelanges Engagement bei den Landfrauen, den Landsenioren und jüngst auch dem biochemischen Verein Kassel kennt sie viele Menschen und viele Menschen kennen sie. „Ich brauche Leute um mich herum, bei mir muss immer was los sein. So bin ich.“

Damit auch auf ihrer Party viel los ist, hat sich Humburg um ein bisschen Programm gekümmert. Es wird einen Flamenco-Tanzauftritt und eine Gesangseinlage geben. (Theresa Novak)

Mit dieser Anzeige in der HNA machte Humburg auf ihre Party aufmerksam.
Mit dieser Anzeige in der HNA machte Humburg auf ihre Party aufmerksam. © Anzeige HNA

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