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Schienenlärm in Guntershausen: SPD-Mann schlägt Bahn Konzept vor

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Von: Maik Dessauer

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Klaus-Peter Lorenz
Ihm ist es zu laut: Klaus-Peter Lorenz am Bahnhof Guntershausen, wo die Gleise Richtung Norden zusammenlaufen. © Maik Dessauer

Baunatal. Um den Bahnlärm in Guntershausen zu verringern, hat Klaus-Peter Lorenz von der SPD ein Konzept bei der Bahn eingereicht. Doch eine Umsetzung scheint derzeit schwierig.

Im Baunataler Stadtteil Guntershausen ist es laut. Zumindest dann, wenn ein Zug für eine Zwangsbremsung in die Eisen geht. Das kommt laut Dr. Klaus-Peter Lorenz auf der viel befahrenen Strecke von Kassel in Richtung Süden häufiger vor.

Lorenz, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Guntershausen, hegt nach eigener Aussage eine lebenslange Leidenschaft für alles, was mit Eisenbahnverkehr zu tun hat. Nun hat er der Deutschen Bahn ein Konzept vorgelegt, um dem Lärm durch den Schienenverkehr in Guntershausen an den Kragen zu gehen.

Das Problem sei, dass der Signalpunkt zur Drosselung der Geschwindigkeit vor der Ein- oder Durchfahrt des Bahnhofs zu nah am Wohngebiet Guntershausen liege, sagt Lorenz. Innerhalb eines festgelegten Zeitfensters müssen die Lokführer die Geschwindigkeit des Zuges hier von 110 km/h auf 70 km/h reduzieren. Tun sie dies nicht, kommt es zu einer automatischen Zwangsbremsung und dadurch zu lautstarkem Schienenquietschen – und das „auf dem exponierten Bahndamm über den Dächern des Dorfes“, sagt Lorenz.

Sein Vorschlag: Würde der Signalpunkt zur Reduzierung der Geschwindigkeit um circa 300 Meter in Richtung Norden verlegt, käme es bereits in dem abgelegenen Streckenabschnitt am Buchberg zur Zwangsbremsung. „Das würde die Lärmbelastung für die Anwohner erheblich senken.“ Mit einem baulichen Lärmschutz für die Bahnstrecke in Guntershausen ist frühestens im Jahr 2023 zu rechnen.

Neben der Reduzierung der Lärmbelastung sieht Lorenz in der Verlegung des Signalpunkts auch einen möglichen Sicherheitsgewinn für den Bahnbetrieb. Im November 1973 war der D-Zug „Ederland“ trotz einer Zwangsbremsung in einen stehenden Interzonenzug am Bahnhof Guntershausen gefahren. 13 Menschen starben bei dem Unglück. Als Ursache wurden damals die feuchten Gleise ausgemacht, auf der die Räder bei der Bremsung blockierten und der Zug wie auf Schlittenkufen fast mit gleichbleibender Geschwindigkeit in Richtung des stehenden Zuges rutschte. Seitdem fahren regelmäßig Spezial-Loks der Deutschen Bahn über den Abschnitt, um die Schienen zu reinigen.

Dass Lorenz’ Vorschlag in die Tat umgesetzt wird, scheint derzeit allerdings unwahrscheinlich. Wie ein Sprecher der Deutschen Bahn auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilte, sei eine Versetzung der Signale insofern schwierig, weil dies eine Verlangsamung des Schienenverkehrs in diesem Abschnitt zur Folge hätte. Dadurch würde die aktuelle Frequenz des Verkehrs nicht aufrecht erhalten werden können. Sprich: Es würden weniger Züge durch Guntershausen fahren. Weiterhin hieß es von der Bahn, der Abschnitt werde regelkonform betrieben und es seien derzeit keine Maßnahmen geplant.

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