1. Startseite
  2. Lokales
  3. Kreis Kassel

Schlag gegen Organisierte Kriminalität: LKA nimmt mutmaßliche Geldautomatensprenger fest

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Auch zwölf Wochen nach der Explosion sind die Scheiben der Volksbankfiliale Kassel-Göttingen an der Holländischen Straße in Vellmar noch nicht ersetzt.
Auch zwölf Wochen nach der Explosion sind die Scheiben der Volksbankfiliale Kassel-Göttingen an der Holländischen Straße in Vellmar noch nicht ersetzt. © Amir Selim

Das LKA hat am Mittwoch (30.03.2022) drei Niederländer in Bad Nauheim festgenommen. Gibt es einen Zusammenhang mit der Explosion in der VR-Bankfiliale in Vellmar).

Vellmar/Bad Nauheim – Sie kommen in der Nacht und legen Bankfilialen in Schutt und Asche. Im Januar sprengten sie einen Geldautomaten der VR-Bank Kassel-Göttingen in Vellmar und erbeuteten Bargeld in unbekannter Höhe. Bei den Tätern handelt es sich oft um überregionale Gruppierungen, die der Organisierten Kriminalität zugeordnet werden.

Kampf gegen Organisierte Kriminalität

Im Kampf gegen diese Strukturen ist es der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt und dem Landeskriminalamt (LKA) am Mittwoch gelungen, drei Niederländer in Bad Nauheim festzunehmen. Ob es sich um dieselben Täter handelt, die auch in Vellmar zuschlugen, müssen jetzt weitere Ermittlungen ergeben. „Es ist nicht auszuschließen, dass es einen Zusammenhang gibt“, sagt LKA-Sprecherin Virginie Wegner.

Sprengvorrichtungen in Auto gefunden

Die beschuldigten Männer sind laut LKA zwischen 25 und 31 Jahre alt. Sie sollen Mitglieder einer niederländischen Tätergruppierung sein, die sich auf das Sprengen von Bankautomaten spezialisiert hat. Sie stehen im Verdacht, eine Tat in Mittelhessen vorbereitet zu haben. Nach Angaben des LKA sollen die Männer in der Nacht zu Mittwoch mit einem hochmotorisierten Fahrzeug aus den Niederlanden nach Deutschland eingereist sein. In dem Auto hätten die Ermittler zwei Sprengvorrichtungen und Sprengwerkzeug gefunden. Auf die Spur der mutmaßlichen Täter kamen die Ermittler durch einen Hinweis der niederländischen Polizei. Dadurch konnten die Beschuldigten noch vor der Tat durch Spezialkräfte im Raum Bad Nauheim festgenommen werden.

Drei Niederländer in U-Haft

Nach der Festnahme der Beschuldigten wurden die sichergestellten Sprengsätze vor Ort durch Sprengtechniker der Polizei Rheinland-Pfalz gesprengt und damit unschädlich gemacht. Die Beschuldigten wurden am Donnerstag einem Haftrichter am Amtsgericht Friedberg vorgeführt. Seitdem befindet sich das Trio in Untersuchungshaft.

Laut LKA soll es in den Niederlanden mehrere Hundert Personen geben, die sich auf diese Form der Organisierten Kriminalität spezialisiert haben. „Jeder hat eine spezielle Aufgabe in diesen hierarchisch aufgebauten Gruppen“, sagt Wegner. Die Taten würden sich vornehmlich in den weniger urbanen Regionen Nord-, Ost-, und Mittelhessen ereignen. „Die Täter suchen sich Orte in Autobahnnähe, um schnell wegzukommen.“

Im Januar sprengten Täter in Vellmar den Geldautomaten dieser Filiale der VR-Bank Kassel Göttingen.
Am 13. Januar sprengten Täter in Vellmar den Geldautomaten dieser Filiale der VR-Bank Kassel Göttingen. © Theresa Novak

Kurz nach der Tat in Vellmar hatte die Polizei eine heiße Spur verfolgt. Bei den Ermittlungen hatte es Hinweise auf einen in einer Auffahrt am „Lohfeldener Rüssel“ abgestellten silbergrauen BMW M5 gegeben, der mit der Tat in Zusammenhang stehen könnte. Zum Ermittlungsstand im Vellmarer Fall äußert sich die Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt auch knapp drei Monate nach der Tat noch nicht. „Das ist Teil eines größeren Komplexes im Bereich der Organisierten Kriminalität. Wir sind noch in einer Phase, in der wir keine Auskunft erteilen können“, sagt Pressesprecher Georg Ungefug auf Anfrage.

Vellmar: Schaden in Millionenhöhe

Derweil sind die Mitarbeiter in der Vellmarer Volksbankfiliale noch lange nicht zum Alltag zurückgekehrt. Zwar wurde die Bank Anfang März wieder geöffnet, aber bis heute „ist das Leistungsangebot eingeschränkt“, sagt Pressesprecher Peter Mühlhaus. „Barauszahlungen über einen Automaten auch außerhalb der Öffnungszeiten werden erst im Laufe dieses Quartals wieder möglich werden.“ Durch die Explosion sei ein Schaden in einer niedrigen einstelligen Millionenhöhe entstanden. „Aktuell arbeiten wir an der kompletten Wiederherstellung der Filiale. Aufgrund der immensen Schäden ist jedoch mit einer Fertigstellung in diesem Jahr nicht zu rechnen“, sagt Mühlhaus.

Auch interessant

Kommentare