Pandemie sorgte für Probleme

Schlechtes Wetter trübt Freibadsaison im Landkreis Kassel

Unser Bild entstand an einem sonnigeren Tag im Vellmarer Freibad.
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Ein kühler und verregneter Sommer war der Grund für geringe Besuchszahlen in den Freibädern im Altkreis. Unser Bild entstand an einem sonnigeren Tag 2018 im Vellmarer Freibad.

Die Freibäder waren in diesem Jahr gleich doppelt gebeutelt: Die Corona-Regeln bremsten den Besucherstrom und der Sommer war insgesamt zu verregnet.

Das zeigt sich auch in den Besucherzahlen der Freibäder im Landkreis Kassel. Eine Bilanz:

Schwimmbad Baunatal

Als erwartbar bezeichnet Stadtsprecherin Susanne Bräutigam die Bilanz des Baunataler Sportbads, das Mitte Juni als Freibad öffnete. Bis Ende August verzeichnet das Sportbad rund 12.500 Besucher, im Jahr zuvor waren es knapp 11.300 Gäste, wobei das Sportbad im Juni 2020 noch geschlossen hatte. „Die Besucherzahlen halten sich im Rahmen des Möglichen unter Berücksichtigung der Coronabeschränkungen und des verregneten Sommers“, so Bräutigam.

An den meisten Tagen seien weniger Tickets verkauft worden als möglich gewesen wäre. „An Wochenenden und an sonnigen Tagen war das Freibad aber auch ausgebucht“, so Bräutigam. An die Zahlen aus Nicht-Coronajahren reichen die Besucherzahlen aber lange nicht ran. 2019 beispielsweise wurden rund 42.900 Tickets verkauft.

Naturerlebnisbad Niestetal

Dass die Badesaison im Niestetaler Naturerlebnisbad in diesem Sommer bescheidener ausgefallen ist, kam der Gemeindeverwaltung sogar gelegen. „Tatsächlich hat uns das eher schlechte Wetter in die Hände gespielt“, sagt Bürgermeister Marcel Brückmann. So sei der Besucherandrang vor allem mit Blick auf Corona immer moderat gewesen. Sprich: „Es sind nie zu viele Leute gekommen, als dass es zu Engpässen hätte kommen können.“

Die eingeführten Zeitfenster seien gut angenommen worden, ebenso die erhobenen Eintrittsgelder von zwei Euro für Erwachsene und einem Euro für Kinder. „Da hat es kaum Diskussionen gegeben.“ Natürlich bedeuteten weniger Besucher auch weniger Einnahmen. „Das Defizit ist deutlich ablesbar, doch haben wir schon Schlimmeres erlebt“, sagt Brückmann.

Seit September ist das Naturerlebnisbad in Niestetal nun geschlossen. Geöffnet hat dafür das Wichtelbrunnenbad gleich nebenan.

Freibad Fuldatal

„Ein Freibad lebt vom Wetter und das war diese Saison schlecht“, sagt Martin Knopp, Fachbereichsleiter für Tiefbau, Straßenunterhaltung und Wasserversorgung der Gemeinde Fuldatal. So war es zu unbeständig und kühl. Die Erfahrung zeige: „Egal, was wir anbieten, ob Lichterschwimmen oder einen Saunawagen, Gäste kommen bei gutem Wetter.“ In diesem Jahr hätten zwischen 5. Juni und 12. September nur rund 19.500 Besucher das Waldschwimmbad besucht. „Wir hatten zwar 2020 mit 16.900 verkauften Tickets weniger Besuch, da war die Saison allerdings corona-bedingt kürzer“, sagt Knopp.

Neben dem Wetter spielte laut Knopp die Pandemie eine Rolle. „Manche haben noch Angst sich anzustecken oder scheuen den Umstand, sich vorab für einen Zeitraum im Bad anzumelden.“ Unterm Strich steht in diesem Jahr ein Verlust beim Eintrittsgeld: Statt 80.000 bis 100.000 Euro seien es dieses Jahr nur 42.000 Euro.

Waldschwimmbad Wattenbach

„Das war wohl das schlechteste Ergebnis, seit dem wir das Bad führen“, sagt Gisela Grunert vom Waldschwimmbad Wattenbach. Der Verein betreibt das Freibad seit 2014. 5800 Besucher waren es in diesem Jahr zwischen dem 12. Juni und dem 28. August, 2020 waren es 9600. Den Grund für die Misere sieht Grunert im Zusammenspiel des schlechten Wetters mit den Folgen der Pandemie. Trotzdem werde der Verein überleben, auch im nächsten Jahr solle der Badespaß weiter gehen. Dann aber unter Führung von Christina Wetzel, die zur neuen Vereinsvorsitzenden gewählt wurde.

Lohfeldener Freibad

Knapp 27.700 Besucher waren in dieser Saison zu Besuch im Lohfeldener Freibad, sagt Schwimmmeister Klaus Günther. Knapp tausend weniger als im vergangenen Jahr, allerdings habe man dort auch später geöffnet. „Im warmen Juni sind wir mit gut 12.600 Gästen gestartet, im Juli und August, den besucherstärksten Monaten, waren es nur etwa 6700, beziehungsweise 5400 Besucher“, sagt Günther.

Auch der freie Eintritt für Kinder und Jugendliche habe keinen spürbaren Einfluss auf die Besucherzahlen gehabt. „Das Wetter war natürlich übel, ich habe aber auch das Gefühl, viele haben noch nicht aus ihrem persönlichen Lockdown herausgefunden“, sagt Günther. „Wir haben die Zeit aber genutzt.“ Eigentlich würden im Bad im Sommer keine Schwimmkurse stattfinden, da es zu voll und die Kinder schnell abgelenkt sind, in diesem Jahr konnten gleich acht stattfinden.

Freibad Vellmar

Der trübe Sommer und das unbeheizte Becken im Vellmarer Freibad: Das waren laut Stadtsprecherin Astrid Kneuer wohl die Hauptrgründe für die niedrigen Besuchszahlen im Bad in diesem Jahr. Als das Bad 2019 geöffnet war, kamen an die 19.000 Schwimmer, sagt Kneuer. Nachdem die Saison vergangenes Jahr coronabedingt ins Wasser fiel, fand in dieser Saison nur ein Drittel der Menschen den Weg ins wieder geöffnete Bad.

An den wenigen sonnigen Tagen seien die 400 Besucherplätze zwar teils ausgebucht gewesen, sagt Kneuer. Dennoch könne man mit dem Ergebnis nicht zufrieden sein, zumal im Vorfeld einige Anfragen zur Öffnung des Bades gekommen seien, fügt Bürgermeister Manfred Ludewig (SPD) hinzu. (dag/bon/mgo/mia)

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