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Schwan attackiert Kajakfahrer auf der Fulda - Wasserschutzpolizei zieht Konsequenzen

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Von: Bettina Wienecke

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Beinahe auf dem Kajak gelandet: Volker Führer und seine Frau Gisela wurden von einem Schwan auf der Fulda mehrfach attackiert. An dem Bootswagen auf dem Heck rutschte der Schwan jedoch ab.
Beinahe auf dem Kajak gelandet: Volker Führer und seine Frau Gisela wurden von einem Schwan auf der Fulda mehrfach attackiert. An dem Bootswagen auf dem Heck rutschte der Schwan jedoch ab. © Bettina Wienecke

Ein Ehepaar aus Vellmar ist bei einem Kanu-Ausflug von einem Schwan attackiert worden. Jetzt hat die Wasserschutzpolizei eine Warnung herausgegeben.

Kassel/Vellmar – Mit einem riesigen Schreck ist ein Ehepaar davongekommen, das bei einem Kanu-Ausflug auf der Fulda bei Wolfsanger mehrfach von einem Schwan attackiert wurde. „Wir sind wöchentlich mehrmals unterwegs und nehmen auch an Kanuwandersport-Wettbewerben teil“, berichtet der Erste Vorsitzende des Casseler Kanu-Clubs (CKC) 1921, Volker Führer, der mit seiner Frau Gisela in Vellmar lebt. 14 Tage zuvor war ihm der Schwan bereits aufgefallen: „Wir waren mit drei Booten unterwegs, als er sehr tief über uns flog. Er ist dann auf dem Wasser gelandet, hat den Hals nach hinten gebogen, die Flügel aufgestellt und gezischt. Wir haben unsere Route dann an das andere Ufer verlegt.“

Deutliche Körpersprache: Selbst Schwänen, die an Menschen gewöhnt sind, wie diese bei Siebenbergen, kommt man besser nicht zu nah, wenn sie Küken haben.
Deutliche Körpersprache: Selbst Schwänen, die an Menschen gewöhnt sind, wie diese bei Siebenbergen, kommt man besser nicht zu nah, wenn sie Küken haben. © Bettina Wienecke

Als Volker und Gisela Führer am Mittwoch zu zweit im Kajak unterwegs waren, war der Schwan, der mit seiner Partnerin und kleinen Küken auf der Fulda unterwegs ist, zunächst nicht zu sehen. Auf der Rückfahrt schoss er jedoch herbei. „Schwäne sind die einzigen Tiere, die Paddlern gefährlich werden können“, weiß Führer. „Wir sind so schnell gefahren, wie wir konnten. Dann haben wir gehört, wir er anfing, auf dem Wasser zu laufen, um abzuheben. Er ist ein Stück geflogen und auf dem Heck gelandet. Zum Glück ist er auf dem Bootswagen, den ich dabei hatte, abgerutscht. Er hat das dann mehrfach wiederholt. Wir sind an überhängenden Büschen entlanggefahren, damit das nicht noch mal passiert und schnell davongepaddelt.“

Da ihm dies in solch einer Intensität noch nicht passiert sei, informierte der pensionierte Kriminalbeamte, der seit 50 Jahren Kanu-Sport betreibt, die Wasserschutzpolizei. „Ich möchte nicht, dass jemand kentert und zu Schaden kommt“, sagt Führer.

„Uns wurde der Sachverhalt zur Kenntnis gebracht. Wir haben daraufhin den Bereich mit einem Schlauchboot befahren und eine ähnliche Verhaltensweise des Schwans festgestellt“, bestätigt Alexander Lorch, Leiter der Wasserschutzpolizei. „Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser hat eine Warnung für den betreffenden Flussabschnitt herausgegeben.“ Bis zunächst Freitag, 3. Juni, wird die Bundeswasserstraße Fulda von Strom-Kilometer 86,2 bis 86,8 halbseitig (linkes Ufer) gesperrt. „Im Uferbereich befindet sich ein Naturschutzgebiet, in dem ein zurzeit durch aggressives Verhalten auffälliger Schwan beheimatet ist. Die durchgehende Schifffahrt wird angewiesen, diesen Bereich mit besonderer Vorsicht zu befahren. Das Meiden des gesamten Abschnittes wird empfohlen“, heißt es in der Meldung.

„Dort wurden Schwimmstangen ausgelegt, damit diese Teile des Flusses nicht befahren werden“, erläutert Lorch. Er empfiehlt insbesondere Ruderern und Kanuten, den Bereich zu meiden, auch, um die Tiere zu schützen. „Wir werden es weiter beobachten. Die Sicherheit des Schiffsverkehrs muss ja gewährleistet bleiben.“ Die Obere Naturschutzbehörde wurde ebenfalls informiert.

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