Sicher im Straßenverkehr unterwegs

Polizei bietet Radfahrausbildung für Grundschüler an

Polizist Dirk Fiege und Grundschüler Benjamin Ho auf dem Jugendverkehrsübungsplatz Marbachshöhe.
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Mit dem Rad sicher durch den Straßenverkehr: Polizeioberkommissar Dirk Fiege und Grundschüler Benjamin Ho auf dem Jugendverkehrsübungsplatz Marbachshöhe in Kassel.

Aufgrund der Corona-Pandemie konnte die praktische Radfahrausbildung in den vierten Klassen in Stadt und Landkreis nicht stattfinden. Die Polizei bietet deshalb Ferienkurse an – und die sind sehr beliebt.

Kassel – Aufmerksam fährt der neunjährige Benjamin Ho mit seinem Fahrrad auf ein Stoppschild zu. Er ist sehr konzentriert, streckt den rechten Arm zur Seite und gibt Handzeichen, um das Abbiegen frühzeitig anzuzeigen. Auf seiner Straße herrscht wenig Verkehr. Der Grundschüler befindet sich gemeinsam mit zwölf anderen Kindern auf dem Jugendverkehrsübungsplatz Marbachshöhe – und lernt dort alles Wichtige über die Sicherheit im Straßenverkehr.

Weil die praktische Radfahrausbildung an 87 Grundschulen in Stadt und Landkreis in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden konnte, bietet Holger Menne, Leiter Verkehrserziehungsdienst beim Polizeipräsidium Nordhessen, diese nun gemeinsam mit seinem Team in den Sommerferien an.

„Wir haben sämtliche Schulen angeschrieben, dass die Polizei die Verkehrserziehung in den Ferien auf der Marbachshöhe und am Sensenstein durchführt“, sagt Menne, der die Radfahrausbildung für die Grundschüler als sehr wichtig empfindet. „Die Kinder sind alle in der vierten Klasse und werden bei uns für den Straßenverkehr sensibilisiert. Danach entsteht erst einmal eine Lücke. Normalerweise beschäftigen sie sich erst wieder beim Führerschein mit Verkehrsregeln.“

Radfahrausbildung für Grundschüler: Nach kurzer Theorieeinheit geht es aufs Fahrrad

Auf dem Jugendverkehrsübungsplatz Marbachshöhe schwingen sich die Grundschüler nach einer Theorieeinheit, in der ihnen Polizeioberkommissarin Ramona Wilke noch einmal die Verkehrsregeln erläutert, direkt aufs Rad – jetzt gilt es, das soeben Erlernte in die Praxis umzusetzen: Abstand einhalten, Hindernisse umfahren, Vorfahrtsregeln beachten.

Regeln, mit denen sich sogar manch erwachsene Verkehrsteilnehmer gelegentlich schwer tun, haben die Kinder schnell verinnerlicht. Was auffällt: Die Atmosphäre ist während der 90-minütigen Übungseinheit sehr locker. Die Polizisten gehen behutsam auf die jungen Fahrradfahrer ein, bringen ihnen das richtige Verhalten im Straßenverkehr auch spielerisch bei. „Es ist wichtig, dass die Kinder mit Spaß dabei sind“, sagt Menne.

Regelt den Verkehr auf der Kreuzung: Polizist Dirk Fiege umringt von radelnden Grundschülern.

Als Oberkommissar Dirk Fiege auf dem Übungsplatz die Ampelanlage ausschaltet, herrscht bei den Grundschülern plötzlich Verwirrung. Wer regelt denn nun den Verkehr? Fiege stellt sich in die Mitte der Kreuzung und erklärt: „Siehst du vom Polizisten Brust und Rücken, musst du auf die Bremse drücken. Siehst du den Polizisten von der Seite, suche schnell das Weite.“ Die Gruppe lacht, ehe Fiege sie sicher über die Kreuzung führt.

Radfahrausbildung für Grundschüler: Polizei will spätestens im nächsten Jahr wieder Kurse anbieten

Die Radfahrausbildung findet großen Zuspruch, über 300 Kinder werden in den Sommerferien geschult, die Kurse im Herbst sind bereits belegt. „Ich finde es toll, dass die Eltern das so fördern. Und der Polizei liegt natürlich auch viel daran, dass es durch eine fehlende Radfahrausbildung nicht zu mehr Unfällen mit Kindern kommt“, sagt Menne, der spätestens im nächsten Jahr wieder Kurse anbieten will.

Zum Abschluss der Übungseinheit fahren die Grundschüler noch einmal über den Platz, aus Lautsprechern dröhnt die Lieblingsmusik der Kinder. Teilnehmer Benjamin ist begeistert: „So macht Fahrradunterricht richtig Spaß.“ (Pascal Spindler)

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