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Simmershäuser verbringt seine Winter auf einer finnischen Huskyfarm

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Von: Tanja Temme

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Im hohen Norden: Frank Memmeler aus Simmershausen verbrachte die vergangenen Winter auf einer Huskyfarm in Finnland.
Im hohen Norden: Frank Memmeler aus Simmershausen verbrachte die vergangenen Winter auf einer Huskyfarm in Finnland. © Temme, Tanja

Seit der Simmershäuser Frank Memmeler vor neun Jahren seinen Urlaub auf einer Huskyfarm in Finnland verbrachte, lassen ihn die Tiere nicht mehr los. Auch das Leben im hohen Norden hat es ihm angetan. Oktober bis März verbringt er daher nun dort und erfüllt sich damit seinen großen Wunsch.

Fuldatal – Vor neun Jahren erfüllte sich Frank Memmeler einen Kindheitstraum: Damals machte der Simmershäuser Urlaub auf einer Huskyfarm in Finnland. Dort lernte er nicht nur, wie man einen Hundeschlitten führt, sondern ihn erfasste auch das „besondere Lebensgefühl“ der Einöde im hohen Norden. Fortan wollte er dieses nicht mehr missen, weshalb er seitdem die Winter in der Region Nordkarelien verbringt.

„Normalerweise fahre ich im Oktober hoch und komme im März wieder zurück“, sagt der 59-Jährige. „Normalerweise“, weil er dieses Jahr erstmals aus beruflichen Gründen pausieren muss. „Ehrlich gesagt fehlt mir die Farm schon jetzt, denn es gibt kaum etwas Besseres, als mit einem Hundegespann durch den Schnee zu fahren.“ Dass Memmeler sich dort pudelwohl fühlt, liegt einerseits daran, dass Hunde ihn schon sein gesamtes Leben begleitet haben und er andererseits auch hier in Nordhessen Zughundesport betreibt.

Natürlich liebt er auch die besonderen Landschaften des finnischen Nordostens, die ihn manchmal allerdings auch an seine Grenzen bringen. „Temperaturen bis minus 30 Grad, nur knapp vier Stunden Helligkeit und meterhoher Schnee gehören dort zum Alltag.“ Er arbeitet seit 2013 für die Eräkaskus Wilderness Lodge & Huskyfarm.

150 Alaskan Huskys und zehn Mitarbeiter bieten dort für eine überschaubare Anzahl an Touristen Schlittentouren an. Als Schlittenhundeführer (sogenannte „Musher“) die Touren zu leiten, war auch Memmelers großer Wunsch, als er sich erstmals zum Jobben nach Finnland aufmachte. „Bevor ich das durfte, musste ich erstmal die Namen der Hunde lernen, Unmengen von ihrem Kot wegmachen und sie überhaupt ganz genau kennenlernen.“

Wie der Hundenarr erzählt, drehten sich sowieso fast alle Gespräche um die Vierbeiner. „Die Hunde sind das A und O, weshalb wir sie nicht nur gut pflegen, sondern auch im Auge halten.“ Und das gilt vor allem, wenn er mit acht Huskies bis zu 50 Kilometer lange Touren am Tag absolviert. „Es gibt Leute, die meinen, das sei Tierquälerei – es ist aber genau das Gegenteil, denn diese Hunderasse liebt das Laufen, braucht es sogar“, erläutert er. Sobald er mit dem Gespann auf Tour ist – welches stets von seinem Leithund Mandela angeführt wird – läuft alles „im Verbund“, wie Memmeler berichtet.

„Wir sind ein Team, vertrauen uns gegenseitig, was enorm wichtig ist.“ Kommuniziert wird mit den Huskys nur über Kommandos. „Die sind international, jeder Schlittenhundeführer kennt sie.“ Eine kleine Kostprobe: „Gee“ bedeutet für Hunde rechts abbiegen, „Haw“ links und „Go on“ vorwärts.

Wer Ruhe und Abgeschiedenheit mag, ein Faible für Zughunde und kein Problem mit Kälte hat, für den ist das Leben auf einer Huskyfarm genau das Richtige. „Allerdings bedeutet das nicht, dass man nur mit den Schlittenhunden unterwegs ist – es gibt dort viel zu tun, wir arbeiten alle mindestens zwölf Stunden täglich“, ergänzt Memmeler. Doch für seine Passion, mit bis zu 20 Stundenkilometern die nordische Natur zu erkunden, nimmt der Simmershäuser das gerne in Kauf.

Huskys und Schlitten sind seine Passion: Die besondere Atmosphäre der Region Nordkarelien fasziniert Frank Memmeler aus Simmershausen schon seit vielen Jahren. Deshalb verbringt er seine Winter auf einer Huskyfarm, wo er als Schlittenhundeführer arbeitet.
Huskys und Schlitten sind seine Passion: Die besondere Atmosphäre der Region Nordkarelien fasziniert Frank Memmeler aus Simmershausen schon seit vielen Jahren. Deshalb verbringt er seine Winter auf einer Huskyfarm, wo er als Schlittenhundeführer arbeitet. © frank Memmeler/ Repro: tanja Temme

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