Meister im Vierkampf 3

Deutscher Meister im Hundesport: Schäferhund Kayo hat nur Augen für sein Herrchen

Frank Eikelmann aus Helsa wurde mit Hund Kayo Deutscher Meister im Vierkampf 3 in seiner Altersklasse. Auf dem Übungsplatz bei Vollmarshausen der Hundesportfreunde Nordhessen trainiert er mit seinem Malinois.

Leichtathletik mit Hund: In der Disziplin Vierkampf haben Schäferhund Kayo und Herrchen Frank Eikelmann den Titel "Deutscher Meister" nach Helsa/Söhrewald geholt. 

Wer Frank Eikelmann auf dem Hundeübungsplatz trifft, dem fällt sein belgischer Schäferhund trotz seiner Größe kaum auf. Denn Kayo hat nur Augen für sein Herrchen.

„So muss das sein“, sagt der 57-jährige Besitzer aus Helsa, der immer auf eine gute Bindung zu seinem Hund achtet. „Er muss wissen, wer der Chef im Ring ist.“ Mit diesem guten Gehorsam und etlichen Trainingsstunden ist das Team vor Kurzem Deutscher Meister im Turnierhundesport geworden – in der Disziplin Vierkampf. 

Eikelmann beschreibt das als eine Art Leichtathletik mit Hund. Denn für den Parcours mit Hindernissen, den Hund und Herrchen gemeinsam durchlaufen, muss auch er fit sein – und schnell: „Jede Laufsekunde ist ein Punkt“. 75 Meter Parcours müssen in 10 Sekunden bewältigt werden.

Eikelmann hat den Titel schon 2016 geholt

Eikelmann hat Erfahrung. Denn den Titel trägt er nicht zum ersten Mal. Mit seinem Hund Bob, ebenfalls ein belgischer Schäferhund, gewann er schon 2016 den Wettkampf.

Bob sei mit seinen 13 Jahren jetzt Rentner. „Er hat sich seinen Ruhestand verdient.“ Und den fristet er nur in Ausnahmefällen im Wohnzimmer ab. Denn Eikelmann hält seine Hunde hauptsächlich in einem Zwinger im Garten. Wenn es zu kalt wird, dürfen sie in den Wintergarten.

Ein Hund spielt gern die Nummer zwei, erklärt Eikelmann. „Er muss es nur wissen.“ Doch viele Besitzer vermenschlichen ihren Hund. „Manchmal ist der Hund dann die Nummer eins und liegt auf dem Sofa und Sie auf dem Teppich.“

Gerade für Hunde-Anfänger sei der Gehorsam ein wichtiger Punkt. Und natürlich für die Wettkämpfe. Davor muss jeder Hund auch einen Wesenstest bestehen. „Wenn er dann aggressiv ist, wird er ausgeschlossen“, sagt Eikelmann.

Kayo klettert auf Dächer, springt über Tonnen und kriecht durch Tunnel

Wenn Kayo auf dem Hundeübungsplatz zwischen Vollmarshausen und Wellerode bei Fuß geht, ist die Schulter des Hundes auf der Höhe von Eikelmanns Bein. Eine Haltung, die historisch begründet und heute noch Bedingung im Wettkampf ist. 

Eikelmann steuert seinen Hund fast unsichtbar mit einem Leckerli in seiner linken Hand, das er weiter nach vorne oder weiter nach hinten hält. Kayo darf es nur abschlecken. Ist die Strecke dann bewältigt, geht Eikelmanns Hand auf und das Leckerli landet in Kayos Mund.

Dann folgen die Hindernisse: Kayo muss über ein kleines Dach klettern, durch einen Tunnel laufen, eine Rampe überqueren und durch einen Ring springen, um nur einige Hindernisse zu nennen. Neben den Hindernissen gehört zum sogenannten Vierkampf 3 noch einen Gehorsamstest, ein Hürdenlauf und ein Slalomlauf.

Bei der Deutschen Meisterschaft ist übrigens Schluss. Wettkämpfe auf europäischer oder weltweiter Ebene gibt es nur in anderen Hundesportarten. Eikelmann hofft darauf, dass sich das bald ändert.

Info: Der vor Kurzem gegründete Verein Hundesportfreunde Nordhessen ist offen für alle, die Interesse am Training haben. Kontakt per E-Mail: HSF_nh@web.de

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