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Das Wasser in Söhrewald wird teurer

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Von: Michaela Pflug

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Mehrere Euroscheine liegen verstreut übereinander (Symbolbild)
Geld (Symbolbild) © Patrick Pleul/dpa

Das Wasser in Söhrewald wird teurer. Für 2023 und 2024 beträgt der Verbraucherendpreis 3,84 Euro pro Kubikmeter statt wie bisher 2,57 Euro.

Söhrewald – Für einen Durchschnittshaushalt mit einem Verbrauch von 85 Kubikmetern entspricht das einer Erhöhung von 108 Euro pro Jahr. Das haben die Gemeindevertreter mehrheitlich bei ihrer Sitzung am Mittwoch beschlossen.

„Wir müssen in die Wasserversorgung investieren“, fasste Manfred Rewald (SPD) die Ausschussdiskussion zusammen. Ein Brunnen sei bereits saniert, der nächste stehe an. Auch ein Bypass zwischen Eiterhagen und Wattenbach zur Sicherung der Versorgung während der Bauarbeiten werde Geld kosten. Außerdem sei bei einer Prüfung aufgefallen, dass die Arbeit, die Verwaltung und Bauhof im allgemeinen Haushalt, statt wie es sein sollte, im Wassergebührenhaushalt abgerechnet wurde.

Dass die Gebühren erhöht werden müssen, ärgerte alle Fraktionen. Aber: „Wir müssen uns ums Wasser kümmern, das haben wir immer wieder angemahnt“, sagte Bernd Eberwein (CDU). Leider sei viele Jahre wenig passiert. Vielleicht, weil die Sanierung von Kanälen und Wasserleitungen unsichtbar und kein Prestigeprojekt sei. „Seit 2010 ist der Sanierungsbedarf bekannt. Aber es wurde immer wieder zurückgestellt“, sagte Jörg Braunisch (UNS). Hätte man die Investitionen über Jahre verteilt, wäre vielleicht keine so drastische Erhöhung notwendig.

Hans Staudte (SPD) merkte an, dass durchaus an der Wasserversorgung gearbeitet worden sei. Außerdem solle man bedenken, dass die Gemeinde seit 2013 in einem Konsolidierungsprozess gewesen sei. Vielleicht habe man nicht schnell genug investiert. Nun aber müsse es sein. Man dürfe nicht riskieren, zu spekulieren, dass der Tiefbrunnen noch ein paar Jahr durchhalte.

Angelika Horstkotte-Pausch (SPD) kritisierte Höhe und Zeitpunkt der Gebührenanpassung. Sie verstehe, dass Personalkosten abgerechnet werden müssen, wo sie anfallen und, dass saniert werden müsste. Die kalkulatorischen Zinsen seien mit fünf Prozent aber zu hoch angesetzt. Das sei rechtlich auch anders möglich. „Ich frage mich auch, ob diese Erhöhung jetzt sein muss.“ Man könne nicht erhöhen, nur weil eh alles teurer werde. Menschen mit kleinen Einkommen seien schon stark belastet. Andere Kommunen, wie Gudensberg, hätten aber zum Wohle ihrer Bürger darauf verzichtet. Bürgermeister Ralf Eberwein entgegnete, dass andere vielleicht auch eine andere finanzielle Ausstattung hätten als Söhrewald. Außerdem sei mit einem Zinssatz von vier Prozent kalkuliert worden: „Das macht einen Unterschied von 7 Cent, das macht den Kohl nicht mehr fett.“

Lukas Sinning (UNS) drückte die Ambivalenz der Maßnahme aus. „Die Gebühren liehen hier im Vergleich zu unseren Nachbarn schon sehr hoch. Das macht es für junge Familien auf der Suche nach einem Heim schwieriger, sich für Söhrewald zu entscheiden. Aber wir haben nun mal auch technische Mängel, die behoben werden müssen.“

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