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Er läuft und läuft: Wattenbacher kann nicht mehr ohne Ausdauersport

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Von: Eike Rustemeyer

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Schnürt sich regelmäßig die Laufschuhe: Stefan Schink, der auch Ultramarathons rennt, in seinem Garten in Wattenbach.
Schnürt sich regelmäßig die Laufschuhe: Stefan Schink, der auch Ultramarathons rennt, in seinem Garten in Wattenbach. © Eike Rustemeyer

Stefan Schink aus Wattenbach bewältigte den legendären Tour-de-France-Berg Mont Ventoux.

Söhrewald – 21 Kilometer und über 1500 Höhenmeter in drei Stunden laufen – was für einige nach einer Lebensaufgabe klingt, macht Stefan Schink nebenbei im Frankreich-Urlaub. Das Laufen ist sein größtes Hobby.

Vor 14 Jahren habe er vier bis fünf Kilo Übergewicht gehabt, sagt der 1989 von Gotha nach Wattenbach gezogene Schink. Das Übergewicht zusammen mit einer plötzlichen Lungenembolie seiner Frau motivierten den heute 59-jährige dann dazu, mehr für seine eigene Gesundheit zu tun. So begann er mit dem Laufen.

Bis heute geht der hauptberufliche Lkw-Fahrer seiner läuferischen Leidenschaft nach und legt dabei jährlich Hunderte von Kilometern zurück. Ob 74 Kilometer beim Supermarathon beim Rennsteiglauf zwischen Eisenach und Schmiedefeld, oder 21 Kilometer beim Halbmarathon in Bad Hersfeld: Schink läuft sie.

Der erfahrene Sportler empfiehlt jedem Laufanfänger, zunächst einmal das richtige Schuhwerk zu wählen. Der Gang in ein Fachgeschäft sei dafür unumgänglich. „Mit dem Billigzeug aus dem Internet läuft man sich nur Blasen.“ Die allerersten Laufstrecken dürfen ruhig kurz sein, empfiehlt Schink. Dann könne man sein Pensum kontinuierlich steigern.

Seine Trainingsstrecke befindet sich direkt vor seiner Haustür. Verlässt er seine vier Wände im beschaulichen Wattenbach, ist er nach wenigen Metern im Wald. Dort gehe er zwei bis drei Mal die Woche laufen – öfter natürlich, wenn er sich auf einen Wettbewerb vorbereite.

Das Laufen, gerade im Wald, sei ein wichtiger Ausgleich für ihren Mann, sagt Ehefrau Anette Schink. „Wenn ich schlecht gelaunt von der Arbeit komme und direkt im Wald laufen gehe, komme ich quietschvergnügt wieder raus“, stimmt der Hobby-Läufer zu. Im Mai dieses Jahres reiste das Ehepaar in die französische Provence, in die Nähe des Mont Ventoux.

Dorthin unternahmen sie 1998 schon einmal mit ihrer Tochter einen Familienurlaub. Damals schauten die Schinks den Rad-Profis der Tour de France zu, wie sie den legendären Berg hinauf fuhren, erzählt Stefan Schink. Sagenumwoben ist der Mont Ventoux auch deshalb, weil der Engländer Tom Simpson hier 1967 völlig entkräftet starb. Es war eine der schwärzesten Stunden in der Geschichte der Tour de France. In diesem Sommer war der Wattenbacher jedoch kein Beobachter mehr, sondern erklomm den Berg selbst – natürlich laufend.

Er habe den Reiz der Strecke vor der Reise zwar im Hinterkopf gehabt, dann aber tatsächlich aufzubrechen, um den Berg in Laufschuhen zu bezwingen, sei eine Impulsentscheidung gewesen. Nach drei Stunden auf dem Plateau an der Spitze angekommen hätte er Gänsehaut gehabt und sich „gefühlt wie auf dem Mond“.

Auf dem Weg nach oben brachte ihm seine 60-jährige Frau, die ihn immer bei seinen Läufen unterstützt, noch eine zusätzliche Trinkflasche mit dem Fahrrad hinterher. Seine Partnerin, mit der er seit 35 Jahren verheiratet ist, sei seine größte Stütze und Motivationsquelle, sagt Stefan Schink.

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