Kampf gegen die Gefahr im Wald

Hessen Forst entfernt abgestorbene Bäume an Wegen in der Söhre

Vor dem Fällen: Die Waldarbeiter Meik Dithmar (von links), Holger Grass und Wolfgang Werner legen das Stahlseil der Seilwinde an. Nach dem Ansägen mit einer Motorsäge wird der Baum per Fernsteuerung umgezogen.
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Vor dem Fällen: Die Waldarbeiter Meik Dithmar (von links), Holger Grass und Wolfgang Werner legen das Stahlseil der Seilwinde an. Nach dem Ansägen mit einer Motorsäge wird der Baum per Fernsteuerung umgezogen.

Trockenheit, Borkenkäfer, Stress: Die Bäume in der Söhre haben in den vergangenen Jahren gelitten. Wenn tote Bäume einstürzen, werden sie zur Gefahr für Spaziergänger und Waldarbeiter. Um das zu verhindern, sind Forstamtsleiterin Petra Westphal und ihre Mitarbeiter in der Söhre unterwegs.

Guxhagen/Söhrewald – Gefahr werden Bevor die Forstarbeiter die 30 Meter hohe Buche mit einer Seilwinde umziehen, haben sie sich den Baum genau angeschaut. Schleimflussflecken deuten darauf hin, dass der Stamm von Pilzen befallen ist und von innen zerfressen wird. Die Buche stelle damit schon bald eine Gefahr für Spaziergänger, Radfahrer und Wanderer dar, erklären Waldarbeiter Jens Nadler, Meik Dithmar, Holger Grass und Wolfgang Werner.

Schon im nächsten Jahr seien derart befallene Bäume dann völlig instabil und drohten einfach umzufallen.

Um die Wege für Waldbesucher sicherer zu machen, sind Petra Westphal, Leiterin des Forstamtes Melsungen, und ihre Mitarbeiter derzeit in einem 2250 Hektar großen Waldgebiet der Söhre zwischen Albshausen im Westen und St. Ottilien und Quentel im Osten unterwegs. Das Gebiet gehört zur Revierförsterei Eiterhagen.

Die enorme Trockenheit in den Jahren 2018 bis 2020 habe den Bäumen schwer zu schaffen gemacht, betont Westphal. Die Buchen seien geschwächt und könnten dem Pilzbefall kaum etwas entgegensetzen. „Wir dachten, sie erholen sich wieder“, erläutert die Leiterin die Folgen der trockenen Jahre, „aber das ist nicht passiert.“

Die Fichten seien zusätzlich durch den Borkenkäfer kaputt gegangen, sagt sie weiter. „Durch die Massenvermehrung sind viele Bestände abgestorben.“ Wolfgang Werner ergänzt: „Fakt ist, dass es alle Baumarten betrifft: Auch Weide, Pappel, Birke und Eiche.“

Die Buche, die normalerweise das nordhessische kühle, feuchte Wetter möge, sei durch die Trockenheit massiv geschädigt worden, so Westphal. Die Pilze könnten sich dadurch in der Buche leicht vermehren. „Die zersetzen das Holz von innen her.“ Oft sehe man es dem Baum nicht an, sagt Wolfgang Werner. Erst kürzlich sei in der Nähe ein Ast auf ein Auto gefallen und habe die Windschutzscheibe zerschlagen.

Von innen zerfressen: Forstamtsleiterin Petra Westphal zeigt den Stamm einer Buche, die aufgrund von Pilzbefall völlig instabil war und deshalb gefällt werden musste.

Wegesicherung und Verkehrssicherung seien nicht nur für Wanderer, Jogger und Mountainbiker wichtig, betont Westphal. Auch für ihre Mitarbeiter gehe es um mehr Sicherheit. Bei besonders angegriffenen Bäumen verzichteten sie sogar auf den Einsatz der Motorsäge vor dem Umziehen per Seilwinde. Dann werde der Baum nur mit der Winde gefällt. Dann müsse kein Mitarbeiter vorher im Gefahrenbereich unter dem Baum arbeiten.

Wie wichtig den Mitarbeitern von Hessen Forst das Thema Sicherheit auch während der Fällarbeiten ist, zeigen sie an diesem Tag. Zwei Posten sichern den vorbeiführenden Weg ab. Und schließlich reißt die fallende Buche dann aus der Krone eines benachbarten Baumes einen dicken Ast mit.

Dieses Beispiel zeige, so die Beschäftigten, dass Passanten den Anweisungen des Forstes unbedingt folgen sollten. Bereits ein kleinerer Ast könnte lebensgefährlich sein, so Westphal. Jeder betrete den Wald grundsätzlich auf eigene Gefahr. Das sei rechtlich auch so geregelt. Westphal: „Wir versuchen dennoch, Gefahren, die sichtbar sind, zu beseitigen.“ (Sven Kühling)

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