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Ukraine-Krieg: Kommunen schützen sich vor russischen Cyber-Attacken

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Von: Moritz Gorny, Valerie Schaub, Daniel Göbel

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Nahaufnahme einer Hand auf einer rot beleuchteten Tastatur (Symbolbild)
Wegen einer Warnung des Bundesamtes wechseln auch öffentliche Einrichtungen das Virenprogramm des russischen Herstellers Kaspersky - um gegen mögliche Cyber-Angriffe gewappnet zu sein. © Nicolas Armer/dpa

Der Ukraine-Krieg hat Folgen im Bereich Cyber-Sicherheit. Seit Langem verwenden Kommunen im Landkreis die Virenschutzsoftware Kaspersky. Ist das zu gefährlich?

Kreis Kassel – Der Hersteller der Software Kaspersky kommt aus Russland. Für viele ist das nun ein Grund, sich von dem Programm zu verabschieden, denn die Software könnte gefährlich werden, warnt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs (BSI).

Was genau bei einem Angriff über das Virenprogramm passieren könnte, kann Söhrewalds Bürgermeister Michael Steisel nur mutmaßen. Bisher hat auch seine Gemeinde das Programm genutzt und wechselt jetzt. Für die Umstellung rechnet Söhrewald mit Kosten von 20 000 Euro für Lizenzen und Schulungen.

Seit dem Ukraine-Krieg steigt die Anzahl an Cyber-Angriffen

„Auch eine kleine Gemeinde verwaltet jede Menge sensible Daten“, erklärt Steisel: etwa Steuerkosten und -konten, Bauanträge von Bürgern und Gewerbeanmeldungen. Ein Angriff könnte Datenverlust, Fehlfunktion oder eine Veröffentlichung von Daten bedeuten. Sogar die Wasserversorgung, bei der vieles ferngesteuert und gewartet wird, könnte Ziel eines Angriffs sein.

„Ein russischer IT-Hersteller kann selbst offensive Operationen durchführen, gegen seinen Willen gezwungen werden, Zielsysteme anzugreifen, oder selbst ohne seine Kenntnis ausspioniert oder als Werkzeug für Angriffe gegen seine eigenen Kunden missbraucht werden“, warnt das Bundesamt.

Für die Gemeinden Söhrewald, Niestetal und Kaufungen drängt die Zeit. Sie sind durch eine Interkommunale Zusammenarbeit im Bereich IT miteinander verknüpft. Alle drei haben die Kaspersky-Sicherheitssoftware genutzt.

In Niestetal ist die EDV-Abteilung der drei Kommunen angesiedelt. Derzeit arbeite man daran, ein neues Programm aufzuspielen. Pro Kommune rechnen man mit rund 60 Arbeitsstunden. „In den letzten Wochen ist ein deutlicher Zuwachs an Cyber-Angriffen zu verzeichnen“, heißt es dazu aus dem Niestetaler Rathaus. Diese seien erfolgreich abgewehrt worden. Mit der neuen Software ließen sich Cyber-Attacken besser abwehren.

Ukraine-Krieg: Russische Software Kasperky wird in Baunatal, Schauenburg, Vellmar und Kassel nicht genutzt.

In Baunatal kann man hingegen durchatmen. Die Stadtverwaltung nutzt Kaspersky nicht als Virenschutzprogramm, sagt Sprecherin Susanne Bräutigam. Stattdessen werde auf zwei verschiedene Programme gesetzt. Die Gemeinde Schauenburg arbeitet in der IT-Sicherheit eng mit Baunatal zusammen und sei ebenfalls nicht betroffen.

Auch in Vellmar ist ein Wechsel nicht notwendig. Laut Sprecherin Astrid Kneuer käme hier nur Sicherheitssoftware deutscher Anbieter zum Einsatz. In Kassel seien Produkte des Herstellers Kaspersky ebenfalls nie eingesetzt worden, teilt ein Sprecher mit.  

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