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Livestream: Leserforum zur Bürgermeisterwahl in Söhrewald

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Von: Michaela Pflug

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Nur noch wenige Wochen, dann wird in Söhrewald ein neuer Bürgermeister gewählt. Am Mittwoch, 2. März, stellten sich die Kandidaten den Fragen im HNA-Leserforum.

Diesmal ganz ohne sichtbares Publikum präsentierten sich beim HNA-Lesertreff per Livestream die drei Bürgermeisterkandidaten aus Söhrewald, Alexandra Braunisch (UNS), Ralf Eberwein (SPD) und Kevin Heinemann (CDU). Gut eine Stunde lang stellten sich die Kandidaten den Fragen der beiden HNA-Redakteurinnen Alia Shuhaiber und Michaela Pflug. HNA-Volontär Paul Bröker achtete darauf, dass keiner der Redebeiträge zu lang wurde. Zuletzt konnte auch das Publikum einige Fragen loswerden. Im Mittelpunkt standen Themen wie Hochwasserschutz, Wasserversorgung, Kinderbetreuung, Feuerwehr, Infrastruktur sowie Finanzen. Die Bürgermeisterwahl in Söhrewald findet am Sonntag, 20. März, statt.

Die Diskussion wurde lebhaft geführt, jeder der drei Kandidaten hatte nach einer Vorstellungsrunde die Möglichkeit zu den einzelnen Themen Stellung zu nehmen. Offenbar wurde dabei aber auch: In vielen Punkten sind sich die Kandidaten einig, oft ließen nur Nuancen Unterschiede in der politischen Haltung erkennen. Geprägt war die Diskussion zudem von einem Aspekt: In Söhrewald ließe sich vieles umsetzen, wenn nur das Geld dafür da wäre.

Hochwasserschutz

Für alle drei Kandidaten ist Hochwasserschutz ein wichtiges Thema. Aktuell arbeitet das Bauamt an einer Bestandsaufnahme, wo in Söhrewald am besten etwas gegen Wasserfluten unternommen werden kann. Braunisch (UNS) und Heinemann (CDU) wollen die Ergebnisse erst abwarten, um klare Aussagen zum Beispiel zum Bau eines Rückhaltebeckens treffen zu können. Eberwein (SPD) brachte zudem die Idee ein, zunächst einmal die Entwässerungsgräben konsequent sauber zu halten. „Das ist billig und lässt sich schnell umsetzen.“

Wasserversorgung

Alle drei Kandidaten wollen mit Blick auf die Wasserversorgung am liebsten unabhängig bleiben, obschon sie eine Zusammenarbeit und Übergangslösung mit Lohfelden nicht ganz ablehnen. Ein Bypass zwischen Eiterhagen und Wattenbach wäre schön, „aber mit einer sechsstelligen Summe, anfangs haben wir sogar von 1,5 Millionen Euro gesprochen, sehr teuer“, sagt Eberwein (SPD). Vordringlich seien zunächst Sanierungsarbeiten an den beiden Tiefbrunnen der Gemeinde sowie am Leitungssystem, sagen alle drei Kandidaten.

Kinderbetreuung

Auch hier herrscht Einigkeit: Es müssen neue Plätze für die U3- und Kita-Betreuung her. Eberwein (SPD) plädiert für die billigste Lösung beim Anbau neuer U3-Plätze an die Krippe Kleine Waldwichte in Wellerode. Zudem setzt er auf die neuen Kita-Plätze in der geplanten Wohnanlage am Schwarzebach. Braunisch (UNS) verwies darauf, dass der Aufbau einer Waldkindergartengruppe alleine nicht ausreiche, für Heinemann (CDU) wäre ein Anbau an die Krippe in Wellerode zu wenig. Eine Container-Zwischenlösung lehnt er aber ab.

Feuerwehr

Die Feuerwehrhäuser in Söhrewald sind in schlechtem Zustand, besonders das in Wattenbach, so die Kandidaten. Eine Zusammenlegung der Feuerwehren Eiterhagen und Wattenbach ist für Braunisch (UNS) trotzdem nicht unbedingt eine Lösung. Eberwein will das Thema behutsam angehen. „Erst muss geklärt werden, ob die Feuerwehr überhaupt eine Fusion will“, sagt Eberwein. Heinemann (CDU) kann sich dagegen einen neuen Feuerwehrstützpunkt „irgendwo zwischen Wattenbach und Eiterhagen“ schon vorstellen.

Infrastruktur

Ideal wären natürlich ein Supermarkt, eine Bank, Ärzte und ein Bäcker in jedem Ortsteil. Gleichwertige Lebensverhältnisse werde es aber nie geben, so die Einsicht aller drei Kandidaten. Braunisch (UNS) möchte jeweils einen Markttag in den Ortsteilen etablieren. Ziel soll es sein, auch vor Ort hergestellte Lebensmittel direkt vermarkten zu können. Den Dorf-Service-Bus halten alle drei Kandidaten für wichtig. Er sei ideal, um Bürger hin zu den vorhandenen Angeboten zu bringen, sagt Eberwein (SPD). Eine Erweiterung der ÖPNV-Angebote zum Beispiel nach Körle oder Melsungen könnte die Versorgungssituation in Söhrewald weiter verbessern, sind sich Braunisch (UNS) und Heinemann (CDU) einig.

Steuern

Das alles will bezahlt werden. Einzig der SPD-Kandidat Eberwein redete Tacheles und schloss eine Erhöhung der Grundsteuern nicht aus. „Da kommen wir nicht drum herum.“ Braunisch (UNS) und Heinemann (CDU) wollen sich erst mal Klarheit über die Haushaltssituation verschaffen.

Braunisch (UNS) will zudem Söhrewald attraktiver machen, um mehr Einwohner zu gewinnen, was wiederum die Einnahmeseite positiv beeinflusse. Die Ausweisung neuer Wohnbaugebiete in den Ortsteilen „mit Augenmaß“ ist für Eberwein (SPD) vorstellbar. Heinemann (CDU) und Braunisch (UNS) setzten eher auf das Schließen von Baulücken in den Ortsteilen und auf den Abbau von Leerständen.

Waldschwimmbad

Einige der Leserfragen zielte auf die Zukunft des Waldschwimmbades in Wattenbach ab. So fragten Julia Isa von der DLRG Söhrewald und Gisela Grunert vom Förderverein des Waldschwimmbads, wie der künftige Rathauschef den Betrieb des Waldschwimmbades unterstützen möchte. „Als Aushängeschild der Gemeinde muss das Waldschwimmbad unbedingt weiter gefördert werden“, sagt Eberwein (SPD). Unstimmigkeiten zur Pflege des Außengeländes dürfe es nicht geben, da müsse auch der Förderverein Unterstützung finden. Braunisch (UNS) und Heinemann (CDU) schlossen sich dem uneingeschränkt an.

Zu sehen gibt es die Aufzeichnung des Livestreams hier auf HNA.de, auf dem HNA-Youtube-Kanal und bei Facebook auf der Kassel-Live-Seite. Zuschauen kann jeder, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Bürgermeisterwahl in Söhrewald: Drei Kandidaten treten am 20. März an

Sie sind die Kandidaten für die Bürgermeisterwahl in Söhrewald: (Von links) Ralf Eberwein (SPD), Alexandra Braunisch (UNS) und Kevin Heinemann (CDU) © HNA

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