„Unfallszenario war nicht realistisch“

Nach Unfallübung bei Wellerode: Autofahrer wehrt sich gegen Vorwürfe

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Unfallort: Keine drei Meter von der Straße entfernt liegt der umgestürzte Linienbus. Etwa zehn Autofahrer fuhren vorbei, bis die Feuerwehr kam. Niemand half oder rief den Notruf.

„Ich bin einer derjenigen, der vermeintlich weitergefahren ist“, sagt Christian Schramm. Er war mit seinem Auto an der Unfallübung zwischen Wellerode und Vollmarshausen vorbeigekommen.

Dort hatten die Feuerwehren Söhrewald und Lohfelden am vorvergangenen Samstag gegen 5.30 Uhr ein Unfallszenario mit umgestürztem Linienbus und zertrümmertem Kleinwagen erschaffen. Die Kritik der Rettungskräfte: Kein vorbeikommender Autofahrer hielt an oder setzte einen Notruf ab.

Schramm will dies aber so nicht stehen lassen. „Das Unfallset war schlichtweg nicht realitätsnah“, sagt er. „Für mich war ganz klar zu erkennen, dass es sich bei der Szene um eine Vorbereitung auf eine Übung handelte.“

Er macht das an mehreren Dingen fest: „Normalerweise fährt ein Bus eher langsam an eine Haltestelle heran oder vorbei. Ein umgekippter Bus direkt vor der Haltestelle passt deshalb schon mal nicht.“ Außerdem habe es sich bei dem vermeintlichen Unfallfahrzeug um einen blauen Bus gehandelt. „Diese fahren allerdings gar nicht dort entlang.“ Der Zeitpunkt hat Schramm ebenfalls stutzig gemacht: „Zu der Zeit fährt eigentlich kein Bus auf der Strecke.“ Weil Schramm laut eigener Aussage deshalb ganz klar erkennen konnte, dass es sich um eine Übung handelte und er nicht als „Gaffer“ gelten wollte, fuhr er weiter.

Der stellvertretende Gemeindebrandinspektor Stefan Saftig aus Söhrewald betont, dass er lediglich in dem Zeitraum die vorbeifahrenden Autos gezählt hat, als das Übungsszenario bereits aufgebaut war, jedoch die Rettungskräfte noch nicht eingetroffen waren. „Da deutete eigentlich nichts auf eine Übung hin“, sagt Saftig. Die Szene sei so glaubwürdig gewesen, dass selbst die Rettungskräfte teilweise erst nach 15 Minuten gemerkt hätten, dass es sich nur um eine Übung handelt.

Die Befürchtung, dass an der vermeintlichen Unfallstelle bremsende Autofahrer als sogenannte Gaffer bezeichnet werden, räumt Saftig beiseite. „Die Feuerwehr ist dankbar für jeden, der anhält oder langsam fährt, um sich zu versichern, dass Hilfe vor Ort ist. Wir würden niemals jemanden als Gaffer beschimpfen, der so handelt.“ Gaffer seien für die Feuerwehr Menschen, die sich in der Nähe eines Unfallortes aufhalten, nicht helfen und filmen und Fotos machen.

Autofahrer hätten sich strafbar gemacht

Etwa zehn Autofahrer haben eine Unfallübung bei Söhrewald (Kreis Kassel) passiert, ohne Hilfe zu leisten. Die Bilanz ist erschreckend: Kein einziger Notruf ist bei Polizei und Feuerwehr eingegangen. Dabei hätten sich die Autofahrer strafbar gemacht.

Feuerwehrübung mit umgestürztem Linienbus bei Söhrewald

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