Auch das Haus ist einsturzgefährdet

Scheune in Wattenbach  muss abgerissen werden

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Verfall wird deutlich: Diese Aufnahme entstand im Garten eines Nachbarns. Rechts sieht man den einsturzgefährdeten Schuppen des Hauses an der Gartenstraße.  

Söhrewald – Im Erdgeschoss wächst ein Baum, auf dem Dachbalken turnen immer mal wieder Waschbären und ansonsten tut sich wenig am Haus in Wattenbachs Gartenstraße. Jetzt allerdings soll sich etwas ändern.

Nach einem Ortstermin mit Bauaufsicht und Unterer Denkmalschutzbehörde vergangene Woche wurde entschieden: der Schuppen im hinteren Teil muss abgerissen werden, weil er einsturzgefährdet ist.

Auch das Haus selbst könnte weichen. Es fehlen Wände, Decken und Teile des Daches. Auch der Giebel ist beschädigt und seit Jahren dringt Wasser ein. „Bevor das entschieden wird, müssen wir allerdings erst ein externes Gutachten erstellen lassen“, sagt Kreissprecher Harald Kühlborn. Man müsse nachweisen, dass das Haus nicht mehr wirtschaftlich verwertbar sei, ein Erhalt aufgrund der schlechten Bausubstanz nicht mehr möglich ist. Man habe aber bereits ein Verfahren in die Wege geleitet, um den Denkmalschutz aufheben zu können.

Den Eigentümer habe man aufgefordert, den Abriss des Schuppens kurzfristig zu beauftragen. Wird dieser nicht tätig, werde der Kreis selbst aktiv, erklärt Kühlborn. „Das wird dem Eigentümer dann in Rechnung gestellt.“ Kann der nicht zahlen, werde eine Grundschuld im Grundbuch eingetragen.

Dass der Schandfleck endlich weicht, dürfte die Anwohner freuen. Zuletzt sei der Eigentümer im vergangenen Jahr vor Ort gewesen und habe eine Wand des Schuppens gesichert, sagen sie. Auch wenn alles mit Bauzäunen abgesperrt ist, sind die Nachbarn genervt: „weil sich die Viecher vermehren“, „das den Wert Nachbargrundstücke senkt“ und „Kinder sich was tun könnten“.

Es sei reines Glück, dass bis jetzt noch nichts passiert ist. Denn seit dem Tod des ehemaligen Eigentümers im Jahr 2003 und seines Sohnes im Jahr 2004, wurde wenig getan, um dem Verfall Einhalt zu gebieten. Dabei hätte man laut Kreis für die Sanierung sogar Geld beantragen können. „Warum kauft man das denn überhaupt, wenn man damit nichts machen will?“, fragt einer der Nachbarn.

Einen Teil der Schuld sehen die Nachbarn auch bei der Gemeinde. Die hätte bisher viel zu wenig getan. Sie habe gar ein Angebot des Eigentümers abgelehnt, das Haus für einen symbolischen Euro zu kaufen. „So ein Angebot ist mir nicht bekannt“, sagt Bürgermeister Michael Steisel. Stattdessen nur eine viele Zentimeter dicke Akte. Schon mehrfach habe man den Mann auch mit Bußgeldern belegt, gebracht habe das aber wenig. Die seien meistens anstandslos bezahlt worden. Ein Kauf wolle gut überlegt sein, sagt Steisel. Schließlich sei das Gelände eine alte Schmiede und der Boden eventuell mit Schadstoffen belastet. Wäre eine fachgerechte Entsorgung notwendig, könnte das teuer werden.

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