Gründung einer Wohnungsbaugesellschaft im Landkreis Kassel weiter in der Schwebe

SPD will Kommunen zum Bedarf von Sozialwohnungen befragen

Das Luftbild zeigt Niestetal-Sandershausen von oben mit der A7 und dem Gewerbegebiet Sandershäuser Berg
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In Niestetal ist der Bedarf an Sozialwohnungen relativ hoch

Wegen der Corona-Pandemie erwarten die Kommunen im Landkreis Kassel weiter Steuerausfälle. Das hat auch zur Folge, dass Einzelheiten zur Gründung einer Wohnungsbaugesellschaft für die Schaffung von sozialem Wohnraum nochmal geprüft werden sollen. So will es die SPD.

Kreis Kassel - In einem Antrag zur nächsten Kreistagssitzung am 2. November fordern die Sozialdemokraten, die gemeldeten Bedarfe der Kommunen an sozialem Wohnraum zu aktualisieren und die damit verbundenen finanziellen Auswirkungen zu prüfen. „Aufgrund der unsicheren Situation durch Corona kann es gut sein, dass einige Kommunen ihre Zahlen nach unten korrigieren“, sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Dieter Lengemann.

Denn wenn eine Wohnungsbaugesellschaft gegründet werden würde, müssten die Kommunen tief in die Tasche greifen, die viele Wohnungen schaffen wollen. „Wer einen höheren Bedarf hat, müsste auch dementsprechend mehr zahlen“, erklärt Kreissprecher Harald Kühlborn.

Die Gemeinde Niestetal hatte 2018 zum Beispiel einen Bedarf von 300 Wohnungen gemeldet – Fuldabrück nur 40. Niestetal hat die Zahl auf Nachfrage aber bereits wieder nach unten korrigiert. „Wir sind jetzt bei 150“, sagt Bauamtsleiter Peter Lieder. Das liege vor allem daran, dass kaum Flächen für neue Wohnungen zur Verfügung stünden. Bisher gibt es in Niestetal 33 barrierefreie, zwölf soziale und 45 sogenannte bezahlbare Wohnungen.

Wie berichtet, wird zum einen sozialer Wohnraum immer knapper, zum anderen mussten sich bislang die Städte und Gemeinden des Landkreises selbst um die Schaffung von erschwinglichem Wohnraum kümmern. „Die Gründung einer Wohnungsbaugesellschaft auf Kreisebene würde diese Aufgabe vereinfachen, übersichtlicher und besser planbar machen. Außerdem würden Kosten gespart und der Verwaltungsaufwand erheblich reduziert“, sagt Kühlborn.

Die Planung zur Gründung einer solchen Gesellschaft ist bereits vorangeschritten und soll auch unbedingt weiter verfolgt werden, so Dieter Lengemann. Die SPD favorisiert dabei das Harburger Modell. Demnach würde der Landkreis zusammen mit den kreisangehörigen Kommunen eine Wohnungsbaugesellschaft gründen – ohne die Beteiligung von Investoren.

Denn der Bedarf an sozialen, bezahlbaren und altersgerechten Wohnungen ist da. Bereits im Jahr 2018 haben die Kommunen den Bedarf von fast 1400 Wohnungen gemeldet. Den höchsten Stand hat Niestetal angezeigt, gefolgt von Wolfhagen mit 175 und Kaufungen und Baunatal mit je 105 Wohnungen. Breuna und Grebenstein benötigen laut den Zahlen aus 2018 zum Beispiel nur je zehn Wohnungen.

Die Kreistagssitzung findet am Montag, 2. November, ab 13 Uhr in der Mehrzweckhalle Frommershausen statt. (Theresa Novak)

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