Vor 25 Jahren wurde die katholische Christus-Erlöser-Kirche in der Baunataler Stadtmitte geweiht

Christus-Erlöser-Kirche in Baunatal: Spendenwettlauf für die Glocken

Ein Wahrzeichen der City: Im filigran wirkenden, hohen Turm der Christus-Erlöser-Kirche verbergen sich vier Glocken. Die schwerste wiegt 1,25 Tonnen, die kleinste bringt 400 Kilogramm auf die Waage. Fotos: Dilling 

Baunatal. Nur 15 Prozent der Baunataler sind Katholiken. Doch ihr Gotteshaus, die Christus-Erlöser-Kirche, prägt mit ihrem prächtigen Klinkerbau und dem hohen Turm das Bild der Innenstadt und ist geistliches Zentrum der über alle sieben Stadtteile verstreuten Gemeindemitglieder.

Die Geschichte der Errichtung des Gotteshauses, dessen Weihe vor 25 Jahren die Baunataler Katholiken am Sonntag feiern werden, zeigt, wie engagiert und lebendig die Gemeinde mit heute 4350 Gläubigen ist.

1972 wurde die Gemeinde Christus Erlöser gegründet. Doch es sollte noch elf Jahre dauern, bis sie ihr eigenes Gotteshaus bekam. Zunächst feierten die Katholiken ihre Gottesdienste im Kirchenzentrum am Baunsberg unter einem Dach mit den evangelischen Gläubigen in einer kleinen Kapelle mit 130 Plätzen.

Die wurde bald zu eng, immer häufiger musste man in die Baunataler Stadthalle ausweichen. Denn mit der wachsenden Beschäftigtenzahl im Volkswagenwerk zogen auch immer mehr Katholiken nach Baunatal. Die katholische Sankt-Pius-Kirche in Großenritte war ebenfalls zu klein. Deshalb war der Pfarrgemeinderat begeistert, als die Stadt Baunatal 1978 ein Grundstück gleich neben dem Zentralen Busbahnhof (ZOB), heute Haltestelle Stadtmitte, für Kirchenzwecke reservierte.

Doch das Bischöfliche Generalvikariat bremste den Eifer der Baunataler. Kirchenneubauten seien nicht erwünscht, signalisierten die Kirchenoberen in Fulda.

In dieser Situation wurde der damalige Pfarrer Rudolf Atzert zum Motor des Kirchenprojekts. 1979 gab es schließlich „grünes Licht“ aus Fulda. Das war der Startschuss für eine Welle der Hilfsbereitschaft und des Engagements vieler Gemeindemitglieder. In einer Umfrage stimmte die große Mehrheit für den Kirchenbau.

Mit einer Flut von Spenden schaffte sie die finanzielle Grundlage. Man sei deshalb weitgehend ohne Kredite ausgekommen, sagt der heutige Pfarrer Dr. Joachim Rabanus. Bereits 1993 sei der Bau vollständig bezahlt gewesen.

Im Frühjahr 1984 eröffnete Pfarrer Atzert mit dem ersten Spatenstich die Bauarbeiten. Damit die Glocken schon zur Kirchweihe im November 1985 läuten konnten, unternahmen die Gläubigen einen erfolgreichen Spendenwettlauf gegen die Zeit: In drei Wochen sollten 50 000 Mark (gut 25 000 Euro) dafür aufgebracht werden, was gelang.

Ihr Engagement für die Kirche, die 400 Gläubigen Sitzplätze bietet, hat seitdem nicht nachgelassen. Die Küster-, Hausmeister- und Gärtnerarbeiten würden ehrenamtlich erledigt, sagt Pfarrer Rabanus. Christus Erlöser sei eine vorbildliche, lebendige Gemeinde. Das beweise schon die Tatsache, dass sie in 15 Jahren vier Nachwuchspriester gewonnen habe. Der fünfte werde kommendes Jahr seine Ausbildung beginnen.

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