Händler und Ordnungsämter äußern sich noch zurückhaltend

Angebot von E-Rollern ist im Kreis Kassel noch gering - Fahrzeuge sind aber Thema

+
Schnell mal einer Runde drehen: Man muss nur noch lenken. Einmal angeschoben fährt der kleine rote Flitzer dann von selbst. 

Noch sieht man sie eher selten im täglichen Straßenbild: Die sogenannten E–Roller, für deren Einsatz und Benutzung jetzt die Bundesregierung die gesetzlichen Bestimmungen verabschiedet hat.

Klein, zusammenklappbar und handlich können die kleinen Helfer die Mobilität der Menschen unterstützen. Wir haben uns bei Fahrradhändlern und Ortnungsämtern in Städten und Gemeinden des Landkreis umgehört. Hier die Bilanz.

Die befragten Händler gaben sich in der Regel zurückhaltend, das Angebot ist noch gering. Jürgen Hampe „Der Bike-Profi“ in Niestetal meinte: „Das Thema ist noch frisch, aber wir beobachten bereits jetzt den Markt und schauen mal, wo das hinführt. Grundsätzlich sind wir nicht abgeneigt, unserer Sortiment dahingehend zu erweitern“, erklärt er und fügte hinzu: „Auf Billigimporte aus Asien werden wir allerdings nicht setzen.“

Ähnlich äußerte sich Gerald Fachinger von der „Fachinger Motorbox“ in Lohfelden: „Wir müssen uns damit noch stärker befassen. Wenn überhaupt, dann kommt nur „Made in Germany“ infrage“, erläutert er auf unsere Anfrage. 

Mit mehr Skepsis sieht die Entwicklung Andreas Appel, Inhaber der Firma „Pedalwerk“ in Baunatal. Er befürchtet, dass ähnlich wie bei den E-Bikes, die anfängliche Euphorie schnell nachlässt: „Viele werden sich einen Billigimport für 150 Euro aus Asien zulegen und schnell merken, dass das Geld verbrannt ist. Noch fehlt die Auswahl an guten Markengeräten, auch aus Deutschland“, meint er zu dem Thema. Auch befürchtet er, dass die Radwege noch mehr verstopft werden und das Entstehen von Fahrradfriedhöfen. „Die Reparatur bei den billigen E–Rollern lohnt sich einfach nicht“, ist seine Befürchtung. 

"Der E-Roller wird sich durchsetzen und seinen Platz finden"

Anders sieht das Gabriele Eskuche aus Lohfelden. „Wir waren vor 30 Jahren mit die Ersten, die voll auf den Trend des E-Bikes gesetzt haben und lagen richtig“, erzählt sie. „Auch der E-Roller wird sich durchsetzen und seinen Platz finden. Wir wollen von Anfang an mit dabei sein und können bereits jetzt Interessenten einen tollen Roller aus deutscher Produktion anbieten.“

Vor ihrem Geschäft führte sie dann den Roller vor und drehte einige Anschauungsrunden. Der kleine rote Flitzer kann bis zu 20 Stundenkilometer fahren und kommt mit einer Akkuladung circa 20 Kilometer weit. „Wer mal schnell einen Einkauf erledigen will, kann das Auto in der Garage lassen“, meint sie, klappt den Roller zusammen und rollt ihn wieder in den Laden zurück. Der Roller kostet 2000 Euro und ist für Personen bis zu 110 Kilogramm zugelassen. Darüber hinaus bietet er viel technischen Komfort. „Billigimporte kommen mir nicht in den Laden“, meint Eskuche. „Wir wollen deutsche Produkte, die wertbeständig sind, ausreichend Garantien bieten und von uns repariert werden können.“

Ordnungsämter warten ab 

Die Ordnungsämter in Baunatal, Vellmar und Lohfelden gehen mit dem Thema E-Roller durchweg gelassen um. In Baunatal hat man sich noch keine Gedanken zu dem Thema gemacht und wartet ab. „Bei uns ist noch alles in der Schwebe“ war die lapidare Antwort eines Mitarbeiters. Wolfhard Eidenmüller aus Vellmar meinte: „Derzeit besteht bei uns noch kein Handlungsbedarf. Der endgültige Gesetzestext liegt uns noch nicht vor. Wir lassen das auf uns zukommen und werden dann auch entsprechend reagieren.“

Im Lohfeldener Rathaus hat die Behörde eine positive Grundeinstellung. Mia Schneider teilte auf Anfrage mit: „Grundsätzlich haben wir keine ablehnende Haltung gegen die E-Roller. Die Ausführungsvorschriften müssen wir noch abwarten. Sollte es zu Ordnungswidrigkeiten kommen, holen wir aber nicht gleich die Keule raus. Eine Verwarnung tut es am Anfang auch.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.