Kein Planschen wegen Corona?

Bangen um die Freibad-Saison: Aber noch besteht Hoffnung

Ob im Freibad Obervellmar im Kreis Kassel dieses Jahr wieder so geplanscht wird ist aufgrund der Corona-Krise höchst unsicher. Symbolbild

Kontaktverbot und Corona-Krise machen ausgelassenes Planschen im Freibad unwahrscheinlich. Erste Bäder im Kreis Kassel haben die Saison abgesagt. Doch es gibt noch ein Fünkchen Hoffnung.

  • Freibad-Saison steht wegen der Corona-Krise auf der Kippe
  • Bisher noch keine endgültige Regelung in Hessen
  • Einige Bäder im Kreis Kassel haben die Saison von sich aus abgesagt

Kassel – Für viele fällt der Badeurlaub in diesem Jahr aufgrund der Corona-Krise aus. Ob sie stattdessen in heimischen Bädern in der Region Kassel der Sommerhitze entfliehen können, ist fraglich. Denn noch gilt: Schwimmbäder bleiben geschlossen. Trotzdem sollten Badefans noch nicht die Hoffnung aufgeben.

„Es gibt noch keinen Zeitplan für die Öffnung der Freibäder in Kassel“, sagt Sprecher Michael Schwab. Oberbürgermeister Christian Geselle habe sich mit seinen Amtskollegen darauf verständigt, dass es in den kreisfreien Städten möglichst eine einheitliche Regelung geben soll. Mit dem Land Hessen sei man ebenfalls in Kontakt. Auch mit dem Landkreis Kassel stimme man sich ab.

Corona in Kassel: Freibad-Saison gefährdet aber nicht abgesagt

So soll verhindert werden, dass Freibad-Fans zwischen Stadt und Kreis Kassel hin- und herfahren, erklärt Karsten Schreiber. „Die Saison ist gefährdet, aber nicht abgesagt“, sagt der Fuldataler Bürgermeister, der sich im Landkreis um das Thema Freibad kümmert. Schließlich werde in vielen Bereichen über Lockerungen trotz der Corona-Krise diskutiert. Im Landkreis habe man sich bereits abgestimmt. „Der Großteil der Kommunen hat entschieden, den Start erst einmal zu verschieben“, so Schreiber. Statt traditionell Anfang Mai zu öffnen, peile man etwa in Fuldatal Anfang Juni an.

Allerdings komme es auf die Gegebenheiten vor Ort an. „In Niestetal etwa gibt es einen Schwimmteich, der kann nicht gechlort werden.“ Anderswo werden die Bäder von Fördervereinen geführt. Diese müssten entscheiden, ob sie bereit sind, das Risiko einer Wiedereröffnung zu tragen.

Corona in Kassel: Einige Freibäder sagen Saison schon jetzt ab

In Helsa im Kreis Kassel bleibt das Freibad aufgrund der Corona-Krise dieses Jahr dicht. Das Bad bleibe in dieser Saison geschlossen, sagt der Vorsitzende Matthias Pengel. Gründe seien einerseits die fehlende Zeit und Arbeitskraft, die man für die Vorbereitung brauche. Schnell mal aufmachen, gehe nicht. 

Dann ist da das finanzielle Risiko. „Wenn wir jetzt investieren, müssen wir das Geld auch wieder reinholen.“ Würde vom Land aber doch entschieden, dass die Bäder dieses Jahr geschlossen bleiben, rutsche man schnell ins Minus. Und selbst wenn die Bäder öffnen dürfen, sei die Frage, wie Hygienevorgaben in der Praxis umgesetzt werden.

Corona in Kassel: Hygienevorgaben schwer umzusetzen

Bei Corona-Abstandsregelungen oder Besucherbeschränkungen dürfte so manches Freibad im Kreis Kassel Probleme mit der Einhaltung bekommen. „Wenn 1,50 Meter Abstand eingehalten werden muss, dann passen in unser großes Becken 96 Personen“, sagt Schreiber. An einem heißen Sommertag seien aber schon einmal 3000 Badegäste vor Ort. Es müsse wohlüberlegt sein, wie man dann in der Praxis den Zugang regele und ob es überhaupt möglich sei, eine gerechte Lösung mit größtmöglicher Sicherheit für alle Badegäste zu finden. 

Er hofft auf klare Vorgaben von Bund und Land. Die könnten schon bald bei einer Konferenz fallen. Eine Anfrage an das Hessische Innenministerium blieb bis Redaktionsschluss unbeantwortet. 

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Wegen der Corona-Krise werden viele Menschen ihren Sommerurlaub daheim verbringen. Dass sie sich stattdessen im Freibad abkühlen können, ist jedoch unwahrscheinlich.

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Die Entscheidung ist gefallen: In Wolfhagen bleibt das Freibad geschlossen. Andere Bäder im Kreisteil warten noch ab. 

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