Betroffene sind emotional abhängig

Zur Prostitution gezwungen: Das ist die Loverboy-Methode  - Wichtige Infos zur Masche

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Opfer der Loverboy-Methode werden in die Zwangsprostitution getrieben und können sich aus Eigeninitiative oft nicht helfen. 

Sie versprechen Mädchen und jungen Frauen die große Liebe und drängen sie später in die Zwangsprostitution: die Loverboys. Wir geben eine Übersicht über die Betrugsmasche.

SPD-Landtagsabgeordnete Manuela Strube warnt vor der Loverboy-Methode. Bundesweit würden die Opferzahlen über alle sozialen Millieus steigen. Ein Überblick, über diese Betrugsmasche.

Was ist die Loverboy-Methode?

Bei der Loverboy-Methode bauen junge Männer gezielt Kontakt zu minderjährigen Mädchen und jungen Frauen auf. Sie erschleichen sich das Vertrauen der Opfer und gaukeln ihnen eine feste Beziehung und ehrliche Liebe vor. Der Loverboy isoliert die Betroffenen werden von Familie und Freunden. Dadurch schaffen sie eine emotionale Abhängigkeit der Opfer. Sie setzen die Frauen unter Druck oder erpressen sie und treiben sie schließlich in die Prostitution.

Gab es schon einen Fall in Kassel?

Die Kasseler Polizei verdächtigte vor längerer Zeit einen Mann, der ein Mädchen unter Vortäuschen einer Liebesbeziehung zur Prostitution gezwungen haben soll. Das teilte Polizeisprecher Matthias Mänz mit. Der Angeklagte wurde später vor Gericht freigesprochen. Dadurch habe sich dieser Verdachtsfall letztlich nicht bestätigt.

Gibt es eine Dunkelziffer?

Die Loverboy-Methode als spezielle Masche wird laut Mänz in der Kriminalstatistik nicht explizit erfasst, weshalb die Polizei zu konkreten Fallzahlen keine Aussage treffen kann. Da die Opfer von den Tätern meist emotional abhängig seien, sich schämen und Angst haben, falle es ihnen schwer, selbstständig Hilfe zu suchen. Daher könne nicht ausgeschlossen werden, dass es eine Dunkelziffer gibt.

Wie werden die Fälle strafrechtlich erfasst?

Bei der Loverboy-Masche kommt in der Regel der Straftatbestand des Menschenhandels in Betracht, so Pressesprecher Mänz. Hier droht dem Täter laut § 232 (Menschenhandel) des Strafgesetzbuches eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren.

Wo bekommen Opfer hilfe?

Opfer können sich an die Polizei wenden, wo sich spezielle Ansprechpartner, wie Opferschutzbeauftragte, um sie kümmern. Außerdem gibt es in Kassel Hilfsorganisationen wie die Diakonie, der Verein „Franka“ für Opfer von Menschenhandel sowie die Organisationen Kasseler Hilfe und Weißer Ring, die sich für Betroffenen und Zeugen von Kriminalität einsetzen.

Was kann man präventiv gegen die Betrugsmasche tun?

Laut der SPD-Landtagsabgeordneten Manuela Strube ist neben akuter Hilfe auch vorbeugende Arbeit sehr wichtig. Neben Aufklärungsarbeit für Betroffene sollte es aber auch Angebote und Informationen für das Umfeld, Eltern und Schulen geben. Angehörige sollen laut Mänz zudem besonders aufmerksam sein und bei Verdacht Hilfe suchen.

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