Windenergie

Sturmtief Sabine sorgt für viel Strom

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Für gute Auslastung bei den Windrädern sorgte Sturmtief Sabine: Die Windräder an der Anlage auf dem Warpel in der Söhre standen still. Grund dafür ist aber ein Kabeldefekt, der mit Sabine nichts zu tun hat. 

Kreis Kassel – Das Sturmtief hat auch im Landkreis Kassel die Windräder ausgelastet. Ein Defekt bei Söhrewald soll in den nächsten Tagen repariert sein. Fragen und Antworten dazu

Neben den Verlierern des Sturmwochenendes – wie Bahnreisende und Pendler – gibt es auch Gewinner: die Stromerzeuger. Eine super Bilanz vom Wochenende hat das Sturmtief den Windparks im Landkreis Kassel beschert. Ingo Pijanka, Pressesprecher der Städtischen Werke Kassel, beantwortet dazu die wichtigsten Fragen:

Wie hat sich der Sturm auf die Stromproduktion der Windräder ausgewirkt?

Die Windräder liefen mit maximaler Auslastung, bestätigt Pijanka auf Anfrage. „Wir haben wunderbar Strom produziert.“ Alle Windräder hätten sich mit Maximalgeschwindigkeit gedreht.

Ist auch mehr Strom produziert worden?

Die Maximalleistung von drei Megawatt pro Stunde gibt es schon bei geringeren Windgeschwindigkeiten, erklärt Pijanka. Insofern lief die Produktion super, nach oben sind aber Grenzen gesetzt.

Bereitet der Sturm den Windrädern auch Probleme?

Wenn der Sturm zu stark wird, schalten manche Windräder ab oder sie werden mit weniger Leistung betrieben. Brenzlig werde die Situation so schnell für die Windräder nicht, so Pijanka. „Der Sturm war nicht so dramatisch wie befürchtet.“ Es sei außerdem vom Hersteller abhängig, ab welcher Windgeschwindigkeit die Räder abschalten beziehungsweise abregeln, also auf weniger Leistung schalten.

Ab welcher Windstärke werden Windräder abgeschaltet?

Die Windräder in Niestetal schalten ab einer Windgeschwindigkeit von 25 Metern pro Sekunde ab, sagt Pijanka, das entspricht 90 Kilometern pro Stunde. Die Windräder im Stiftswald regeln bei derselben Geschwindigkeit erst mal nur ab. Sturm Sabine hatte laut Pijanka eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 22 Metern pro Sekunde, also knapp 80 Stundenkilometer. Zwar gab es Böen, die es auf bis zu 120 km/h schafften. Bis ein Windrad abgeschaltet wird, müssten diese Spitzenwerte aber über zehn Minuten andauern. Die Böen machten den Windrädern ansonsten nichts aus.

Wie oft kommt es vor, dass Windräder abgeschaltet werden müssen?

Abschaltungen wegen zu starkem Wind kommen laut Pijanka sehr selten vor, ebenso selten werde die Grenze kurz vor dem Abschalten erreicht. „Das macht im Ertrag kaum einen Unterschied“, erklärt Pijanka.

Dass wegen zu viel Strom im Netz die Windräder abgeschaltet werden mussten, ist laut Pijanka noch nie vorgekommen. „Wir brauchen den Strom“, sagt der Stadtwerke-Sprecher.

Warum liefen trotzdem die Windräder im Park Söhrewald nicht?

Dass die Windräder bei Söhrewald nicht liefen, habe nichts mit dem Sturm zu tun, sagt Pijanka, sondern mit einem defekten Erdkabel, das die Windräder mit dem Umspannwerk an der Dennhäuser Straße in Kassel verbinde. Von dort aus werde der Strom direkt ins Verteilernetz eingespeist.

Wegen des Fachkräftemangels haben sich die Reparaturen verzögert. Außerdem seien noch andere kleine Defekte gefunden worden. Seit Ende Januar laufen die Windräder nicht. In den kommenden Tagen sollen bereits drei der fünf Windräder wieder laufen, teilt Pijanka mit.

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