SPD-Spitzenkandidat in der Stadthalle

Thorsten Schäfer-Gümbel machte Genossen in Baunatal Mut

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Gab sich kämpferisch: SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel in der Baunataler Stadthalle.

Baunatal. Nach dem SPD-Desaster bei der Bayern-Wahl blicken die Genossen bang nach Hessen. Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel sprach in der Baunataler Stadthalle.

In Bayern ist die SPD keine 24 Stunden vorher bei der Landtagswahl kläglich untergegangen. Als Thorsten Schäfer-Gümbel, der sozialdemokratische Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Hessen, fröhlich winkend den Saal der Baunataler Stadthalle an der Seite seiner Frau Annette betritt, ist von Depression nichts zu spüren.

Die Stadthalle ist übervoll, die Menschen stehen auf und klatschen. „TSG“ lässt in einer kämpferischen Rede später keinen Zweifel daran, dass er bei der Wahl in knapp zwei Wochen voll auf Sieg und eine Aufholjagd setzt: „Bayern ist Bayern und Hessen ist Hessen“, sagt Schäfer-Gümbel unter dem Beifall der SPD-Mitglieder und Sympathisanten. Locker kommt der Kandidat auf der Bühne daher, vom hohen Erwartungsdruck seiner Partei lässt er sich zumindest nichts anmerken.

Vor dem Auftritt Schäfer-Gümbels heizen der Marburger Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies vom Bezirksvorstand der SPD Hessen-Nord und Günter Rudolph, parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion (Edermünde), die Stimmung an: „Wir sind die Nordhessen-Partei“ und „Wir machen den Weg frei“, ruft Rudolph in den Saal.

Baunatals Erste Stadträtin und SPD-Bürgermeisterkandidatin Silke Engler erlaubt sich wegen des Wahlkampfauftritts der AfD in Baunatal einen Stich gegen die Presse: „Ich bin ein bisschen erschrocken, wie viel Platz diese Partei in der Zeitung bekommen hat“, sagt sie. Gegen politischen Extremismus müsse man klare Kante zeigen.

Martina Werner, Europaaabgeordnete und stellv. Bezirksvorsitzende, präsentiert die Landtagskandidaten mit Kurzinterviews auf der Bühne. Mehr von allem sei in Hessen nötig. Mehr Bildung, mehr Lehrer, mehr Polizei, mehr Geld für die Kommunen, mehr Geld für die Gesundheitsversorgung auf dem flachen Land, mehr Mobilität, mehr Zukunft, lautet die Botschaft.

Vor allem mehr Wohnungen für Hessen. Das ist das Thema, bei dem der SPD-Spitzenkandidat in seiner Rede länger verweilt. Der frühere CDU-Ministerpräsident Roland Koch und dessen amtierender Parteifreund Volker Bouffier seien für den dramatischen Schwund von Sozialwohnungen und explodierende Mieten verantwortlich, sagt Schäfer-Gümbel und erzählt dann von einer Begegnung mit einem Niedriglöhner, der seine Familie kaum durchbringen könne. Das Vertrauen in die hessische Politik sei verloren gegangen, „Weil zu viel gelabert und zu wenig gemacht wird“, ruft „TSG“.

Erst am Ende seiner Rede arbeitet sich Schäfer-Gümbel am Koalitionspartner in der schwarz-grünen Landesregierung ab. Die Bündnisgrünen hätten sich in der Koalition „wirklich untergeordnet. Sie haben sich politisch-inhaltlich aufgegeben“, sagt der SPD-Spitzenkandidat. Zum Zustand der Bundes-SPD verliert Thorsten Schäfer-Gümbel kein Wort.

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