Vor dem nächsten Ausflug an den Badesee

DLRG gibt Tipps: So schwimmen Sie sicher durch die Badesaison

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Bei der Saisoneröffnung des Helsaer Schwimmbad: Doris Kühlewind aus Kaufungen.

Flüsse, Badeseen und Freibäder – der Sommer ist da und die Badesaison eröffnet. Doch das birgt auch Gefahren.

Damit Sie sicher durch die warme Jahreszeit schwimmen, gibt Klaus Günther, Vorsitzender des DLRG-Ortsverbands Lohfelden-Fuldabrück, wichtige Tipps und klärt über Gefahren auf.

Gefahren beim Baden in Flüssen und Seen

  • Das Wichtigste vorneweg: „Man muss schwimmen können“, sagt Klaus Günther. Klingt selbstverständlich, aber „es gibt viele Erwachsene, die überhaupt nicht oder ganz schlecht schwimmen können“. Günther, auch Freibadleiter in Lohfelden, schätzt den Anteil auf rund 50 Prozent.
  • Hinzu komme die Selbstüberschätzung der eigenen Kräfte – gerade in offenen Gewässern und vor allem in Verbindung mit Alkohol. „Die meisten Unfälle passieren in unbewachten, offenen Gewässern wie Flüssen oder Seen – vor allem abends oder nachts“, sagt Günther. Vor allem stehende Gewässer gaukelten dabei eine nicht vorhandene Sicherheit vor.
  • Eine weitere Gefahr sei das Wetter: Bei einem Gewitter sollte man sofort aus dem Wasser und sich anschließend weiter weg aufhalten – auf keinen Fall unter einem Baum. Bei starker Hitze empfiehlt Günther, sich vor dem Baden abzukühlen und langsam an die – gerade in fließenden Gewässern – oft niedrigen Temperaturen zu gewöhnen, um einen Kälteschock und dadurch Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krämpfe zu vermeiden.
  • Kommt es zu einem Notfall im Wasser, zählt jede Sekunde. Und viele fragen sich:Wie verhalte ich mich, wenn andere in Gefahr sind? Klaus Günther rät zu einer schnellen Gefahrenanalyse: Stellt das Wasser aufgrund einer starken Strömung oder Ähnlichem eine Gefahr für einen selbst dar, oder kann man nicht so gut schwimmen, sollte man von einem Rettungsversuch absehen. Entscheidet man sich, selbst ins Wasser zu gehen, können schwimmende Gegenstände helfen, die als „Rettungsring“ verwendet werden können.

In jedem Fall sollte man aber einen Notruf absetzen (lassen) beziehungsweise andere Menschen vor Ort auf den Notfall aufmerksam machen und sie in die Rettung integrieren. Wichtig: Laut Gesetz kann von einem Nichtschwimmer nicht verlangt werden, einen Ertrinkenden aus tiefem Wasser zu retten. Sind jedoch nur geringfügige Verletzungen zu befürchten, gilt eine Hilfeleistung im Allgemeinen als zumutbar.

  • Zudem rät die DLRG auf ihrer Homepage, nur an bewachten Stellen schwimmen zu gehen und Warnhinweise zu beachten. Günther: „Baderegeln sind immer und unbedingt zu beachten.“
  • Nie in unbekannte Gewässer springen. Kopfsprünge im Ufer- und Flachwasserbereich können lebensgefährlich sein.
  • Luftmatratzen, Schlauchboote und Gummitiere sind gefährliches Spielzeug, auf dem man leicht abgetrieben werden kann.

Dieses Video ist ein Inhalt der Videoplattform Glomex und wurde nicht von der HNA erstellt.

Tipps zur Sicherheit von Kindern beim Schwimmen

  • Kinder können noch nicht die gesamte Tragweite ihres Handelns überschauen. Sie agieren oft risikoreicher, ahnungsloser und unbekümmerter und benötigen deswegen eine verantwortungsbewusste Erziehungs- beziehungsweise Aufsichtsperson.
  • Weiterhin rät die DLRG, Kinder möglichst früh mit dem Wasser vertraut zu machen. „Kinder können schon ab vier Jahren Schwimmen lernen, sollten aber bereits davor erste Kenntnisse und Fertigkeiten zum sicheren Verhalten am und im Wasser erfahren.“
  • Wer mit seinen Kindern an offene Gewässer geht, sollte diese genau kennen und über Einstiege, Wassertiefe und eventuelle Gefahren Bescheid wissen, sagt Günther. Unabhängig von der Art des Gewässers und ob es eine Badeaufsicht gibt, sollte die Aufmerksamkeit der Eltern voll und ganz dem Kind gewidmet sein. Wenn jemand Wasser schlucke, könne die Person meist nicht mehr um Hilfe rufen, sagt Günther. 

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