Jetzt wieder Physik zum Anfassen

Trakt der IGS Kaufungen nach Brand für knapp eine Million Euro saniert

Unterricht im nagelneuen Raum: Lehrer Thadäus Feiereis mit Schülern im Physiktrakt der IGS Kaufungen.
+
Unterricht im nagelneuen Raum: Lehrer Thadäus Feiereis mit Schülern im Physiktrakt der IGS Kaufungen.

Nach einem Brand im Juli 2019 in der Kaufunger IGS wurde der neue Physik-Trakt eröffnet, der für knapp eine Million Euro saniert wurde. Ein Jugendlicher zündete damals eine Papiertonne an. Das Feuer sprang auf die Gebäudefassade über. Jetzt sind die neuen Räume wieder einsatzbereit.

Kaufungen – Physik, ohne echte Versuche machen zu können – „das ist schon doof“, sagt Physiklehrer Thadäus Feiereis. Seine Schüler stimmen ihm zu: „Wenn man nichts zum Anfassen und Anschauen hat, kann man sich die Sachen nicht so gut merken“, sagen Celine Müller und Fabian Maurer. Doch mit dem eher theoretischen Unterricht ist jetzt Schluss. Der Physiktrakt der Integrierten Gesamtschule (IGS) Kaufungen ist nach einem schweren Brand nun wieder in Schuss.

Jugendlicher zündete Papiertonne an

Im Juli 2019 hatte ein Jugendlicher nachts eine Papiertonne am Physiktrakt in Brand gesetzt. Das Feuer war daraufhin auf die Gebäudefassade übergesprungen. „Die Feuerwehr war zum Glück schnell da, sonst wären womöglich noch größere Teile der Schule zerstört worden“, sagt Vizelandrätin Silke Engler (SPD) als eine Sprecherin für den Landkreis, der Schulträger ist.

Trotz des schnellen Eingreifens machten Hitze und Ruß drei Physikräume mitsamt Räumen, in denen Versuchsgerätschaften lagerten, zunichte. Mobiliar, Inventar, Elektrik, Heizung und der Estrich – alles war hinüber. „Erst mussten wir alles komplett entkernen, dann wie einen Rohbau neu aufbauen“, sagt Volker Deist, der für den Landkreis die Sanierung mit koordiniert hat.

Das alles, gepaart mit dem Boom in der Baubranche und der Tatsache, dass durch Corona nie zwei Firmen zugleich arbeiten konnten, habe das ganze Projekt in die Länge gezogen.

Unterricht in provisorischen Räumen

Eine nicht ganz leichte Zeit für Schüler und Lehrer, die den Physikunterricht provisorisch in anderen Räumen mit sehr beschränktem Material über die Bühne bringen mussten. Doch nun sind die neuen Räume wieder einsatzbereit. „Wir wollten nicht alles so machen wie vorher, sondern moderner und haben das Beste aus der Malaise gemacht“, sagt Silke Engler. Nun könne der Unterricht beispielsweise durch eine interaktive Tafel unterstützt werden. „Damit können wir Versuchsergebnisse zusammentragen und so besser veranschaulichen“, sagt Physiklehrer Feiereis. Auch rund 240 verbrannte Gerätschaften und Unterrichtsmaterialien sind nun fast wieder vollständig beschafft worden.

Rund eine Million Euro hat das Ganze gekostet. Rund 700 000 Euro sind laut Engler in den Wiederaufbau der Räume geflossen, 273 000 Euro in die Ausstattung und die Materialien. „Wir sind heilfroh, dass wir nun wieder Physik in einem voll ausgestatteten Raum machen können“, sagt Feiereis. (Moritz Gorny)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.