Tausende Schüler betroffen

Trinkwasser in zwei Schulen und einigen Wohnhäusern am Brückenhof verunreinigt

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Die Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule und die angrenzende Willy-Brandt-Schule können derzeit das Wasser aus dem Hahn nicht bedenkenlos nutzen, ebenso wenig wie einige Häuser an der Brückenhofstraße. 

An der Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule und der Willy-Brandt-Schule in Kassel ist das Trinkwasser verunreinigt.

Kreis Kassel – Das Problem ist laut der Schulleiter Stefan Hermes und Rainer Büchter schon im September vor den Herbstferien aufgetreten – inzwischen sei auch das Wohngebiet Brückenhof teilweise betroffen.

„Es ist noch nicht viel passiert“, sagt Hermes, Leiter der Lichtenberg-Schule. In den Herbstferien habe es Desinfektionen der Leitungen gegeben, aber das hat wohl nicht geholfen. „Das macht mich ungehalten“, sagt Hermes, und auch Büchter ist verärgert. Beide berichten, dass sie sich anfangs die Informationen selbst einholen mussten. 

Daraufhin seien Schüler und Eltern umgehend informiert worden. Auf der Internetseite der Lichtenberg-Schule veröffentlichte Hermes alle Informationen, die er vom Gesundheitsamt erhalten habe. Das Wasser müsse zum Trinken abgekocht werden, Händewaschen sei unbedenklich, außer bei größeren Wunden.

Büchter berichtet, dass aufgrund des verunreinigten Wassers die Mensa und die Cafeteria nur eingeschränkt betrieben werden könnten. „Augenduschen sind nicht möglich“, sagt er, die aber im Chemieunterricht bei Experimenten zur Verfügung stehen müssen. „Mir reicht es mittlerweile“, sagt Büchter, vor allem, weil das Problem lange bekannt sei.

Karin Müller, Leiterin des Gesundheitsamtes Region Kassel, erklärt die Sachlage so: Vor einigen Wochen sei am Wasserversorgungsnetz der Schulen gebaut worden – vermutlich auch die Ursache für die Verunreinigung, worüber sich jedoch nur spekulieren lasse. Danach habe es bei Trinkwasserproben Hinweise auf eine allgemeine Verunreinigung gegeben, „das bedeutet aber noch keine Gesundheitsgefahr“, sagt Müller. Das Gesundheitsamt habe Spülungen der Leitungen vorgenommen. „Bei der Nachbeprobung gab es keine Auffälligkeiten“, so Müller.

Das Gesundheitsamt habe aber darauf gedrängt, dass auch die Zuleitung geprüft wird – dort gab es dann Hinweise auf fäkale Verunreinigungen, die gesundheitsgefährdend sein könnten. Das war am 17. Oktober. Das Gesundheitsamt hat laut Müller umgehend ein Vorsorgegebot erlassen. Das heißt, die Betroffenen wurden informiert, dass das Trinkwasser abgekocht werden muss.

Betroffen waren laut Müller zunächst die Schulen, bei Proben seien aber auch fäkale Verunreinigungen in der Zuleitung der Häuser an der Brückenhofstraße 70 bis 74 und 76 bis 84 festgestellt worden. Sie gehören Wohnungseigentümergemeinschaften und der GWH. Das sei am Montag, 11. November gewesen. Laut Müller ging eine Information an die Anlagenbetreiber heraus, die wiederum die Bewohner informieren müssten. 

Ein Mieteigentümer berichtet, dass er von der Hausverwaltung informiert wurde, bemängelt aber fehlende Hinweise von Kassel Wasser. „Es gibt keine Verkeimung im Zuständigkeitsbereich von Kassel Wasser“, teilt ein Sprecher des städtischen Eigenbetriebs mit. Wann in den Schulen und Wohnhäusern wieder bedenkenlos Leitungswasser getrunken werden kann, ist noch unklar.

Das sagt der Landkreis: Hydrant soll getauscht werden

In den Leitungen der Lichtenberg-Schule sei die Keimbelastung laut Messungen nur gering, an den zwei Hydranten allerdings groß, so Kreissprecher Harald Kühlborn. Der Landkreis Kassel ist für die Schule zuständig. Ein Hydrant stehe auf dem Schulgelände und soll am Freitag ausgetauscht werden. Zudem soll das Schulnetz laut Kühlborn einen eigenen Zugang zur Wasserversorgung erhalten, das passiere im Laufe den nächsten zwei Wochen. Eltern und Schüler würden darüber noch einmal informiert.

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