Umgestürzter Linienbus im Kreis Kassel 

Erschreckende Bilanz nach Unfallübung: Autofahrer hätten sich strafbar gemacht 

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Unfallort: Keine drei Meter von der Straße entfernt liegt der umgestürzte Linienbus. Etwa zehn Autofahrer fuhren vorbei, bis die Feuerwehr kam. Niemand half oder rief den Notruf. 

Etwa zehn Autofahrer haben eine Unfallübung bei Söhrewald (Kreis Kassel) passiert, ohne Hilfe zu leisten. Die Bilanz ist erschreckend: Kein einziger Notruf ist bei Polizei und Feuerwehr eingegangen. 

Wer bei einem Unglücksfall keine Hilfe leistet, kann dafür ins Gefängnis gehen. „Jeder ist dazu angehalten, im Rahmen seiner Fähigkeiten und Möglichkeiten Opfern Hilfe zukommen zu lassen“, sagt Polizeisprecher Jürgen Wolf.

Jene Autofahrer, die am Samstagmorgen die Unfallstelle auf der Landesstraße zwischen Wellerode und Vollmarshausen passierten, ohne anzuhalten, hätten sich demnach strafbar gemacht. Wenn es ein tatsächlicher Unfall gewesen wäre.

Denn, was am frühen Samstagmorgen nach einem schweren Unfall in Höhe des „Naturfreundehauses“ aussah – ein umgestürzter Linienbus im Straßengraben und ein zertrümmerter Kleinwagen auf einer Wiese – war eine gemeinsame Übung der Feuerwehren aus Söhrewald und Lohfelden.

Nichtsdestotrotz: Dass etwa zehn Autofahrer die angebliche Unfallstelle an diesem Morgen passierten – bevor die Feuerwehren vor Ort waren – ohne anzuhalten und Hilfe zu leisten, ist für Stefan Saftig unverständlich. Schließlich sah alles nach einem schweren Verkehrsunfall aus.

Der stellvertretende Gemeindebrandinspektor der Feuerwehr Söhrewald hatte den Einsatz vorbereitet. „Es ist auch weder bei der Leitstelle der Polizei noch bei der Feuerwehr ein Notruf eingegangen.“ Doch einen Notruf abzusetzen, sei das Mindeste, was man tun könnte und müsste, wenn man einen Unfall beobachte, sagt Saftig.

Erklären kann er sich das Verhalten nicht. „Vielleicht ist es Angst und Unsicherheit, weil man nicht weiß, wie man sich verhalten soll.“ Zu entschuldigen sei es jedoch nicht. „In dieser extremen Form habe ich das auch zum ersten Mal erlebt“, sagt der 43-Jährige. „Es war erschreckend.“

Auch im Internet wird das Verhalten der Autofahrer teils heftig kritisiert. Tenor: Da in der gegebenen Situation noch keine Rettungskräfte vor Ort waren, hätten die Autofahrer halten müssen. Einer fragt: „Wie egoistisch kann man sein?“

Feuerwehrübung mit umgestürztem Linienbus bei Söhrewald

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