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Umbau zum fischfreundlichen Wasserkraftwerk stockt

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Von: Josefin Schröder

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Der Blick auf das Wasserkraftwerk in Wahnhausen: Hier soll der Turbinendurchfluss so gestaltet werden, dass die Fische vom Rechen weggeleitet werden und so ins Unterwasser gelangen können.
Der Blick auf das Wasserkraftwerk in Wahnhausen: Hier soll der Turbinendurchfluss so gestaltet werden, dass die Fische vom Rechen weggeleitet werden und so ins Unterwasser gelangen können. © Sebastian schaffner

Zum Schutz der Fische wird das Wasserkraftwerk bei Wahnhausen aufwendig umgebaut. Nun verzögert ein undichtes Becken die Umrüstungsarbeiten.

Fuldatal – Die meterhohen Kräne auf der Baustelle am Flusswehr der Fulda bei Wahnhausen werden so schnell nicht weichen. Seit November 2021 laufen die Umrüstungsarbeiten des Wasserwerks und werden nach Angaben des Betreibers Statkraft noch einige Zeit in Anspruch nehmen. „Die Bauarbeiten verzögern sich um rund vier Monate“, sagt Judith Tranninger, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit bei Statkraft auf Anfrage. Grund dafür ist eine undichte Baugrube.

Die Baustelle

Motiv für die Umbauarbeiten ist der Naturschutz. Um das Wasserkraftwerk nach EU-Wasserrahmenrichtlinien für Fische, die die Fulda flussabwärts in Richtung Weser ziehen, passierbar zu machen, müssen die Turbinen umgestaltet werden. In der Theorie leitet ein neuer, breiterer und schräg zur Fließrichtung stehender Rechen die Fische zu einem Abstiegskanal an der Turbinenanlage vorbei und in den unteren Lauf der Fulda.

In der Praxis musste für den Einbau des Rechens zunächst das Ufer mit Ankern und einer 30 Meter langen Bohrpfahlwand gesichert werden. Die Wand ist bereits im ersten Bauhalbjahr errichtet worden. Zusätzlich ist die Verlängerung eines Wehrpfeilers nötig. Dazu musste zunächst eine wasserfreie Baugrube rund um den Turbineneingang geschaffen werden. Mit 6,5 Tonnen schweren Stahlspundbohlen im Flussgrund entstand das Becken. Um die anschließenden Stahlbetonarbeiten am Wehrpfeiler im Trockenen erledigen zu können, muss das Becken leer gepumpt werden.

Das Problem

Die Trockenlegung der Baugrube sei im Moment nicht möglich. „Eine Stelle des Spundwandkastens, die an einen der Wehrpfeiler angrenzt, lässt sich nicht vollständig abdichten“, erklärt Judith Tranninger. Das Problem: Bis diese Stelle nicht dicht ist, könne das Wasser nicht abgelassen und mit den Bauarbeiten begonnen werden.

Derzeit arbeite Statkraft mit dem Planungsbüro und in Rücksprache mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt Weser an einer technischen Lösung, damit die Bauarbeiten so schnell wie möglich fortgesetzt werden können, heißt es weiter.

Der aktuelle Stand

„Nach Abschluss der Arbeiten an der Spundwand und dem ersten Versuch, das Wasser aus der Baugrube abzupumpen, wurden 2022 keine signifikanten Arbeiten mehr durchgeführt“, sagt die Statkraft-Sprecherin.

Seit Jahresbeginn würden in Wahnhausen nun als Teil der neuen technischen Lösung die Vorbereitungen für die Abdichtung der Spundwand laufen. Wie die Lösung genau aussieht, bleibt unklar.

Sobald die Baugrube trockengelegt ist, soll der Stahlbetonbau beginnen. Anschließend werde der Rechen und der Treibgutabweiser eingebaut.

Für die Umrüstung investiert der Energiekonzern mit Sitz in Düsseldorf einen Millionenbetrag. Die Baukosten würden durch die Verzögerung steigen. „Eine Angabe dazu möchten wir jedoch erst machen, wenn sich die neue technische Lösung bewährt“, heißt es von Statkraft.

Ursprünglich sollten die Umrüstungsarbeiten bereits im Sommer 2023 abgeschlossen sein. Der Betreiber geht nun davon aus, dass das Kraftwerk zum Jahresende in Betrieb genommen werden kann. (Josefin Schröder)

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