66 Wohnungen entstehen für 16 Millionen Euro

Anlieger kritisieren neue Wohnanlage in Vellmar

Die Baustelle auf dem Geländer der ehemaligen Tennishalle an der Holländischen Straße in Vellmar. Ein Wohnblock steht schon. In der Bildmitte ist die Einfahrt zur Tiefgarage mit 50 Stellplätzen zu sehen, die später begrünt wird.
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Ein Wohnblock steht schon, drei weitere entstehen derzeit. In der Bildmitte ist die Einfahrt zur Tiefgarage mit 50 Stellplätzen zu sehen, die später begrünt wird.

Wo früher eine Tennishalle stand, entstehen derzeit an der Holländischen Straße in Vellmar vier neue Häuser mit insgesamt 66 Wohnungen auf 5300 Quadratmetern - sehr zum Ärger der Anwohner.

Vellmar - Ein letztes Relikt von der Tennishalle in der Holländischen Straße in Vellmar ist noch übrig geblieben: Einsam ragt das Gaststättenschild hinter einem Bauzaun, eingezwängt zwischen Rohren, Leitungen und Baustoffen hervor. Die letzten Bälle flogen schon lange nicht mehr über den Filz, als im Juni 2019 die Bagger kamen, alles platt machten und die Grundlage für eine großzügige Wohnanlage schufen, die derzeit auf dem Gelände entsteht.

Eines der insgesamt vier geplanten dreistöckigen Häuser plus Dachgeschoss steht bereits im Rohbau und lässt erkennen, welche Dimensionen das Gesamtprojekt annimmt. An der Holländischen Straße arbeiten sich derzeit die Bautrupps hoch in den ersten Stock, für die weiteren Häuser sind die Keller bereits betoniert. Insgesamt entstehen hier 66 Wohnungen zwischen 60 und 100 Quadratmeter in drei bis vier Zimmerbauweise – 5300 Quadratmeter Wohnfläche.

„Wir wollen mit der Vermietung bereits Anfang 2021 beginnen. Geplante Fertigstellung soll Mitte des Jahres sein“, berichtet Investor Philipp Heitmann auf Nachfrage. „Es wird zwar barrierefrei gebaut, was aber nicht heißt, dass nur an Senioren vermietet wird – wir wünschen uns auch junge Familien in der Wohnanlage“, betont er. Deshalb ist neben einer Tiefgarage mit 50 Einstellplätzen auch ein Kinderspielplatz geplant. Die Investitionskosten belaufen sich laut Heitmann auf insgesamt 16 Millionen Euro.

Aber nicht alle sind von dem Bauvorhaben begeistert. Die Anlieger gegenüber der Baustelle sehen den Bau kritisch. So wie Monika Thiele, die bereits seit 50 Jahren dort wohnt. „Der Baustil geht gar nicht“, meint sie. „Das ist viel zu hoch. Das passt doch nicht in das Bild. Überall stehen Ein- oder Zweifamilienhäuser, das passt einfach nicht.“

Auch die Begeisterung ihres Nachbarn Christophe Guerry hält sich in Grenzen. „Es wird zu Parkproblemen in der Straße führen“, befürchtet er. „Während der Bauphase ist es ohnehin sehr eng durch die Baufahrzeuge, und Plätze fallen weg.“ Ebenso wie Monika Thielke ärgert ihn aber besonders, dass auch an den Samstagen gearbeitet wird. „Und das ab sieben Uhr morgens. Da steht man senkrecht im Bett, wenn die Maschinen anfangen zu dröhnen“, sagt er verärgert. Aber das wird wohl noch einige Zeit so bleiben.

Einschränkungen befürchtet auch Landwirt Bernd Kunze, dessen Getreidehalle am Ende der Straße Tiefer Weg im Feld liegt. „Die Straße wird sehr eng werden durch die zusätzlichen Autos“, befürchtet er. „Und der Bereich Regenbogenkreuzung wird zusätzlich belastet.“ Während einer Bürgerversammlung vor Baubeginn seien zwar Einwände gegen die Höhe der Häuser und den zusätzlichen Verkehr vorgebracht worden, so Kunze, hätten aber letztlich keine Berücksichtigung gefunden.

Somit bleibt abzuwarten, wie sich die Lage für die neuen Mieter und die Anlieger nach Bauende entwickelt.

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