Ahnatal will Radweg nach Vellmar ausbauen

+
Bisher eine Schotterpiste: Der Radweg von Heckershausen nach Vellmar kurz vor der Hans-Römhild-Straße in Vellmar. Volker Olbrich (von links) und Albert Walch von den Grünen in Ahnatal, Uwe Westphal, Radverkehrsbeauftragter in Ahnatal und Stefan Arend, Radverkehrsbeauftragter des Landkreises Kassel, wollen das ändern. 

Ahnatal. Schotter und kleine Schlaglöcher sind für Radfahrer nicht nur unangenehm, sie können ihnen besonders im Winter auch gefährlich werden. Deshalb empfiehlt der ADFC, Radwege zu asphaltieren.

Denn längst nicht auf allen Radwegen kann fährt man auf Asphalt. Auch nicht auf dem Verbindungsweg zwischen Ahnatal-Heckershausen und Vellmar.

Wer von Heckershausen mit dem Rad in den Kasseler Westen möchte, der kommt dort entlang. „Es ist die einzige Verbindung“, sagt Volker Olbrich, passionierter Radfahrer und ehemaliger Fraktionsvorsitzender der Grünen im Ahnataler Parlament. Doch kurz vor dem neuen Kreisel an der Obervellmarer Straße, wo der Radweg auf die Hans-Römhild-Straße trifft, müssen Radfahrer über eine 400 Meter lange Schotterpiste fahren.

Das soll sich ändern. Im Radverkehrskonzept der Gemeinde Ahnatal, das schon Ende Oktober 2017 in einer Bürgerversammlung vorgestellt wurde (die HNA berichtete), wird eine komplette Asphaltierung der Strecke als sinnvoll empfohlen. „Wir sind derzeit dabei, Angebote einzuholen“, sagt Uwe Westphal, Radverkehrsbeauftragter der Gemeinde. Das Ziel sei, das gesamte Radverkehrskonzept von einem Bauingenieurbüro planen zu lassen.

„Wir wollen es vernünftig machen und vor allem auch bautechnisch richtig“, sagt Westphal. Zum einen gäbe es Vorschriften, die beachtet werden müssten, zum anderen grenzt der Radweg an Äcker. Bei Starkregen würde das Wasser womöglich diese landwirtschaftlichen Flächen fluten, wenn auf dem abschüssigen Weg blind asphaltiert würde. Alles Dinge, die bei der Planung beachtet werden müssten.

Im Investitionsplan der Gemeinde Ahnatal sind für den Radwegebau für die Jahre 2018 bis 2020 jeweils 30 000 Euro eingestellt worden, insgesamt also 90 000 Euro. Finanzielle Unterstützung erhofft sich die Gemeinde zudem über die AGNH (Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität Hessen). Dort sind Zuschüsse von 70 bis 80 Prozent für den Radwegeausbau möglich. „Wir hoffen, zuerst die Kosten für die bautechnische Planung von Hessen Mobil fördern zu lassen, da müssen wir jetzt einen Antrag stellen“, sagt Westphal.

Vor einem Jahr wurde das Verkehrskonzept für eine bessere Radinfrastruktur im Landkreis Kassel veröffentlicht. Bei der Förderstelle der Landesstraßenbaubehörde Hessen Mobil laufen die Förderanträge ein, die dann alle drei Monate die Anträge in Wiesbaden beim Ministerium für Wirtschaft zur Vorlage bringt. „Die Aussichten auf Förderung sind derzeit sehr gut“, sagt Stefan Arend, Radverkehrsbeauftragter des Landkreises Kassel.

Für den Landkreis sei es wichtig, mehr Alternativen für Radfahrer anbieten zu können. „Das Ziel ist, ein durchgängiges Radnetz zu bekommen. Denn je mehr Radfahrer unterwegs sind, desto besser muss die Infrastruktur sein“, erklärt Arend.

Steckbrief mit Vorschlägen

Insgesamt hat die Gemeinde Ahnatal in ihrem Radverkehrskonzept acht Radwege ausgemacht, in deren Infrastruktur investiert werden soll. „Diese decken sich zu 100 Prozent mit dem Radverkehrskonzept, das vom ADFC für den Landkreis Kassel ermittelt wurde“, sagt Stefan Arend, Radverkehrsbeauftragter des Landkreises. „Aber das Konzept des Landkreises geht noch einen Schritt weiter“, erklärt Albert Walch, Mitglied im ADFC und bei den Grünen in Ahnatal. Für Ahnatal habe der ADFC 19 Punkte herausgearbeitet, wo Verbesserungen möglich und nötig wären. Für jede Kommune wurde vom ADFC ein Steckbrief verfasst mit Vorschlägen, was wo am besten umgesetzt werden sollte. Für die 400 Meter lange Strecke zur Hans-Römhild-Straße schlägt der ADFC die „Herstellung einer alltagstauglichen Asphaltdecke in 3,5 Metern Breite“ vor. Und weiter heißt es: „Langfristig könnte eventuell sogar auch über eine Beleuchtung des gesamten Wirtschaftswegs vom Bahnübergang Heckershausen bis zum Straßenknoten L3234 auf der Höhe nachgedacht werden (Strecke etwa 2000 Meter).“ (aea)

Land bietet Fördermöglichkeiten

Vor gut zwei Jahren hat das Land Hessen die Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität Hessen (AGNH) ins Leben gerufen. Ziel ist es, die Nahmobilität in Hessen zu fördern. Nahmobilität heißt: Mobilität über kurze Distanzen als auch in kleinen Netzen (Quartier, Arbeits- oder Einkaufsumfeld). Nahmobilität wird daher in der Regel mit Fuß- und Fahrradverkehr gleichgesetzt. Inzwischen zählt die AGNH über 220 kommunale Mitglieder. Als Schnittstelle zwischen regionaler Radverkehrsentwicklung und dem Verkehrsministerium fungiert die AGNH als Lobby, um vor dem Land Interessen geltend machen zu können. Das ist ein Novum, bislang mussten Kommunen meist selbst für Investitionen ins Radwegenetz aufkommen. Der Landkreis konnte lediglich in kleinem Rahmen Planungskosten übernehmen. Jetzt stehen den Kommunen Fördermöglichkeiten von bis zu 70 Prozent offen. „Wichtig dabei ist, dass auch die Bagatellgrenze ordentlich herabgesetzt wurde“, sagt Uwe Koch Fachdienstleiter für Verkehr und Sport beim Landkreis. Das heißt: Auch kleine Radweg-Projekte sind damit förderfähig geworden. (bon)

Weitere Informationen hierzu gibt Stefan Arend, Radverkehrsbeauftragter des Landkreises Kassel, Außenstelle Hofgeismar, Kasinoweg 22, in 34369 Hofgeismar. Tel. 05671 / 8001 2269. Fax. 05671 / 8001 2180. E-Mail: radverkehr@landkreiskassel.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.