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Prozessauftakt: Sechs Angeklagte müssen sich vor Landgericht Kassel verantworten

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Von: Theresa Novak

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Grausame Tat im Juni 2021: Seit Freitag müssen sich deswegen sechs Angeklagte vor dem Landgericht verantworten. Es sind über 20 Verhandlungstermine angesetzt.
Grausame Tat im Juni 2021: Seit Freitag müssen sich deswegen sechs Angeklagte vor dem Landgericht verantworten. Es sind über 20 Verhandlungstermine angesetzt. © Jan Trieselmann

Am Freitagmorgen begann der Prozess um einen mutmaßlichen versuchten Auftragsmord in Vellmar vor dem Landgericht in Kassel. Sechs Angeklagte stehen vor Gericht.

Vellmar/Kassel – Fast den ganzen Vormittag dauerte es, bis die Staatsanwaltschaft alle Vergehen und Verbrechen rund um den mutmaßlichen versuchten Auftragsmord im Juni vergangenen Jahres in Vellmar vorgetragen hatte. Sechs Angeklagte müssen sich deshalb seit gestern vor dem Landgericht Kassel verantworten. Strippenzieher soll ein 56-Jähriger aus Kassel gewesen sein, der seinen Geschäftspartner, mit dem er eine Firma in Vellmar führte, tot sehen wollte.

Das wahrscheinliche Motiv: Über einen Zeitraum von fast drei Jahren soll der Angeklagte Bargeld von Firmenkonten abgehoben, Lastschriftverfahren in Auftrag gegeben und weitere Zahlungen zum Nachteil des Gesellschaftsvermögens bewirkt haben.

Auf diese Weise soll er über 200 000 Euro veruntreut haben. Wohl um zu verhindern, dass das ans Tageslicht kommt, sollte sein Geschäftspartner sterben. Außerdem hatte dieser den Angeklagten mit 100 000 Euro in seinem Testament bedacht.

Im April 2021 engagierte der 56-jährige Angeklagte eine Truppe Männer, die sich „des Problems annehmen sollten“, heißt es in der Anklage.

Am Tag des ersten Mordversuchs lauerten ein 32-jähriger Mitangeklagter sowie zwei weitere männliche, unbekannte Personen dem Vellmarer in unmittelbarer Nähe seines Zuhauses auf, warteten, bis dieser in sein Auto einstieg und griffen ihn an. Mit einer Eisenstange attackierten sie ihr Opfer, das sich zum Schutz auf den Beifahrersitz fallen ließ und laut um Hilfe schrie. Daraufhin flüchteten die Angreifer.

Der Geschäftsführer wurde dabei schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt und war über einen Monat arbeitsunfähig. Sein Geschäftspartner ließ aber nicht locker und wollte ihn weiterhin umbringen lassen.

Wieder wendete er sich an seine Bekannten, die auch schon bei der ersten Tat Vermittler waren. Sie organisierten die Hilfe eines 24-Jährigen aus Wiesbaden, der den Mord für 7000 Euro ausführen sollte. Der Mann hatte wohl Geldprobleme, weswegen er den Auftrag unbedingt ausführen wollte.

In der Zwischenzeit soll der 56-jährige Angeklagte weitere Vorbereitungen getroffen haben, um aus dem Tod seines Partners noch mehr Profit zu ziehen. Eine gefälschte Unterschrift auf einem Abfindungsvertrag sollte ihm nochmal 200 000 Euro mehr einbringen.

Am Morgen des 25. Juni sollte der Mord dann geschehen: Als der Geschäftsführer seine Firma betrat, attackierte ihn der 24-jährige mutmaßliche Auftragsmörder mit einem Schlagstock und anschließend mit einem Zimmermannshammer. Er soll immer wieder auf den Kopf des Opfers eingeschlagen haben, auch, als es schon am Boden lag.

Als der lebensgefährlich verletzte Mann sich nicht mehr rührte, ließ der Täter von ihm ab und verschwand vom Tatort. Das Opfer schleppte sich mit letzter Kraft zu einem Telefon und wählte den Notruf. Das soll ihm das Leben gerettet haben.

Der Geschädigte hat laut Anklage immer noch mit den Folgen des Angriffs zu kämpfen und soll noch mehrere Operationen vor sich haben. Seine Schädel- und Gesichtsknochen waren gebrochen und er musste in ein künstliches Koma gelegt werden. (Theresa Novak)

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