Stadt schreibt nur Knöllchen

Anwohner sind genervt: Fremdparker sorgen für Ärger in Niedervellmar

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Eine klassische Parksituation, wie sie hier mehrmals täglich vorkommt: Ein silberner Golf parkt direkt gegenüber der Einfahrt, sodass das Ausfahren nicht möglich ist. 

Vellmar. Wer durch den Kirchweg in Niedervellmar fährt, dem bleibt die schwierige Verkehrssituation kaum verborgen: Es ist voll. Überall stehen Autos an der Seite der schmalen Straße.

Und das ärgert auch die Bewohner, denn diese kommen mit ihren Autos teilweise nicht mehr aus ihren Einfahrten heraus, da unmittelbar davor Autos parken.

Dass das bei so schmalen Straßen allerdings nach Paragraf 12, Absatz 3 der Straßenverkehrsordnung verboten ist, scheint die wenigsten Fahrer zu interessieren. „Wir sind hier an sechs bis sieben Tagen die Woche zugeparkt“, erzählt Hauke Rauschenbach, der seit Dezember 2016 im Kirchweg wohnt.

Immer wieder weise er die Falschparker darauf hin, nicht vor seiner Einfahrt zu parken, doch meist kämen nur freche Antworten zurück. „Wir haben es einige Monate einfach still ertragen, aber irgendwann hat es uns gereicht und wir fingen an, Schilder vor unserer Einfahrt anzubringen, um die Menschen etwas für das Thema zu sensibilisieren“, erzählt er. Eine Zeit lang habe er sogar Zettel an die Autoscheiben der Autofahrer gehängt, doch nichts habe sich geändert.

Hier wird deutlich, wieviel Platz beim Ausparken auf die schmale Straße benötigt wird: In diesem Moment parkt ein Auto zwar unmittelbar dahinter, doch es wird klar, dass direkt gegenüber parkende Autos unweigerlich getroffen würden, wenn die Anwohner aus ihre Einfahrt fahren.

Der Grund für die vielen Autos liegt für Rauschenberg auf der Hand, direkt am Anfang der Straße befindet sich eine Kirche, die am Wochenende und in den Sommermonaten durch Hochzeiten, Trauungen und Taufen gut besucht ist. Ein paar Meter weiter befinden sich eine Baustelle, die täglich Lieferungen bekommt, sowie eine Arztpraxis. Zu wenige Parkplätze sind vorhanden, also parken die Autofahrer in ihrer Not am Straßenrand. Da der Kirchweg sehr schmal ist, kommt es zu Schwierigkeiten beim Ausparken. „Erst letzte Woche hat sich meine Schwester vorne das Auto beschädigt, weil sie nicht aus der Einfahrt kam. Dasselbe ist mir letztes Jahr passiert“, sagt Rauschenbach.

„Die Beschwerden beim Ordnungsamt bringen nicht besonders viel“, erzählt er. Das Einzige was die Anwohner tun könnten, sei die Nummernschilder und Autos zu fotografieren und an das Ordnungsamt weiterzuleiten, diese verhängen dann Bußgelder wegen Falschparkens.

Ein Parkverbotsschild aufzustellen, oder eine Sperrfläche zu kennzeichnen, ist laut Ordnungsamt nicht möglich. „Mehr als uns die Kennzeichen der Falschparker zu übermitteln, können wir leider nicht tun, sagt Wolfhard Eidenmüller vom Ordnungsamt der Stadt Vellmar. Der Grundstückseigentümer sei zunächst selbst in der Pflicht, durch bauliche Veränderungen einen besseren Zugang zu seinem Grundstück zu ermöglichen. Das könne zum Beispiel das Entfernen eines Gartenzauns sein, oder die Vergrößerung der Einfahrt.

Für Familie Rauschenbach ist das allerdings keine realisierbare Lösung, denn sie haben das ihr Haus nur gemietet. „Unser nächster Schritt wird sein, zusammen mit den Nachbarn eine Petition an die Gemeinde Vellmar zu stellen. Vielleicht wird ja dann irgendwann eine Lösung gefunden“, sagt Rauschenbach abschließend.

Von Louisa Friedrich

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