Er hat schon am Casting zu Ninja Warrior teilgenommen

Auch ein Herzinfarkt stoppte ihn nicht: Vellmarer liebt Extrem-Hindernisläufe

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Halten Trainer Fred Sippel hoch: Birgit Arndt-Rinke (von links), Sandra Jäschke, Tanja Stuhl, Petra Kessler und Tamara Neumann, die den LG Vellmar Mud Buddies oder den Fieldchicken Runners angehören.

Fred Sippel ist Extrem-Hindernisläufer aus Leidenschaft. Auch ein Herzinfarkt konnte ihn nicht stoppen - im Gegenteil. Sein nächster Wettkampf steht bereits an.

Regen, Kälte und 24 Kilometer mit vielen Hindernissen vor sich: An seinen ersten Lauf erinnert sich Fred Sippel noch gut. Vor allem an den See mit dem kalten Wasser durch den der 55-Jährige schwimmen musste. „Das war heftig, das vergisst man nicht“, sagt Sippel. „Es war aber wie ein Virus, fortan war ich infiziert.“ Und diesen Virus hat er bereits zehn Jahre.

Schon 60 Hindernisläufe absolviert

Fred Sippel ist Extrem-Hindernisläufer. Er klettert über hohe Wände oder robbt sich durch den Schlamm. So auch Anfang Mai, als der Vellmarer seinen zehnten Strongmanrun, ein Hindernislauf, am Nürburgring absolviert. Er belegt in seiner Altersklasse den zweiten Platz. In der Laufserie, mit der alles vor zehn Jahren angefangen hat. Mittlerweile hat Sippel über 60 Hindernisläufe absolviert, davon viele in der Region.

Wenn er über seine Sportart redet, spricht Sippel gern von einem Training für den ganzen Körper. Das die Griffkraft, Koordination sowie Balance fördert. Und den Ehrgeiz, die Willenskraft und das Durchhaltevermögen stärkt. „Das sind Dinge, die im normalen Leben hilfreich sind“, meint Sippel.

Drei Bypässe nach Herzinfarkt

Der 55-Jährige weiß, wovon er redet. Vor zwei Jahren hat Sippel einen Herzinfarkt erlitten. Dieses Mal ist es kein sportliches Hindernis, das er überwinden muss. „Die Ärzte haben gesagt, dass der Sport mein Leben gerettet hat, weil mein Körper konditionell gut aufgestellt ist“, sagt Sippel. Er wird operiert, bekommt drei Bypässe und verlässt nach einer Woche das Krankenhaus. Ein halbes Jahr später nimmt er wieder am Silvesterlauf in Kaufungen teil.

Draußen fühlt sich Sippel ohnehin am wohlsten. Sein Chef habe mal zu ihm gesagt, dass er eine „Straßenköter-Mentalität“ besitze. „Ich nehme das als Kompliment“, sagt Sippel. Er arbeitet im Außendienst, geht dreimal am Tag mit seinen Hunden spazieren und trägt seit rund 20 Jahren die HNA aus. Und dann ist da ja noch der Sport. Lange betreibt Sippel Kampfsport, dann nimmt er an Läufen teil – seit 2009 mit Hindernissen.

Teilnahme an Casting zu Ninja Warrior

Sippel ist auch Trainer der LG Vellmar Mud Buddies und der Fieldchicken Runners in Fuldabrück. Trainiert wird unter anderem auf Spielplätzen und einmal pro Monat in einem Outdoor-Fitness-Park in Trendelburg. Die Teilnehmer? Fast nur Frauen. „Die sind tougher“, sagt Sippel, der auch an einem Casting zur RTL-Sendung „Ninja Warrior“ teilgenommen hat.

„So lange es geht, mache ich weiter“

Auch den nächsten Wettkampf hat Sippel bereits im Blick. Er nimmt am 23. Juni am Dirty Church Run in Malsfeld teil. Wegen seines Herzinfarktes kann er „kein Vollgas mehr geben“, sagt Sippel. Wie ein Porsche, der sich an das Tempolimit halten müsste. Auch dürfte er nicht mehr zu lange in kaltes Wasser. Er denkt aber nicht ans Aufhören. „So lange es geht, mache ich weiter“, sagt Sippel. Sein nächstes Ziel: ein Hindernislauf mit einem seiner Hunde.

Service: Interessierte können sich über die gleichnamige Facebook-Gruppe an die LG Vellmar Mud Buddies wenden.

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