Ordnungsamt kontrolliert die Einhaltung der Regeln während der Pandemie

Auf Corona-Streife in Vellmar

Das Bild zeigt Thorsten Vogler (links) und seinen Kollege Thomas Raffler vor einem Fahrzeug des Ordnungsamts Vellmar.
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Sorgen dafür, dass die Coronaregeln in Vellmar eingehalten werden: Thorsten Vogler (links) und sein Kollege Thomas Raffler vom Ordnungsamt.

Sie sorgen für Recht und Ordnung – auch und besonders während der Coronakrise. Thorsten Vogler und Thomas Raffler arbeiten für das Ordnungsamt Vellmar, kontrollieren für die Stadt die Einhaltung der Coronaregeln.

Vellmar - Freitagnachmittag, kurz nach 16 Uhr. Für Vogler und Raffler beginnt die Schicht. Fast sechs Stunden Corona-Dienst liegt vor ihnen. „Das machen wir drei-, viermal die Woche. In Vellmar kontrollieren sechs Mann in drei Streifen“, erklärt Raffler.

Erster Halt an diesem Nachmittag: der Herkules-Markt. Die beiden parken ihren Wagen vor dem Haupteingang, schlendern anschließend durch die Einkaufspassage. „Wir achten darauf, dass hier jeder einen Mund-Nasen-Schutz trägt und dass Abstände eingehalten werden. Zudem schauen wir, wie viele Kunden sich in den Geschäften aufhalten. Sind es für die Ladenfläche zu viele, weisen wir das Personal freundlich darauf hin“, sagt Raffler.

Die Blicke der beiden Kontrolleure wandern ständig umher, ihnen entgeht fast nichts. Zunächst machen sie einen Schnellimbiss-Verkäufer auf das richtige Tragen seines Mund-Nasen-Schutzes aufmerksam. „Der kennt uns schon“, sagt Vogler. Wenige Minuten später streckt Raffler den Zeigefinger in Richtung eines jungen Mannes. „Maske bitte auch über die Nase“, fordert er klar und bestimmt. „Jawohl“, entgegnet der Passant in einem harschen Ton, ehe er mit seiner hellgrünen Maske auch die Nase bedeckt.

Ob sie ihren Job gerne machen? Ob sie andere gerne ermahnen? „Ich denke, wir belehren immer ganz freundlich und wir machen das gut und gerne“, sagt Raffler, „aber natürlich können wir auch mal unbequem werden.“ Allerdings sei der Großteil der Leute sehr zufrieden, dass überhaupt kontrolliert werde. „Es ist sehr wichtig, dass wir Präsenz zeigen“, sagt Vogler und Raffler ergänzt: „Natürlich ist da auch mal jemand dabei, der sauer ist, der Corona leugnet, aber da muss man darüberstehen.“

Nach ein paar Gesprächen mit weiteren Verkäufern geht es zurück ans Auto. „Na siehst du, Raffi. War doch alles in Ordnung“, sagt Vogler und grinst seinen Kollegen an. Im Auto gibt’s erst mal ein Kirschbonbon, auch Schokoriegel liegen parat. „Wir wissen ja nie so ganz, wie lang wir unterwegs sind, wo wir hinfahren. Das entscheiden wir zum einen nach Beschwerdelage, aber auch nach Bauchgefühl. Mit der Zeit wissen wir sehr genau, wo Verstöße begangen werden“, erzählen die beiden.

Nächster Halt ist der Kunstrasenplatz. Mehrere Jugendliche spielen dort gemeinsam Fußball, obwohl das Eingangstor verschlossen und den Zugang zum Platz versperrt ist. Vogler klettert über den Zaun, geht auf die Jugendlichen zu. Die rennen weg, lassen Ball, Kleidung und Handy jedoch in der Eile auf dem Platz liegen. Vogler sammelt die Gegenstände ein, läuft dann zurück zu seinem Kollegen. „Man kann die Jugendlichen schon verstehen, das tut uns auch leid. Am Wochenende sehen sie die Profis im Fernsehen spielen und selbst dürfen sie sich nur maximal zu zweit den Ball zukicken“, sagt Raffler und verweist auf die geltenden Regeln.

Zwei der Jugendlichen kommen anschließend zurück, wollen ihre Gegenstände wiederhaben. Die Kontrolleure geben sie aus, müssen dann noch Personalien aufnehmen. Eine Strafe erwartet die Jugendlichen nicht. „Ich bin über den Zaun geklettert, du machst den Papierkram“, ruft Vogler seinem Kollegen zu und lacht.

Vogler und Raffler nehmen ihren Job sehr ernst, sind aber dennoch mit viel Spaß bei der Arbeit. Anschließend geht es noch zum Rathausplatz, beide schauen sich im Ahnepark, in Supermärkten und Gaststätten um. „Wenn wir nicht kontrollieren, kontrolliert niemand. Anders geht es nicht“, sagt Vogler.

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