Stadtverwaltung zieht bald ein

Bald wieder Leben im Rathaus Vellmar: Sanierung soll bis September abgeschlossen werden

Die Arbeiten gehen voran: Unser Bild zeigt den Haupteingang des Vellmarer Rathauses.
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Die Arbeiten gehen voran: Unser Bild zeigt den Haupteingang des Vellmarer Rathauses.

Im September ist es soweit: Nach 39 Monaten Bauzeit zieht die Vellmarer Stadtverwaltung vom Festplatz zurück auf den Rathausplatz.

Vellmar - Doch bis dahin müssen noch einige Arbeiten auf der Großbaustelle beendet werden. Wer in diesen Tagen durch das Rathaus läuft, kann sich kaum vorstellen, dass bereits in wenigen Wochen alle Räume voll umfänglich hergerichtet sein werden. Immerhin haben die Arbeiten an dem Gebäude 15 Monate länger gedauert, als geplant.

Aktuell werden die Böden auf sechs Etagen verlegt. Die Arbeiten hatten sich verzögert, weil es Probleme mit dem Estrich gab. „Der war in den Fahrstuhl gelaufen“, berichtet Bürgermeister Manfred Ludewig. Für Verzögerungen auf der Baustelle hatte aber vor allem die Schadstoffsanierung zu Baubeginn im Jahr 2017 gesorgt. Denn erst während die Entkernung bereits im vollen Gang war, stellte sich heraus, wie massiv die Belastung tatsächlich ist. Klebstoff in allen Teppichschichten und unter den Fliesen stellten die Arbeiter vor große Herausforderungen. Dann folgte eine frostbedingte Winterpause, sodass die Schadstoffsanierung erst im Frühjahr 2018 abgeschlossen werden konnte.

Laut ursprünglichem Zeitplan sollte das Rathaus bereits ein Jahr später bezugsfertig sein. Nun ist der Umzug für den 17. bis 19. September geplant. Die Möbel sollen Ende August geliefert werden. Dienstbeginn ist laut Ludewig am 21. September.

Wer das alte Rathaus noch kennt, wird erstaunt sein, wie hell und lichtdurchflutet das fast 50 Jahre alte Gebäude heute ist. Dafür sorgt nicht zuletzt die Brüstung, die nur noch halb so hoch ist. Auch in den Fluren besticht das Rathaus durch viel Glas, weiße Wände, Aluminium und Fjordeichenfurnier. Im künftigen Bürgerservice mit Glastrennwand im Erdgeschoss befindet sich neben drei Büros und der Poststelle auch das neue Wahlbüro. „Ab 21. September ist dort auch die Briefwahl möglich“, sagt Ludewig, der für eine zweite Amtszeit im Chefsessel des Rathauses – ein Stockwerk höher – sitzen möchte.

Dort befindet sich auch der neue große Sitzungssaal. „Im Boden sind Hörschleifen verlegt“, erklärt Emir Alickovic vom Fachbereich Stadtentwicklung und Umwelt. Dadurch soll sich die Akustik für Hörgeschädigte verbessern. Zum Thema Barrierefreiheit hat man sich vom VdK beraten lassen. Das neue Rathaus wird auch über eine Wegeführung für Blinde in Form eines taktilen Systems verfügen.

Bis die Rathaussanierung im Dezember 2015 beschlossen wurde, gab es ein zähes Ringen. Bereits vor neun Jahren gab es Pläne, die Sanierung mithilfe eines privaten Investors zu finanzieren. Ein Bürgerentscheid, initiiert von CDU, Grünen und FDP, hatte den Stadtverordnetenbeschluss vom Sommer 2011 gekippt. Die Rathaussanierung war viele Jahre ein Politikum. Während die SPD die Sanierung forcierte, stimmten CDU und Grüne dagegen. Im Parlament kam es immer wieder zu Diskussionen. Aufgrund der Mehrheitsverhältnisse im Stadtparlament gelang es den Sozialdemokraten schließlich, den Beschluss durchzuboxen.

Seinerzeit rechnete die Stadt mit etwa 11,2 Millionen Euro. Bereits mit Baubeginn im September 2017 wurde nachjustiert. Der Kostenvoranschlag belief sich da bereits auf 13,6 Millionen Euro. Laut Ludewig wird die Sanierung rund 17,6 Millionen Euro kosten . Weil es Zuschüsse in Höhe von 2,1 Millionen Euro gebe, werde das neue Rathaus wohl unterm Strich 15,5 Millionen Euro teuer. Für die Kostenexplosion sollen neben der Schadstoffsanierung (700.000 Euro) auch die gestiegenen Baukosten verantwortlich sein. Allein die Fassade hat 2,2 Millionen Euro gekostet, das Dach 730.000 Euro (geplant waren 300.000 Euro) und die Container für die Interimsstätte etwa 1,45 Millionen Euro.

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