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Nach Geldautomatensprengung in Vellmar: Bankfiliale soll im Sommer wieder hergestellt sein

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Von: Sebastian Schaffner

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So sah es am Morgen danach aus: Die Explosion zerstörte vor einem Jahr den Geldautomat und Teile der Volksbank-Filiale in Vellmar. Wenige Wochen später eröffnete die Bank dort ein Provisorium, damit Kunden ihren Bankgeschäfte nachgehen können. Mitte des Jahres soll die Filiale wieder komplett hergestellt sein.
So sah es am Morgen danach aus: Die Explosion zerstörte vor einem Jahr den Geldautomat und Teile der Volksbank-Filiale in Vellmar. Wenige Wochen später eröffnete die Bank dort ein Provisorium, damit Kunden ihren Bankgeschäfte nachgehen können. Mitte des Jahres soll die Filiale wieder komplett hergestellt sein. © Theresa Novak/Archiv

Die bei einer Geldautomatensprengung zerstörte Bankfiliale in Vellmar soll Mitte des Jahres wieder hergestellt sein. Die Täter wurden noch nicht geschnappt.

Vellmar – Die bei einer Geldautomatensprengung Anfang 2022 zerstörte Volksbank-Filiale in Vellmar soll voraussichtlich Mitte des Jahres wieder vollständig hergestellt sein. Davon geht die Volksbank Kassel-Göttingen aus, wie Unternehmenssprecher Peter Mühlhaus auf HNA-Nachfrage mitteilt.

Bankräuber hatten den Geldautomaten in der Holländischen Straße vor ziemlich genau einem Jahr, in der Nacht auf den 13. Januar, in die Luft gesprengt. Dabei wurde auch der Vorraum der Bank zerstört. Insgesamt spricht die Volksbank von einem Schaden im niedrigen einstelligen Millionenbereich. Wie viel Geld die Täter erbeuteten, darüber macht die Bank keine Angaben.

Die Gründe, warum der Wiederaufbau schon ein Jahr andauert, seien vielfältig: Neue Geldautomaten könnten nicht so einfach beschafft werden und bräuchten eine gewisse Vorlaufzeit, sagt Mühlhaus.

Lieferschwierigkeiten bei Material: Provisorium seit Anfang März

Zudem verweist er auf Lieferschwierigkeiten in der Baubranche. „Bei der vergleichsweise schnellen, provisorischen Wiedereröffnung nach wenigen Wochen waren wir unseren regionalen Handwerksbetrieben sehr dankbar, die uns schnell und unbürokratisch zur Seite gestanden haben.“

Seit Anfang März können Kunden in einem Provisorium innerhalb der Bank wieder Geld und Kontoauszüge abholen sowie ihre Schließfächer nutzen. Auch Beratungen sind nach vorheriger Terminvereinbarung möglich.

Auf die Frage, welche Lehren die Bank aus der Sprengung zieht, teilt Peter Mühlhaus lediglich mit, dass die Volksbank über ein Sicherheitskonzept verfüge, „dass aufgrund unserer Erfahrungen mit Automatensprengungen angepasst und verschärft wurde.“

Geldautomatensprengung in Vellmar: Täter sind auf freiem Fuß

Die Täter sind weiterhin auf freiem Fuß. „Die Ermittlungen laufen noch“, bestätigt Georg Ungefuk, Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt. Dort werden für Hessen die Ermittlungen gegen die zumeist professionell agierenden Täter gebündelt.

Die Täter der oftmals aufsehenerregenden Geldautomatensprengungen werden meist niederländischen Banden und damit der Organisierten Kriminalität zugerechnet. Gerade wenn die Bankräuber aus dem Ausland stammen, seien Ermittlungen zuweilen komplex, sagt Ungefuk.

Laut dem Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft sind im vergangenen Jahr hessenweit 42 Geldautomaten gesprengt worden. Zwölf Beschuldigte sind rechtskräftig verurteilt, sechs sind angeklagt und in erster Instanz verurteilt worden. Zwei Verdächtige sind angeklagt und warten bislang auf eine Verhandlung, sieben sitzen dagegen aktuell noch in U-Haft. (Sebastian Schaffner)

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