Bis Ende August 2019 steht das Konzept

Baugebiet Nord: Grünes Licht für 200 neue Grundstücke in Vellmar

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Zurzeit noch Ackerland und Grünfläche, doch bald wird am Hainbachweg nördlich von Frommershausen ein neues Wohngebiet mit über 250 Wohneinheiten entstehen.

Es ist eines der größten Neubaugebiete im Speckgürtel von Kassel in den kommenden Jahren – das Baugebiet Vellmar-Nord. Jetzt gab es grünes Licht für die Erschließung des fast 16 Hektar großen Wohnquartiers, in dem über 250 Wohneinheiten geplant sind.

Die Mitglieder der Verbandsversammlung des Zweckverbands Raum Kassel (ZRK) stimmten – nachdem die Entscheidung im März dort noch auf Eis gelegt worden war – mehrheitlich dafür, den Flächennutzungsplan zu ändern. „Für uns ist die Entscheidung ein Zeichen dafür, dass wir in der richtigen Richtung unterwegs sind“, sagt ZRK-Verbandsdirektor Kai Georg Bachmann.

Eigentlich sollte vor drei Monaten schon über die Änderung abgestimmt werden. Damals wurde jedoch auf Antrag der Grünen-Fraktion der endgültige Beschluss zur Änderung des Flächennutzungsplans von der Tagesordnung genommen, weil ihnen entscheidende Punkte in Bezug auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz gefehlt hatten. Die Grünen forderten eine verbindliche festgeschriebene Klimaschutzvereinbarung in dem Beschluss.

Der Zweckverband und die Stadt Vellmar mussten also nacharbeiten. Seit März wurde nun am „Integrierten Energie- und Quartierskonzept für das Neubaugebiet Vellmar-Nord“ gearbeitet, das bis Ende August 2019 abgeschlossen werden soll.

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Die Eckpunkte aus dem erarbeiteten Papier sollen jetzt Teil des Bauleitplans werden. Konkret soll zum Beispiel das Quartier in die regionale Energieversorgung eingebunden werden. „Durch den Einsatz von Quartiersspeichern soll der regional erzeugte Strom aus regenerativen Energiequellen (vorrangig Windstrom aus Nordhessen) die im Quartier erzeugte elektrische Energiemenge (vorrangig durch Fotovoltaik) bedarfsabhängig puffern und ergänzen.“ Zudem sollen sich die zukünftigen Gebäude unter anderem durch langfristig niedrige Energiekosten auszeichnen und sollen im Passivhaus-Standard KfW40plus gebaut werden.

Grünen-Fraktionsvorsitzende Joana Al Samarraie

Den Grünen ging das dennoch nicht weit genug. Zwar sei es positiv, dass den Themen Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Klimaanpassung durch das integrierte Energie- und Quartierskonzept endlich Beachtung geschenkt würde. „Trotzdem findet sich in dem Vorentwurf der B-Planung noch immer nicht genügend verbindliche Festsetzung, die uns dazu bewegen würde, der Änderung zuzustimmen“, sagte die Vorsitzende der Grünen-Fraktion, Joana Al-Samarraie.

Der Zweckverband sei regelmäßig bei Treffen aller Akteure dabei und die Vorgaben des Konzepts würden jetzt schon in die Bauleitplanung eingearbeitet, erklärt hingegen Bachmann. „Uns war es auch wichtig, die Energieversorger früh mit in das Konzept einzubeziehen, um sicher zu gehen, dass es auch von den regionalen Playern umsetzbar ist.“ Zudem hingen Fördergelder an der Umsetzung des Konzepts.

Wichtig sei vor allem, dass die Umsetzung und Einhaltung der gesteckten Ziele im städtebaulichen Vertrag, der zwischen der Stadt Vellmar und den jeweiligen Käufern der Grundstücke aufgesetzt wird, festgelegt würde. Mit dem Konzept für das Baugebiet Vellmar-Nord würden auch Standards für die Zukunft gesetzt, betont Bachmann. „Die Erfahrungen, die wir in Vellmar-Nord machen, werden auch in das neue Siedlungsrahmenkonzept einfließen.“

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