Corona in Stadt und Landkreis Kassel

Bereits mehr als 50 Mal im Einsatz - Vellmarer Nachbarschaftshilfe kommt gut an

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Bieten Hilfe für Ältere und Personen, die zur Risikogruppe gehören, an: Lea Schuhmann (20) und Daniel Kleine-Kraneburg (22), Initiatoren der Nachbarschaftshilfe in Vellmar, vor dem Tegut-Markt in der Innenstadt. 

Seit drei Wochen gibt es die Nachbarschaftshilfe in Vellmar – für alle, die in Zeiten von Corona zur Risikogruppe zählen und bestimmte Wege nicht selbst erledigen können oder wollen.

Daniel Kleine-Kraneburg hatte die Idee gemeinsam mit Freunden – und inzwischen läuft es richtig gut: Rund 100 Helfer hat er dank einer Facebook-Gruppe gefunden – mehr als 50 Aufträge wurden erledigt. „Die meisten in den letzten Tagen“, erzählt er, da habe es noch einmal einen deutlichen Anstieg gegeben.

Der 22-Jährige hat die Hilfe über Whatsapp-Gruppen organisiert – je nach Stadtteil und Viertel. „Wir haben auch schon an der Stadtgrenze zu Harleshausen und Personen in Mönchehof und Ahnatal geholfen.“ Die Hilfe stehe in engem Austausch mit den Supermärkten in Vellmar, um gewappnet zu sein, falls eine Ausgangssperre verhängt wird. „Einkaufshilfen bilden den größten Anteil.“ Aber auch Apothekengänge habe es schon gegeben. Hunde ausführen, wird wahrscheinlich erst nötig, wenn jemand in Quarantäne ist und selbst nicht hinaus darf, vermutet Kleine-Kraneburg. Er und viele Helfer hätten fast ganz Vellmar mit Flyern in den Briefkästen versorgt. Manche hätten dafür ihre Drucker zur Verfügung gestellt, auch Möbel Bolte habe beim Drucken geholfen – so seien schnell die ersten Aufträge hereingekommen. „Die Leute sind super dankbar.“

Eigentlich würde der Vellmarer gerade ein Praktikum im Deutschen Bundestag in Berlin absolvieren – als dort alle ins Homeoffice geschickt wurden, war für ihn klar, dass die Aufgaben des Praktikanten wegfallen. Auch der Unibetrieb in Passau wurde bis mindestens 19. April eingestellt, wo Kleine-Kraneburg Staatswissenschaften studiert. Deshalb entschied er sich, in seine Heimat zurückzufahren, um zu helfen.

Er selbst war noch nicht einkaufen, erzählt er: „Ich koordiniere viel, verteile Aufgaben – das macht Spaß, ich habe viel zu tun.“ Die Hilfesuchenden rufen ihn an. Er notiert die Informationen und die Einkaufsliste, vorausgesetzt, sie ist nicht zu lang – dann wird die Liste abgeholt oder zugeschickt. Er fragt in der Whatsapp-Gruppe nach, wer den Einkauf erledigen kann – nur unter Nennung des Straßennamens, ohne sensible Daten wie Name und Hausnummmer zu übermitteln. 

Meist findet sich schnell ein Helfer, der den Einkauf in ein bis zwei Tagen erledigt. Die Waren werden in einer Tüte vor die Tür gelegt, der Helfer nimmt drei Meter Abstand und die Person kann prüfen, ob alles stimmt. Dann legt sie das Geld in einem Umschlag vor die Tür und der Helfer nimmt es mit beziehungsweise wechselt es. Sollte jemand kein Bargeld zu Hause haben, könne eine Lösung gefunden werden.

Außerdem versucht er eine Eins-zu-eins-Betreuung zu organisieren, sodass ein Hilfesuchender immer mit demselben Helfer zu tun hat. Derzeit suche man Menschen, die Behelfsmasken nähen können – „wir möchten signalisieren, dass wir uns um Sicherheit bemühen.“ Eine Helferin habe bereits 20 Masken genäht, aber man sei für jede weitere dankbar. Sollten mehr als genug zusammengekommen sein, kann Kleine-Kraneburg sich vorstellen, diese ins Rathaus zu bringen, um sie so beispielsweise Pflegekräften und Ärzten zur Verfügung zu stellen.

Kontakt: Die Gruppe „Nachbarschaftshilfe Vellmar“ ist bei Facebook zu finden. Infos auch bei Daniel Kleine-Kraneburg unter Tel. 01578/8026779, E-Mail: nachbarschaft-vellmar@gmx.de

Von Lara Thiele

Die neuesten Entwicklungen zu Corona in Stadt und Landkreis Kassel gibt es im News-Ticker.

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