Er vermisst sein Hobby

Vellmars U17-Kapitän Fabio Sommer: „Der Fußball fehlt zum Kopf frei bekommen“

Fabio Sommer, Kapitän der U17 des OSC Vellmar, hofft bald wieder mit dem Ball loslegen zu können.
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Fabio Sommer, Kapitän der U17 des OSC Vellmar, hofft bald wieder mit dem Ball loslegen zu können.

Fußballer Fabio Sommer spricht als Kapitän stellvertretend für die in der Verbandsliga noch ungeschlagene U17 des OSC Vellmar über die Auswirkungen von Corona auf die Saison.

Vellmar/Hofgeismar – Der Nachwuchs leidet besonders unter Corona. Deshalb fragen wir in loser Reihenfolge bei jungen Sportlern nach, wie das Virus Leben, Sport und Freizeit verändert hat.

Diesmal: Fabio Sommer, U17-Kapitän beim OSC Vellmar.

Ihr habt im September und Oktober 13 von 15 möglich Punkten geholt, seid Zweiter. Fällt das Zwischenfazit in sportlicher Sicht ausschließlich positiv aus?
Klar kann man immer Kleinigkeiten verbessern, aber im Großen und Ganzen sind wir sehr zufrieden mit den bisher erzielten Ergebnissen. Bei dem 3:3 in Fulda haben wir viele Chancen liegen gelassen, waren aber vor allem selbst hinten anfällig. Ansonsten haben wir gut gepunktet.
Wie haben du und deine Mannschaft es empfunden, als zum 1. November wegen der Corona-Pandemie erneut der Spiel- und Trainingsbetrieb eingestellt worden ist?
Natürlich ist das für jeden, der Fußball spielt, keine schöne Situation. Jeder möchte weiterspielen, jeder möchte auf dem Platz stehen. Wir sind auch in einem Flow unterbrochen worden.
Kann man bei einer dieser Unterbrechung und der Ungewissheit, ob im März weitergespielt werden kann, die Spannung hochhalten?
Wir haben für relativ lange Zeit keine Fußball-Situationen, in denen man schnell Entscheidungen treffen muss. Wir sind alle komplett raus und müssen dann wieder komplett neu reinkommen, fast wieder bei Null anfangen. Das wird beim Wiederbeginn eher wie der Start in eine neue Saison sein. Auf der anderen Seite hätte unsere Winterpause auch regulär fast drei Monate gedauert.
Versucht ihr jetzt in Corona-Pause trotzdem noch individuell fit und am Ball zu bleiben?
Das ist im Winter schwierig. Wenn man da lange Schule hat und erst am späten Nachmittag nach Hause kommt, ist es draußen schon dunkel. Dann kann man vielleicht mal ein Workout machen, aber joggen geht dann eigentlich fast nicht mehr. Ich persönlich fokussiere mich gerade mehr auf die Schule.
Wäre es aus Jugendfußballer-Sicht dann besser gewesen, die Saison zu beenden?
Nein, das nicht. Die Saison zu beenden – das wäre noch schlimmer gewesen. Wir wollen schon gern die Saison noch zu Ende führen. Gerade wir, die wir einen guten Start hatten. Daran würden wir gern anknüpfen, oben weiter mitspielen und um die Meisterschaft kämpfen. Das ist unser großes Ziel.
Auch weil Spitzenreiter Wieseck II wohl nicht aufsteigen darf, habt ihr gute Chancen auf den Hessenliga-Aufstieg. Visiert ihr das an?
Ja, wir sind eine gute Truppe. Wenn wir an die Leistung der ersten fünf Spiele anknüpfen können, ist der Aufstieg drin.
Was sind die größten Stärken deiner Mannschaft?
Das ist auf jeden Fall unsere Defensive. Wir lassen wenig zu, stehen sehr kompakt. Uns zeichnet aber auch eine große Breite im Team aus. Wir sind alle 19 relativ auf einem Niveau. Zudem sind wir wie in Vorjahren bei Standards torgefährlich, bringen die Bälle gut vor das Tor, wo dann einige groß gewachsene Spieler warten. Miguel Wiesner ist zum Beispiel fast zwei Meter groß.
Dein Trainer Patrick Pfalzgraf hat gesagt, dass die Corona-Maßnahmen besonders für Jugendliche immense Einschnitte bedeuten. Siehst du das auch so?
Ja. Wir spielen aus Leidenschaft Fußball, aus Spaß am Sport. Dass das jetzt nicht geht, ist sehr schade. Es fehlt dadurch auch ein Ausgleich im Alltag – zum Kopf frei bekommen. Da fehlt auf jeden Fall etwas.
Fabio Sommer, Kapitän der U17 des OSC Vellmar, jongliert den Ball mit dem Kopf.

Zur Person

Fabio Sommer (16) ist Kapitän bei der U17 des OSC Vellmar. Mit vier Jahren begann er das Fußballspielen bei der TSG Hofgeismar, ehe er 2013 zum OSC wechselte. Der Mittelfeldspieler besucht die elfte Klasse der Elisabeth-Knipping-Schule in Kassel, wo er das Abitur anstrebt. Fabio Sommer spielt in seiner Freizeit gern am Computer. Er wohnt mit seinen Eltern, seiner Zwillingsschwester Aaliyah und seinen zwei kleineren Brüdern (elf, sieben) in Hofgeismar.

Von Sebastian A. Reichert

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