1. Startseite
  2. Lokales
  3. Kreis Kassel
  4. Vellmar

Erster Biber im Ahnepark in Vellmar – Zaun soll Schutz für den Nager bieten

Erstellt:

Von: Sebastian Schaffner

Kommentare

Das Bild zeigt einen Biber am Wasser.
Zählt in Europa zu den streng geschützten Arten: der Biber. Unser Bild zeigt allerdings nicht den Vellmarer Biber, sondern einen Artgenossen an der Spree in Brandenburg. © Foto: Patrick Pleul/dpa

Ein neuer Bewohner sorgt in Vellmar für Aufregung. Es handelt sich um einen ganz besonderen Neuzugang: ein Biber.

Vellmar – Er kam ohne Vorankündigung, war vorher noch nie in Vellmar gesichtet worden und zählt in Europa zu den streng geschützten Arten. Das Nagetier lebt seit wenigen Tagen im Ahnepark.

„Wir sind positiv überrascht“, sagt Bürgermeister Manfred Ludewig. „Dass sich bei uns ein Biber niederlässt, ist auch ein Indiz dafür, dass der Naturschutz im Ahnepark funktioniert.“

Die Aufgabe der Stadt sieht er nun darin, den Biber zu schützen. „Wir erinnern ausdrücklich daran, dass Hunde im Park angeleint werden müssen“, so der Bürgermeister. Damit sich kein Mensch aus Neugierde im Uferbereich in Gefahr begibt und das scheue Tier stört, will die Stadt einen naturnahen Holzzaun rund um das vermutete Zuhause des Bibers im Stadtpark aufstellen. Die Spazierwege würden dadurch nicht eingeschränkt.

„Natürlich schützen wir im Park auch die Bäume und sorgen dafür, dass keine Gefahr für Besucher besteht“, sagt der Bürgermeister. Wie genau das geschehen soll, etwa durch eine spezielle Paste, die dem Nager nicht schmeckt, soll nun mit Fachleuten des Regierungspräsidiums Kassel (RP) besprochen werden.

Zu den Lieblingsbeschäftigungen des Bibers zählt in den Wintermonaten das Fällen von Bäumen – was der Nahrungsbeschaffung dient: Die Nager wollen an die dünnen Äste, die sie dann schälen, um an den nahrhaften Bast zu kommen. Auf einer Insel im nördlichen Bereich des Vellmarer Stadtparks weist eine stattliche Säuleneiche bereits deutliche Bissspuren auf. „Normalerweise würden wir im Frühjahr auf der Insel das Schilf beschneiden. Das unterbleibt jetzt, um den Biber in Ruhe zu lassen“, sagt Bauhofleiter Michael Eichel.

Entdeckt hat das scheue Tier einer von Eichels Mitarbeitern, der für die Parkpflege zuständig ist. Das Rathaus nahm daraufhin Kontakt zum RP auf. Es folgte ein Vor-Ort-Termin mit einem Experten des für Vellmar zuständigen Forstamts Wolfhagen – das Bibermanagement hat das RP an die Forstämter übertragen. Wenig später war klar: Kein Zweifel, da ist Meister Bockert am Werk. „Ein Kollege hat ihn abends auch schon beim Schwimmen beobachtet“, berichtet der Bauhofleiter.

Das RP bestätigt auf HNA-Nachfrage, dass der Biber der erste nachgewiesene überhaupt im Ahnepark ist. „Im letzten Jahr wurde allerdings ganz in der Nähe, auf der Bundesstraße bei Vellmar, ein Biber totgefahren“, sagt RP-Sprecher Hendrik Kalvelage. Im Regierungsbezirk, also auf dem Gebiet zwischen den Landkreisen Kassel und Fulda, lebten derzeit 300 bis 500 Biber.

Woher der Vellmarer Biber kommt, lässt sich nur vermuten. „Nach den Gesprächen mit den Experten gehen wir davon aus, dass er von der Fulda über die Ahne bachaufwärts in den Park gekommen sein muss“, sagt Stadtsprecherin Astrid Kneuer.

Die Bauhofmitarbeiter werden nun verstärkt beobachten, wie sich der Biber im Ahnepark einlebt. Ist er allein? Gründet er eine Familie? Oder zieht er gar weiter? Abmelden bei der Stadt müsste sich der neue Bewohner schließlich nicht.

Auch interessant

Kommentare