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Ferienauszeit für Krebskranke: Verein wirbt auf Vellmarer Wohnmobilen um Unterstützung

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Von: Peter Dilling

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Annemarie Hunecke und Julia Framke zeigen den Aufkleber vor einem Wohnmobil.
Urlaub für Krebskranke: Annemarie Hunecke, Vorsitzende des Vereins „Auszeit für die Seele“ brachte Julia Framke von „Reisemobile von Bredow“ die ersten Aufkleber vorbei, die auf den Mietmobilen der Vellmarer Firma durch Europa touren werden. © Peter Dilling

Damit auch Krebskranke sich eine Auszeit im Urlaub leisten können, werden sie von einem Verein unterstützt. Mit Aufklebern auf Vellmarer Wohnmobilen macht dieser auf die oftmals schwierige Situation der Betroffenen aufmerksam und will auch Hürden abbauen.

Vellmar – Jeder braucht mal eine Auszeit, Erwachsene oder Kinder mit schweren Krebserkrankungen umso mehr. Doch wer von solch einer Krankheit betroffen sei, gerate häufig schon bald durch Arbeitsunfähigkeit und eine nur schmale Erwerbsunfähigkeitsrente in finanzielle Schwierigkeiten, sagt Annemarie Hunecke. Sie ist Gründerin und Vorsitzende des Vereins Auszeit für die Seele. Seit 2017 macht der in Ostfriesland ansässige Verein auf die Armut Krebskranker aufmerksam und vermittelt Betroffenen kostenlose oder stark vergünstigte Urlaube in Ferienwohnungen in Deutschland und weiteren europäischen Ländern.

Im Rahmen ihrer neuen Benefizkampagne „Womos gegen Krebs“ besuchte die Rentnerin jetzt die Firma „Reisemobile von Bredow“ in Niedervellmar. „Womos fahren gegen Krebs“ wird auf den großen Aufklebern stehen, mit denen die 35 Mietfahrzeuge des Wohnmobil-Spezialisten ab dieser Saison in Europa unterwegs sein werden. Die Idee: „Wohnmobilfahrer sind ideale Multiplikatoren, um unseren Verein und unser Anliegen bekannt zu machen“, sagt Hunecke.

„Reisemobile von Bredow“ sei das dritte Unternehmen der Branche, das sich der Kampagne angeschlossen habe. Viele weitere sollen bundesweit folgen. „Das ist ein wahnsinnig schönes Projekt“, findet auch Julia Framke, zuständig bei der Vellmarer Firma für die Wohnmobil-Vermietung.

Hunecke hat in ihrer Familie selbst schwere Krebserkrankungen erlebt. Eine Benefiz-Radtour, an der sie teilnahm, motivierte die Rentnerin, Betroffenen ein Hilfsangebot zu machen. Inzwischen habe der Verein rund 70 Krebskranken einen kostenlosen Urlaub in Ferienwohnungen oder den beiden Wohnwagen des Vereins an der Nordsee ermöglicht. „Für manche erfüllt sich damit ein letzter „Wunsch“, sagt Hunecke. Auch in Kassel und in Wolfhagen habe jeweils eine erkrankte Person das Angebot wahrgenommen. Die Corona-Lockdowns in der Pandemie hätten dem Projekt aber Grenzen gesetzt.

Allein in Deutschland habe der Verein 120 Ferienwohnungen im Angebot, in denen Krebserkrankte gratis Urlaub machen können, sagt Hunecke. Viele davon seien frei. Offenbar hätten aber zahlreiche Betroffene Hemmungen, eine solche Hilfe anzunehmen. Die Werbekampagne mit den Wohnmobilen soll da auch Hürden abbauen.

Der Verein hat nach eigenen Angaben ein dichtes Netzwerk von Sponsoren und Unterstützern aufgebaut. Dazu zählen unter anderem Motorrad-Gruppen, die mit Benefiz-Bikertouren Spenden sammeln. Auch Kasseler Biker waren schon mit von der Partie. Das Geld benötige man nicht nur für die Verwaltungsarbeit, sondern auch, um Zusatzkosten für die krebserkrankten Urlauber, wie die Endreinigung der Wohnungen oder Fahrtkosten, zu finanzieren. (Peter Dilling)

Mehr Infos unter Auszeitseele.de

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