Kleinvieh macht auch Mist

Finanzcoach unterrichtet Schüler in Sachen Geld - Diese Tipps hat er

+
Diesen speziellen Taschenrechner bekommen die Schüler für den Unterricht. 

Als ehrenamtlicher Geldlehrer unterrichtet der Finanzcoach Jörg Uhlenbrock an Schulen. Das sind seine Tipps für den Umgang mit den eigenen Finanzen.

Rente, Baufinanzierung, Schulden, Inflation und Börse: Vor diesen Begriffen schreckt wohl so mancher zurück. Und es sind Themen, mit denen sich die wenigsten jungen Menschen intensiv beschäftigen. Dabei ist genau das eigentlich wichtig, findet Jörg Uhlenbrock. 

Finanzcoach unterrichtet Schüler in Sachen Geld

Als ehrenamtlicher Geldlehrer kümmert sich der Finanzcoach um die finanzielle Bildung von Jugendlichen. „Sie lernen bei mir den klugen Umgang mit Geld“, erklärt Uhlenbrock. Hauptberuflich ist er Geschäftsführer der Uhlenbrock GmbH, die spezialisiert ist auf die Vermittlung von Wissen zu Finanzen, Fonds und Kapitalanlagen.

Der Coach vermittelt praxisorientiert Wissen an Schüler

Seine Kenntnisse vermittelt er zwei Stunden pro Woche an eine zehnte Klasse der Carl-Bantzer-Schule in Schwalmstadt. „Die Schüler haben den Kurs freiwillig gewählt, sind sehr motiviert, interessiert und bringen sich gut ein“, sagt er. 

Die Jugendlichen sollen sich Wissen aneignen, wie sie ihre Zukunft finanziell klug und sicher gestalten können. „Ob sie dieses Wissen dann auch anwenden, liegt in ihrer eigenen Hand“, so Uhlenbrock.  Insgesamt versuche er seinen Schülern, langfristiges Denken zu vermitteln. 

Schüler lernen den Umgang mit Geld

Die Unterrichtsinhalte reichen vom Sparen und Geldangewohnheiten über Auto- und Baufinanzierungen bis hin zu Themen wie Rente, Inflation, Aktien und Börse. Was trocken klingt, sei sehr praxisorientiert, verspricht Uhlenbrock. Bei Ausflügen nach Frankfurt zur Europäischen Zentralbank und zur Börse zum Beispiel konnten die Schüler hinter die Kulissen blicken. 

Besonderer Bestandteil des Unterrichts ist zudem ein spezieller Finanzrechner. Die Schüler lernen, damit umzugehen, und rechnen konkrete Szenarien durch, etwa wie man schnell von Schulden loskommt oder wie hoch die Inflation im Rentenalter ist.

Praktische Tipps für Schüler und ihre Finanzen

Auch praktische Spartipps gibt der 59-Jährige. Gut umsetzen lasse sich etwa die Fünfer-Regel, nach der man jeden Fünfeuroschein spart, der einem in die Hände fällt. „Fünf Euro sind leicht gespart und fallen kaum auf“, sagt er. Frei nach dem Sprichwort „Kleinvieh macht auch Mist“. 

Verdient man eigenes Geld, rät er zur Zehner-Regel: 10 Prozent seines Einkommens zur Seite legen. „Sich selbst bezahlen“ nennt er dieses Vorgehen. „Man muss sich fragen: Was bin ich mir selbst Wert?“ 

Durch eine Ausbildung wird man Geldlehrer 

Seit etwa acht Jahren ist Uhlenbrock Geldlehrer bei einem Geldlehrerverein, der Deutschland, Österreich und die Schweiz abdeckt. Insgesamt gibt es etwa 160 Geldlehrer. Nötig sei dafür eine Grundausbildung. Außerdem gibt es zwei Zusatzseminare zu Pädagogik/Didaktik und Finanzmathematik. 

Uhlenbrock legt zudem Wert auf den Ehrenkodex des Vereins: keine Werbung für das eigene Unternehmen und die Arbeit an Schulen erfolgt ausschließlich ehrenamtlich.Auch wenn finanzielle Bildung eine Aufgabe der Eltern ist, sei die Arbeit der Geldlehrer sehr wichtig. „Die meisten Menschen kennen sich mit Geld zu wenig aus“, sagt er. 

Als Geldlehrer ist Uhlenbrock vor allem wichtig, dauerhaft zu helfen. „Es geht darum, dass die Schüler anfangen, selbst zu denken und dass sie das Handwerkszeug bekommen, ihr Wissen selbst umzusetzen.“

Uhlenbrocks fünf Goldene Geld-Regeln

  1. Machen Sie eine Übersicht, was Sie verdienen und was Sie ausgeben. 
  2. Bilden Sie so viele Rücklagen, dass Sie jeder Zeit von sich aus Ihren Job kündigen können. 
  3. Sparen Sie zwischen 10 und 25 Prozent ihres monatlichen Einkommens. 
  4. Gönnen Sie sich einen unabhängigen Berater. 
  5. Lesen Sie gute Finanzbücher.

Hinweis für Schulen: Bei Interesse an diesem kostenfreien Angebot, wenden Sie sich per Mail an verwaltung@geldlehrer.org.

Schulden verhindern. Das Ziel hatte ein Finanz-Coaching-Programm an der Gesamtschule in Moringen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.