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Frisches Geld für marodes Becken: Vellmarer Parlament gibt 300 000 Euro für Freibad-Instandsetzung frei

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Von: Sebastian Schaffner

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Optimismus in Obervellmar: Mit dem im Haushalt reservierten Geld soll das Vellmarer Freibad so instandgesetzt werden, dass es pünktlich zur Saison 2023 öffnen kann. Die Stadt ließ das Bad im Sommer vorzeitig schließen, nachdem sich Farbe im Becken gelöst hatte.
Optimismus in Obervellmar: Mit dem im Haushalt reservierten Geld soll das Vellmarer Freibad so instandgesetzt werden, dass es pünktlich zur Saison 2023 öffnen kann. Die Stadt ließ das Bad im Sommer vorzeitig schließen, nachdem sich Farbe im Becken gelöst hatte. © Friederike Müller/Archiv

Nach dem Farb-Fiasko im Sommer reserviert die Stadt Vellmar 300 000 Euro im Haushalt, um das Freibad wieder so herzurichten, dass es pünktlich zum Saisonstart 2023 öffnen kann.

Vellmar –Die Stadtverordneten haben die Summe am Montagabend nahezu einstimmig freigegeben. Lediglich der AfD-Abgeordnete Franz Wolf stimmte dagegen. „Ich bin guter Dinge, dass wir das Bad im nächsten Jahr aufmachen können“, sagte Bürgermeister Manfred Ludewig (SPD). Ob die nun bewilligten 300 000 Euro für die Instandsetzung des maroden Beckens wirklich reichen, werde aber erst die Ausschreibung zeigen. Die Kostenschätzung stammt laut Ludewig aus dem Oktober.

Das Freibad war am 4. Juli, nur wenige Tage nach Saisonstart, schon wieder geschlossen worden. Beckenfarbe hatte sich gelöst und das Wasser verunreinigt. Da laut einem Gutachten Badegäste im schlimmsten Fall nach dem Verschlucken von Farbpartikeln hätten ersticken können, fand die Saison so ein jähes Ende. Die Schließung, da waren sich alle Fraktionen im Parlament rückblickend einig, sei richtig gewesen.

Für die 300 000 Euro sollen nun die alten Farbreste abgefräst, das Becken sandgestrahlt und zweimal neue Farbe aufgetragen werden. Das alles werde mehrere Wochen in Anspruch nehmen, sagte der Bürgermeister. Allein das Ablassen des Wassers werde vier Wochen dauern. „Bis zur geplanten Öffnung im Juni wird’s knapp. Gut wäre ein milder Winter. Dann könnten wir im Januar beginnen.“

Völlig unklar ist allerdings noch, wie es tatsächlich um die Substanz des 1954 eröffneten Beckens bestellt ist. Ludewig: „Wenn sich nach dem Sandstrahlen herausstellt, dass der Zustand nicht so gut ist, müssen wir über weitere Maßnahmen nachdenken.“

Der Anstoß, bereits jetzt eine Summe für die Instandsetzung einzuplanen, um die Voraussetzung für eine rechtzeitige Eröffnung zu schaffen, kam vom CDU-Abgeordneten Hartmut Brondke. „Durch Abwarten dürfen keine weiteren Schäden entstehen“, sagte er. Die Christdemokraten ließen es sich in der Mehrzweckhalle Frommershausen nicht nehmen, grundsätzliche Kritik am baulich und technisch in die Jahre gekommenen Zustands des Bads zu üben. Brondke: „Vellmar wirbt damit, eine junge Stadt mit Tradition zu sein. Wir wollen nicht, dass daraus eine marode Stadt mit Tradition wird.“

Torgit Brück (SPD) erwiderte, dass jedes Jahr 30 000 bis 50 000 Euro bereitgestellt würden, um das Freibad auf Vordermann zu bringen. Der Vorfall im Sommer sei ein typischer Fall nach dem „Prinzip Raufaser“ gewesen: „Wenn es nach dem zehnten Anstrich bröckelt, kommt nicht nur die Farbe, sondern gleich die ganze Tapete mit runter.“ Bürgermeister Ludewig betonte, dass das Drama mit der Beckenfarbe für die Stadt so nicht vorhersehbar gewesen sei.

Brück begrüßte es, dass das Parlament die Reparaturausgaben auf vorerst 300 000 Euro gedeckelt hat. „Wir müssen die Bremse setzen, damit uns das nicht um die Ohren fliegt.“ Ohnehin gehe es jetzt nicht um eine Sanierung, „sondern nur darum, das Bad in einem recht hübschen Zustand öffnen zu können“.

Annette Blumöhr (Grüne) erinnerte daran, dass sich kürzlich ein Förderverein für das Freibad gegründet hat und bat die Stadt darum, das Gespräch mit dem Verein zu suchen.

Ohne den Parlamentsbeschluss hätte die Stadt warten müssen, bis der Haushalt für das kommende Jahr vorgestellt, beschlossen und genehmigt worden wäre – was vermutlich Sommer 2023 werden dürfte. Und das wäre zu spät, um dann das Bad noch rechtzeitig für die Saison flottzumachen. Fotos: CDU, SPD/Archiv

Torgit Brück SPD
Torgit Brück SPD © Privat
Hartmut Brondke CDU
Hartmut Brondke CDU © Privat

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