Blaulicht

Nach Explosion in Bankfiliale – Polizei hat heiße Spur

Unbekannte Täter haben einen Geldautomaten in der Holländischen Straße in Vellmar gesprengt.
+
Unbekannte Täter haben einen Geldautomaten in der Holländischen Straße in Vellmar gesprengt.

Weil sie einen Knall hören, rufen Anwohner am vergangenen Donnerstag (13.01.2022) die Polizei. Unbekannte Täter haben einen Geldautomaten gesprengt. Jetzt gibt es neue Details.

Update vom Dienstag, 18.01.2022, 15.20 Uhr: Es gibt eine erste heiße Spur im Fall des gesprengten Geldautomaten in einer Vellmarer Volksbankfiliale. Wie die Polizei mitteilt, haben sich bei den Ermittlungen Hinweise auf einen im Bereich „Lohfeldener Rüssel“ abgestellten silbergrauen BMW M5 ergeben, der mit der Tat in Zusammenhang stehen könnte. Die Kriminalpolizei hofft nun auf weitere Hinweise aus der Bevölkerung.

Der BMW war an dem Donnerstagmorgen gegen 3.35 Uhr von einer Streife der Polizeiautobahnstation verlassen in der Autobahnauffahrt von der A49 auf die A7 in Fahrtrichtung Frankfurt aufgefunden worden. An dem Fahrzeug stellten die Polizisten einen leichten Unfallschaden fest, der darauf schließen lässt, dass der Wagen zuvor gegen eine Betonleitplanke gefahren war. Der BMW wurde sichergestellt und abgeschleppt.

Die Ermittler stellen jetzt folgende Fragen:

  • Warum wurde das augenscheinlich noch fahrbereite Auto mitten in der Auffahrt zurückgelassen?
  • Wer ist das Fahrzeug gelenkt gefahren?
  • Wem gehört der BMW M5?

Geldautomat in Vellmar gesprengt: Schaden beläuft sich auf 1,5 Millionen Euro

Die Geldautomatensprengung in der Holländischen Straße in Vellmar hatte sich am frühen Donnerstagmorgen gegen 3.45 Uhr ereignet. Durch die Explosion war ein erheblicher Schaden in und an dem Gebäude entstanden, der sich nach neusten Schätzungen auf 1,5 Millionen Euro beläuft. Die Täter, bei denen es sich nach derzeitigem Ermittlungsstand um drei Männer handeln soll, waren anschließend mit erbeutetem Bargeld in einer schwarzen Limousine in Richtung B7 geflüchtet.

Entgegen der ersten Meldungen, wonach von einem Audi berichtet wurde, ergaben die Ermittlungen keine gesicherten Erkenntnisse auf die Fahrzeugmarke des Fluchtfahrzeugs. Zeugen, die am vergangenen Donnerstagmorgen verdächtige Personen im Bereich „Lohfeldener Rüssel“ gesehen haben oder Hinweise zu dem silbergrauen BMW M5 geben können, werden gebeten, sich bei der Polizei unter Tel. 05 61/91 00 zu melden.

„Täter werden rücksichtsloser und gewaltbereiter“: Neue Details zu Explosion in Bankfiliale

Update vom Freitag, 14.01.2022, 12.20 Uhr: Nachdem Unbekannte am Donnerstagmorgen (13.01.2022) einen Geldautomaten der Volksbank Kassel-Göttingen an der Holländischen Straße in Vellmar gesprengt hatten, steht nun fest, dass die Täter dabei Geld erbeutet haben. Das teilt Polizeisprecherin Ulrike Schaake auf Anfrage unserer Zeitung am Freitag mit. Wie viel Geld aus der Bank gestohlen wurde, ist nicht bekannt. Mittlerweile hat es laut Polizei einige Hinweise aus der Bevölkerung gegeben, die jetzt ausgewertet werden. Konkrete Hinweise auf die Täter gebe es noch nicht.

Ob es einen Zusammenhang mit einer weiteren Tat wenige Stunden zuvor im mittelhessischen Hungen gibt, könne nicht ausgeschlossen werden: „Ein Tatzusammenhang ist möglich.“ Auch in Hungen konnten die Täter aus einem gesprengten Automaten Geld erbeuten. Die Ermittlungen hat das Landeskriminalamt in Wiesbaden übernommen.

Geldautomaten in Vellmar und Hungen gesprengt: „Ein Tatzusammenhang ist möglich“

„Es gibt regionale Täter beziehungsweise Tätergruppen und überregionale, die zumeist aus den Niederlanden stammen und für die Tatbegehung nach Deutschland einreisen“, teilt LKA-Sprecherin Virginie Wegner mit. Die Täter würden fast immer nachts oder in den frühen Morgenstunden agieren. Zum Sprengen würden überwiegend sogenannte Festsprengstoffe, anstatt der sonst üblichen Acetylen-Sauerstoff-Mischung aus Gasflaschen genutzt. Die Gefahr für unbeteiligte Dritte sei höher, weil die Sprengstoffe eine größere zerstörerische Energie entfalten.

„Die Täter sind in hochmotorisierten Fahrzeugen unterwegs, werden rücksichtsloser und gewaltbereiter.“ Trotz erfolgreicher Maßnahmen der Strafverfolgung mit zahlreichen Festnahmen in Hessen und weiteren Bundesländern, nehme die Zahl der Delikte zu. Aktuell ereignen sich nahezu täglich Sprengungen im Bundesgebiet, regelmäßig sind auch Geldautomaten in Hessen Tatorte, heißt es aus dem LKA. Dort gibt es seit über zwei Jahren eine Arbeitsgruppe. Durch intensive Ermittlungen sei es gelungen, mehr als 20 Tatverdächtige zu ermitteln.

Aktuell profitieren die Täter laut LKA gleich von mehreren Faktoren. In Deutschland gebe es sehr viele Geldautomaten. Die mechanischen und technischen Schutzvorrichtungen der Automaten sei teilweise gering. Gleiches gelte für Schutzsysteme wie Geldeinfärbe- oder sogenannte Verklebesysteme. Zudem seien Bereiche, in denen die Geldautomaten aufgestellt sind, häufig nachts nicht verschlossen. Banken, Finanzdienstleistern und Aufstellern von Geldautomaten kommt hierbei eine besondere Rolle zu – sie könnten dafür sorgen, dass die Tatgelegenheiten reduziert werden.

„Hier waren Profis am Werk“: Explosion reißt Anwohner aus dem Schlaf

Update vom Donnerstag, 13.01.2022, 18 Uhr: Unbekannte Täter haben in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag einen Geldautomaten in Vellmar gesprengt. Ob dabei Geld aus der Filiale der Volksbank Kassel-Göttingen erbeutet wurde, konnte die Polizei noch nicht sagen. Der Schaden am Gebäude, in dem sich auch eine Zahnarztpraxis befindet, schätzen die Beamten auf 500.000 Euro. Durch die Explosion wurden der Vorraum der Bank sowie der Geldautomat völlig zerstört. Personen hielten sich zum Tatzeitpunkt nicht im Gebäude auf.

Von den Tätern fehlt bisher jede Spur. „Wir können davon ausgehen, dass hier Profis am Werk waren, die überörtlich agieren“, sagte Polizeisprecherin Ulrike Schaake. „Es deutet jedenfalls alles darauf hin.“ Der Bereich vor der Bankfiliale war bis 10 Uhr für die Aufräumarbeiten voll gesperrt. Unter anderem Glassplitter, leere Überweisungsträger und andere Papierfetzen mussten erst von der Fahrbahn entfernt werden, bevor diese wieder freigegeben werden konnte.

Täter sprengen Geldautomat in Vellmar: Keine Personen verletzt

Laut Peter Mühlhaus, Leiter Unternehmenskommunikation der Volksbank Kassel-Göttingen, sind acht Mitarbeiter in der Vellmarer Filiale tätig. „Die Kollegen werden jetzt auf andere Häuser aufgeteilt. Das Gebäude sei Eigentum der Bank. Das mache in Sachen Renovierung einiges einfacher, weil man sich nicht mit einem Vermieter über die nächsten Schritte absprechen müsse. Diese nächsten Schritte seien nun die Schadensaufnahme und die Überprüfung der Statik. „Die Hauptsache ist, dass keine Personen verletzt wurden“, sagt Mühlhaus.

Der Betrieb in der Zahnarztpraxis über der Bankfiliale läuft indes weiter. „Ein Statiker war vor Ort und hat das Gebäude freigegeben“, sagt Polizeisprecherin Schaake.

In derselben Nacht ist ein weiterer Geldautomat gesprengt worden, und zwar im mittelhessischen Hungen. Ob die beiden Taten miteinander in Zusammenhang stehen, prüft die Polizei derzeit.

Geldautomat in Vellmar gesprengt: Spurensicherung dauert an

Erstmeldung vom Donnerstag, 13.01.2022: Vellmar – Bislang unbekannte Täter haben einen Geldautomaten in der Holländischen Straße in Vellmar gesprengt. Ob sie Geld erbeutet haben, steht laut Angaben der Polizei bislang noch nicht fest. Die Spurensicherung am Tatort dauere derzeit noch an. Anwohner hatten gegen 3.45 Uhr am Donnerstagmorgen (13.01.2022) einen lauten Knall aus dem Bereich der Bankfiliale gehört und die Polizei verständigt.

Anschließend beobachteten sie mindestens zwei Menschen, die in eine schwarzen Audi Limousine stiegen und mit hoher Geschwindigkeit vom Tatort in Richtung der B7 flüchteten. Die Explosion zerstörte den Vorraum der Bank sowie den Geldautomat völlig.

Täter sprengen Geldautomat in Vellmar: Polizei sucht dringend Zeugen

Auch an dem Gebäude, in dem niemand wohnt und sich zur Tatzeit niemand aufhielt, entstand erheblicher Schaden. Nach ersten vorsichtigen Schätzungen der Polizei beläuft sich der Gesamtsachschaden auf rund 300.000 Euro. Die sofort eingeleitete Großfahndung nach den Tätern, die Hinweisen nach auf der B7 in Richtung Norden geflüchtet waren, verlief ohne Erfolg.

Zeugen, die Hinweise zu den flüchtigen Tätern oder ihrem genutzten Fahrzeug geben können, werden gebeten, sich beim Polizeipräsidium Nordhessen unter der Telefonnummer 0561/9100 zu melden.

Ein 42-Jähriger aus Kassel wurde im Oktober Opfer eines Raubüberfalls an einem Bankautomat in einem Kasseler Stadtteil. Die Täter konnten zunächst fliehen. Kürzlich verkündete die Polizei einen Fahndungserfolg. (luw)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.