Ganter sucht verzweifelt seine Frau

Höckergans-Weibchen aus dem Ahnepark in Vellmar spurlos verschwunden

Nadine Siegmund besucht füttert die männliche Höckergans im Ahnepark in Vellmar mit Haferflocken.
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Nadine Siegmund besucht die männliche Höckergans im Ahnepark in Vellmar. Das Verschwinden der Partnerin des Ganters ist ihr sofort aufgefallen.

Seit einigen Tagen fehlt die weibliche Höckergans im Ahnepark in Vellmar. Der Ganter sucht bereits verzweifelt nach ihr.

Vellmar – Verzweifelte Rufe im Ahnepark in Vellmar: Der Ganter, eine männliche Höckergans, läuft schnatternd über die Wiese. Er ist auf der Suche nach seiner Partnerin, die seit Kurzem verschwunden ist.

„Das tut mir im Herzen weh“, sagt Nadine Siegmund. Sie ist regelmäßig im Ahnepark in Vellmar unterwegs und besucht die zwei Höckergänse, die dort leben. Das mache sie schon seit etwa drei Jahren. Doch wegen des Wetters sei sie einige Wochen nicht im Park gewesen. Vor ein paar Tagen ist ihr direkt aufgefallen, dass die weibliche Gans fehlt. „Ich habe das sofort gesehen“, sagt sie.

Normalerweise würden sich die Gänse nicht trennen. „Ich kann mitfühlen, wie es ihm geht“, sagt die 43-Jährige. Siegmund sei bereits den ganzen Ahnepark abgelaufen, doch von der Höckergans fehlt jede Spur. „Das ist echt traurig. Ich würde einfach gerne wissen, was mit ihr passiert ist“, sagt sie.

Die beiden sind sonst zusammen unterwegs. Seit Kurzem ist die weibliche Höckergans (links) verschwunden.

Vor allem im Sommer sei sie oft mit ihrem siebenjährigen Sohn im Park. „Dann bin ich jede Woche hier“, erzählt die Immenhäuserin. Sobald sie in die Hände klatsche, kommen die beiden Gänse direkt angelaufen. Ab und zu füttere sie die Tiere auch mal mit Haferflocken. „Es ist toll, dass ein wildes Tier so zutraulich ist“, sagt Siegmund.

Auch den Mitarbeitern vom Bauhof in Vellmar ist bereits aufgefallen, dass eine Höckergans fehlt, wie Astrid Kneuer, Pressesprecherin der Stadt Vellmar, mitteilt. Sie hätten ebenfalls nach der verschollenen Gans gesucht, doch nichts gefunden. „Es wurde weder Blut noch Federn gefunden“, berichtet Kneuer. Vielleicht sei die Gans auf dem Teich im Eis eingebrochen und könne sich nicht mehr befreien. Doch das sei laut Kneuer nur eine Vermutung. Da es sich bei den Höckergänsen um Laufgänse handelt, könne sie jedenfalls nicht weggeflogen sein.

Der Ganter laufe seit dem Verschwinden schreiend herum und versuche seine Partnerin zu finden. Die verzweifelten Rufe hat auch Siegmund direkt erkannt. Denn normalerweise würde der Ganter freudiger schnattern, jetzt sei das Rufen etwas gedämpfter, die Stimmung sei auf dem Tiefpunkt.

Außerdem würde er jetzt auch viel mehr rufen als sonst. „Ich denke schon, dass das jetzt suchen und rufen nach seiner Partnerin ist“, sagt die 43-Jährige.

Siegmund hält nun weiter Ausschau nach der Gans. Doch sie ist auch gleichzeitig auf der Suche nach einem Ersatz, einer neuen Partnerin für den Ganter. Denn die Gänse würden immer in einer Partnerschaft leben. Dafür habe sie bereits auch Kontakt zu Züchtern und zum Naturschutzbund aufgenommen. „Wir sind einverstanden, wenn der Ganter wieder eine weibliche Höckergans bekommt“, sagt Kneuer. (Samira Müller)

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