Ummeldung mit Hindernissen

Mann wird vorgeworfen, in Rohbau zu leben - Dabei ist sein Haus komplett fertig

Kreis Kassel: Mann wird vorgeworfen, in Rohbau zu leben - Doch sein Haus ist fertig
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Sogar der Garten ist schon angelegt: Klaus Kochensperger vor seinem Haus in der Ahnestraße, in das er im Februar eingezogen ist.

Nach einem Jahr Bauzeit zieht Klaus Kochensperger Anfang Februar in sein neues Haus. Jetzt wird ihm wird fälschlicherweise vorgeworfen, in einen Rohbau gezogen zu sein. 

  • Einem Mann aus Vellmar (Kreis Kassel) wird vorgeworfen in einem Rohbau zu wohnen
  • Das Haus des  74-Jährigen ist jedoch komplett fertiggestellt
  • Beim Blick auf das mutmaßliche Beweisfoto klärt sich die Sache auf

Kreis Kassel - Ein Hausbau ist der ultimative Stresstest für eine Beziehung. Wer den übersteht, den kann nichts mehr schrecken. Während bei vielen Paaren nach dem Hausbau die Ehe im Eimer ist, fängt sie bei Klaus Kochensperger aus Vellmar (Kreis Kassel) jetzt erst an. Im Februar ist er mit seiner Lebensgefährtin in einen Neubau in der Ahnestraße gezogen. Geheiratet wird im nächsten Monat.

Trotzdem hatte der 74-jährige Rentner Stress mit dem neuen Haus. Aus ganz unerwarteter Richtung. Nachdem sie umgezogen waren, ging Kochensperger ins Rathaus, um sich umzumelden. „Die Sachbearbeiterin war sehr zuvorkommend, so wie ich die Stadtverwaltung auch kenne“, sagt Kochensperger. Sogar sein Auto konnte er gleich ummelden.

Kreis Kassel: Mann aus Vellmar wird vorgeworfen, in Rohbau zu leben

Zufrieden fuhren Kochensperger und seiner Lebensgefährtin in den Urlaub. Als er Mitte März zurückkam, fand er in der Post einen Brief der Stadtverwaltung im Briefkasten vor. Er möge noch mal wegen der Ummeldung persönlich vorbeikommen. 

Gleich am nächsten Tag ging Kochensperger ins Rathaus. Was er dann erlebt, beschreibt er als „eine Behördenposse“. Kochensperger wird von einer Mitarbeiterin des Bürger-Service erklärt, dass die von ihm angegebene Umzugsadresse noch ein Rohbau sei. „Die Ummeldung von ihnen und auch die ihrer Lebensgefährtin muss rückgängig gemacht werden“, sagt ihm die Mitarbeiterin.

Kreis Kassel: Behörde besteht auf Ummeldung - Sonst droht Verfahren

Kochensperger versteht die Welt nicht mehr. Nicht nur ist sein Flachbau komplett fertiggestellt, sogar der Garten ist schon angelegt mitsamt einer Blumen-Skulptur aus Beton. Ein Rohbau ist sein Haus schon lange nicht mehr. Doch die Mitarbeiterin besteht darauf, dass die Ummeldung rückgängig gemacht wird. Sollte er das nicht freiwillig machen, würde ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.

 „Da hatte ich die Faxen dicke“, sagt Kochensperger. Er will wissen, wie die Mitarbeiterin auf die Idee kommt, sein Haus könne noch ein Rohbau sein. Die Antwort erstaunt Kochensperger bis heute. Der Ermittlungsdienst habe das herausgefunden, sagt die Mitarbeiterin. Der sei vor Ort gewesen und habe ein Foto gemacht, dass sie Kochensperger zum Beweis zeigt.

Kreis Kassel: Mutmaßliches Beweisfoto entpuppt sich als falsch - Mann aus Vellmar ist verärgert

Doch auf dem Foto ist nicht Kochenspergers Flachbau zu sehen, sondern der Rohbau eines Mehrfamilienhauses, das zwei Grundstücke über seinem entsteht. „Sie hat an meiner Reaktion gesehen, dass etwas nicht stimmt“, sagt Kochensperger. Er klärt auf, dass es sich bei dem Haus nicht um seines handelt und geht – verärgert und mit einigen Fragen. Zum Beispiel der, ob es tatsächlich so etwas wie einen Ermittlungsdienst bei der Stadt gibt.

Die Stadt Vellmar verneint das auf Anfrage. „Es gibt nur eine Ordnungsbehörde“, sagt Pressesprecherin Astrid Kneuer. In diesem Fall habe es einen Hinweis gegeben, dass die Adresse noch nicht bezugsfertig sei. „Dann wird da nachgeschaut“, erklärt Kneuer. Ein Ordnungsbeamter habe das Foto gemacht, aber „unglücklicherweise vom falschen Haus“. Für die Stadt ist die Sache erledigt. „Es gibt keinen Fall, das ist geklärt“, sagt Kneuer.

Von Amira Sayed El Ahl

Weitere Informationen zur Region Kassel:

In Vellmar (Kreis Kassel) gibt es auch eine Nachbarschaftshilfe – für alle, die in Zeiten von Corona zur Risikogruppe zählen und bestimmte Wege nicht selbst erledigen können oder wollen.

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