Typisierungsaktion

Die kleine Nomi will leben - Baby aus Vellmar braucht Stammzellspende

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Nomi aus Vellmar leidet an einem schweren Immundefekt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit kann nur ein passender Stammzellspender ihr Leben retten.

Das Weihnachtsfest ist das Fest der Hoffnung und der Nächstenliebe. In diesem Jahr kann man diese oft hohlen Worte mit Leben füllen, um einem Kind das Leben zu retten.

Vellmar – Denn die erst neun Wochen alte Nomi aus Vellmar leidet an einem schweren Immundefekt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit kann nur ein passender Spender ihr Leben retten. Wer gesund und zwischen 17 und 55 Jahren alt ist, kann helfen und sich am Samstag, 21. Dezember, in der Ahnatal-Schule in Vellmar als potenzieller Stammzellspender bei der DKMS registrieren lassen.

Nomi kommt drei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin zur Welt. Wahrscheinlich, um ihrem Papa eine Freude zu machen – der hat nämlich genau an diesem Tag Geburtstag. Nach einer ersten Voruntersuchung äußern die Ärzte den Verdacht auf einen Immundefekt. 

Frankfurter Immonologie bestätigt: Nomi leidet an einem Immundefekt

Einen Tag nach der Entlassung aus der Klinik werden die Eltern deshalb nach Frankfurt in die Immunologie gebeten, um weitere Tests vornehmen zu lassen. Eine Blutanalyse ergibt, dass Nomi zu wenige T-Zellen besitzt, die für die Immunabwehr verantwortlich sind. Der erste Verdacht der Ärzte ist damit bestätigt.

Nomi braucht die Stammzellenspende zum Überleben

Inzwischen steht auch fest, dass Nomi mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Stammzellspende benötigen wird, um überleben zu können. Derzeit wird sie prophylaktisch mit Medikamenten versorgt, um sie vor Viren und Bakterien zu schützen. Nomi muss weitestgehend isoliert leben, da jeder Kontakt mit der Umwelt Risiken birgt. Diese Gefahr versuchen die Eltern zu umgehen, indem sie nur die nötigsten Dinge außer Haus erledigen. „Allein das ist eine echte Bürde, da man sein Kind in dieser Phase des Lebens ja eigentlich am liebsten allen zeigen möchte“, sagt ihr Vater.

Nomi muss ein Gewicht von etwa fünf Kilogramm erreichen, damit die Ärzte mit der Stammzelltherapie überhaupt starten können. „Die Kleine muss einiges ertragen, unter anderem eine Chemotherapie. Die ist sehr belastend. Dafür benötigt sie gute Reserven“ erläutert der behandelnde Arzt.

Nomis Eltern leben in Angst und Sorge

 „Eine solche Diagnose ist ein Schock, die alles auf den Kopf stellt. Da bricht zuerst eine ganze Welt zusammen“, sagt Nomis Vater. Doch genau diesen Zustand der Hilflosigkeit möchten die Eltern beenden. „Wir können nicht nur dasitzen und abwarten.“ Um keine Zeit zu verlieren und nicht nur Nomi, sondern vielen anderen Patienten Hoffnung zu schenken, haben sie sich dazu entschieden, mit ihren engsten Freunden eine große Registrierungsaktion zu organisieren.

Nomi ist eine Kämpferin

„Nomi ist diejenige, die uns gerade vormacht, wie man kämpft. Deshalb bleiben wir stark“, sagt ihr Vater. Sie kämpfen gemeinsam um jeden potenziellen Spender, der ihrer Tochter helfen könnte. „Denn jeder einzelne Spender schenkt uns Hoffnung, dass am Ende alles gut wird.“

Als die Freunde der jungen Familie von Nomis Krankheit erfahren, bieten sie sofort Hilfe an: „Wir bündeln jetzt alle Kräfte, um eine große Registrierungsaktion auf die Beine zu stellen. Denn nur wer registriert ist, kann als Spender für Nomi und andere Patienten gefunden werden“, sagt Nomis Vater. Er und seine Frau hoffen, dass viele an der Aktion teilnehmen und ein Lebensretter für Nomi gefunden wird.

Die Aktion findet am Samstag, 21. Dezember, von 11 bis 16 Uhr in der Ahnatal-Schule, Mittelring 20, in Vellmar statt.

Auch in Bad Hersfeld wird aktuell dringend ein Stammzellenspender gesucht: Ein junger Mann leidet an einer seltenen Erkrankung des Knochenmarks und ist auf eine Stammzellenspende angewiesen. Seine frühere Schule - die Modellschule Obersberg - veranstaltet deshalb am Montag, 16. Dezember, von 11.30 bis 17 Uhr eine Typisierungsaktion.

Stammzellspender

Viele Blutkrebspatienten brauchen eine Stammzellspende. Die Registrierung als potenzieller Spender geht einfach und schnell. Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung wird beim Spender ein Wangenschleimhautabstrich mittels Wattestäbchen vorgenommen, damit seine Gewebemerkmale im Labor bestimmt werden können. 

Spender, die sich bereits in der Vergangenheit bei einer Aktion registrieren ließen, müssen nicht erneut mitmachen. Einmal aufgenommene Daten stehen auch weiterhin weltweit für Patienten zur Verfügung. Auch Geldspenden werden laut DKMS dringend benötigt, da der gemeinnützigen Gesellschaft allein für die Registrierung jedes neuen Spenders Kosten in Höhe von 35 Euro entstehen. Da die DKMS als gemeinnützige Gesellschaft im Kampf gegen Blutkrebs auf Spendengelder angewiesen ist, bittet die Gesellschaft auch um finanzielle Unterstützung.

Das DKMS-Spendenkonto für Nomi aus Vellmar lautet: IBAN: DE22 7004 0060 8987 000 177; Verwendungszweck: AYA 001 Nomi

Vellmar: Typisierungsaktion für Nomi - Tausende wollen helfen: Wir waren am Samstag bei der Typisierungsaktion für das zehn Wochen alte Mädchen in Vellmar dabei.

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