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Krippe in Vellmar-West nach knapp einem Jahr fertig

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Von: Valerie Schaub

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Architekt Jürgen Schuh, Kita-Leiterin Ulrike Battefeld und Bürgermeister Manfred Ludewig im Raum der neuen Krippe.
In Vellmar-West eröffnet mit dem „Schatzkästchen“ eine neue Krippe: Architekt Jürgen Schuh, Kita-Leiterin Ulrike Battefeld und Bürgermeister Manfred Ludewig stellten die neuen Räume vor. © Valerie Schaub

Nach langem Warten ziehen die Krippenkinder in Vellmar-West aus den Übergangscontainern um: in eine neugebaute Krippe. Warum die Einrichtung nicht nur „Schatzkästchen“ heißt, sondern auch eins ist, erklärte die Leiterin bei der Eröffnung.

Vellmar – Das Schatzkästchen, das der neuen Krippe in Vellmar-West den Namen gibt, ist gleich am Eingang zu sehen – eine kleine Schatztruhe aus Holz. Aber auch den Neubau in Vellmar-West sieht Leiterin Ulrike Battefeld als Schatzkästchen. Denn ihren allergrößten Schatz geben viele Eltern hier ab: ihre Kinder.

Für die werden die neuen Räume im Rheinstahlring 3C eine große und lang ersehnte Überraschung sein. Zwei Gruppen der Kinderkrippe „Kleine Grashüpfer“ ziehen kommende Woche aus Containern in der Flensburger Straße mit ihren sechs Erzieherinnen um, sagt Pia van der Wals, die die Übergangskrippe geleitet hat. Vor allem über den Blick nach draußen durch die große Glasfront dürften sich die Kleinen freuen.

Aber auch andere Dinge gibt es auf rund 450 Quadratmetern in den zwei Gruppenräumen, Schlafzimmern, Bädern und dem Spielflur zu entdecken. Das liegt daran, dass sich der Architekt aus Kassel beim Planen in die Sicht der Kinder hineinversetzt hat, sagte Bürgermeister Manfred Ludewig bei der Eröffnung. Ein Beispiel dafür sind die mit Filz bespannten Wände, die vielen unterschiedlichen Farben, die sichtbare Lüftung an der Decke. „Kinder entwickeln in dem Alter ihre Sinne“, erklärt der Architekt Jürgen Schuh. Das habe das Team beim Planen berücksichtigt.

Ganz im Sinne des Schatzkästchens ist auch der Neubau komplett aus Holz. Die Entscheidung dafür ist zwar wie bei der PV-Anlage, der Wärmepumpe und dem Grasdach aus Gründen der Nachhaltigkeit gefällt worden. Es hat aber auch den Bauablauf vereinfacht, wie Schuh erklärt. Denn das Gebäude fügt sich in das Gelände der bestehenden Kita Vellmar-West ein. Da war es nicht so einfach, mit schweren Teilen und Baumaschinen zu rangieren.

Auf der übrig gebliebenen Freifläche entsteht nun eine neue Spiellandschaft. Geplant hat sie die Stadt Vellmar. Die alten Spielgeräte sind laut Stadtmitarbeiterin Kristina Juraschka zu alt gewesen und für die Krippenkinder nicht nutzbar. Jetzt könnten die Kinder beider Einrichtungen den Spielplatz nutzen.

Rekordverdächtig ist die kurze Bauzeit der Krippe. In nur zehn Monaten entstand das Gebäude, trotz Lieferengpässen. Es kostet die Stadt rund 1,7 Millionen Euro und ist damit laut Bürgermeister Ludewig um etwa 15 Prozent teurer, was in aktuellen Zeiten wenig sei.

Trotz der kurzen Bauzeit sollte die Krippe eigentlich schon viel früher fertig sein. Aber als die versprochene Förderung aus Bundesmitteln über 500 000 Euro ausblieb, verschob sich der Baustart. Ohne die Finanzspritze wollte die Stadt nicht bauen. Jetzt kam das Geld doch, hinzu kommen 108 000 Euro aus einem Topf für energetische Maßnahmen.

Die Container in der Flensburger Straße sollen laut Rathauschef nach dem Umzug der Krippenkinder weiterhin gemietet und umgebaut werden. Später sollen hier zwei Kita-Gruppen Platz haben.

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