Schreibblöcke und Spiele für Kinder in Peru

Lehrerin Natalie Gago aus Vellmar sammelt Spenden für Schule im Amazonasgebiet

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Spiele, Bücher und Stifte will Natalie Gago Rodriguez aus Vellmar den Kindern im Amazonas mitbringen. Auf dem Laptop zeigt sie ein Bild der staatlichen Schule, die sie im Juli dort besucht hat. 

Vellmar – In Deutschland sind die meisten Schulranzen viel zu schwer, weshalb hier sogar darüber nachgedacht wird, Vorschriften einzuführen, wie schwer ein Ranzen maximal sein darf. Diese Probleme haben die Kinder im Amazonasgebiet von Peru nicht.

Hier stellt der Staat den Schulkindern einen Kuli und einen Schreibblock zur Verfügung. Pro Jahr. Auch Bücher müssen sie nicht schleppen. „Die Schulen versuchen, pro Schulfach ein Buch zu haben“, sagt Natalie Gago Rodriguez. Pro Jahrgang.

Die 38-jährige Vellmarerin lebt seit August 2017 in Arequipa im Süden Perus. Sie ist dort als Lehrerin an einer deutschen Schule tätig, wo sie Spanisch, Geschichte, Englisch und Deutsch als Fremdsprache unterrichtet. Zuvor war sie zwei Jahre an einer deutschen Schule in Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires tätig. Seither ist sie viel gereist in Südamerika. Unter anderem ins Amazonasgebiet Perus.

Dort, im Nationalpark Pacaya Samiria im Mündungsgebiet des Amazonas, hat sie im vergangenen Juli eine Woche Urlaub bei einer Gemeinschaft gemacht. Weil sie wusste, dass es dort auch eine Schule gibt, brachte sie den 16 Kindern Kekse, Bonbons und einen Ball mit. Die Freude bei den Kindern sei unglaublich gewesen. „Aber ich war auch erschrocken über die Begeisterung über die Kleinigkeiten, die wir mitgebracht hatten“, sagt Gago.

Der Besuch war eine Initialzündung für die Lehrerin und ließ die Idee in ihr reifen, diesen Kindern helfen zu wollen. Puzzle, Spiele, Buntstifte, Malblöcke, Bücher – alles Dinge, die im Leben eines deutschen Kindes zum groß werden, spielen und lernen dazugehören, sind für die meisten Kinder in Peru der pure Luxus.

Denn der Weg in den Amazonas ist lang und beschwerlich. Alles muss mit dem Schiff transportiert werden. Weshalb es wenig Auswahl gibt und alles extrem teuer ist, erklärt Gago. Von der Hauptstadt Lima bis nach Iquitos am Amazonas sind es gut 1300 Kilometer. Von dort geht es noch mal 100 Kilometer mit dem Bus in den Amazonas hinein nach Nato, von wo es nur noch mit dem Schiff weitergeht, um zum Eingang des Nationalparks zu gelangen. Dort geht es wieder aufs Schiff, bis man fast fünf Stunden später an der Schule ist. Für Natalie Gago ist der Weg aus Arequipa noch mal 1000 Kilometer länger.

Im Juli will sie den beschwerlichen Weg wieder auf sich nehmen, dieses Mal mit Lern- und Spielmaterial für die Schule und den Kindergarten im Gepäck. Dafür sammelt sie derzeit in Deutschland Spenden, die sie nach den peruanischen Sommerferien Mitte Februar mit zurück in den Andenstaat nehmen will. Die Kirche in Niedervellmar hat bereits angeboten, ein Spendenkonto zur Verfügung zu stellen.

In Peru bekommt Natalie Gago Unterstützung von einer weiteren Kollegin. Außerdem hofft sie auf die Hilfe eines Touristenunternehmens, um die Materialien in den Amazonas zu transportieren. Den Aufwand nimmt sie gern in Kauf, um den Kindern dort eine Freude zu machen. „Ich bin von den Menschen dort unglaublich offen aufgenommen worden, obwohl sie sehr wenig haben.“

Kontakt:Natalie Gago, Tel. 05 61/82 20 28.

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