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„Man weiß nie, wo er steht“: Anhänger blitzt in Vellmar und Fuldatal

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Von: Valerie Schaub

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Blitzer-Anhänger, auch Enforcement-Trailer genannt
Sieht aus wie Kunst, kann aber blitzen: Der Blitzer-Anhänger, auch Enforcement-Trailer genannt, ist in der Hamburger Straße in Vellmar im Einsatz. © Valerie Schaub

Futuristisch sieht er aus, der weiße Kasten an der Hamburger Straße in Vellmar. Fast könnte man meinen, das sei Kunst. Aber das Gerät, das dort in einem der Parkbuchten steht, hat einen anderen Zweck: Wer zu schnell fährt, merkt es gleich: Es ist ein Blitzer.

Vellmar – Seit ein paar Tagen kontrolliert die Stadt in der Hamburger Straße an der Bushaltestelle die Geschwindigkeit. Mit dem sogenannten Enforcement-Trailer läuft das relativ bequem ab. Der Kasten hat ein Fahrwerk, er kann also einfach an die gewünschte Stelle gefahren werden. Allerdings kann das über 1,5 Tonnen schwere Gerät nicht an jede Anhängekupplung gehängt werden, erklärt Wolfhard Eidenmüller vom Ordnungsamt. Es braucht ein bestimmtes Fahrzeug.

Praktisch ist auch, dass das Blitzgerät über einen Akku Strom bekommt. So stelle sich die Frage nach einem Stromanschluss nicht, die bei manch festinstalliertem Blitzer zum Problem werden könne. Den größten Vorteil sieht Eidenmüller aber im Gewinn für die Verkehrssicherheit: „Es gibt keinen Gewöhnungseffekt für Autofahrer, man weiß nie, wo der Blitzer steht.“

Für Vellmar hat die Hessische Polizeiakademie (HPA) nun kürzlich sechs Stellen genehmigt, an denen die Stadt mit dem Blitzer kontrollieren darf. Trotz der Flexibilität zählt der Anhänger formell zu den stationären Blitzern. Im Unterschied zu mobilen Messstellen müssen stationäre von dieser Stelle genehmigt werden, erklärt Eidenmüller. Bis vor ein paar Jahren sei nur eine Anhörung nötig gewesen, jetzt ist das Urteil der HPA bindend. Eidenmüller findet das gut, so könne es keinen Wildwuchs geben, wie manche Bürger kritisierten. „Wir sind keine Raubritter.“

Allerdings ist die Genehmigung ein langer Prozess. Die Kommune muss vorab eine Menge Daten erheben: Wie viele Autos fahren pro Stunde an der Stelle? Wie oft wird dabei zu schnell gefahren? Mit einem Seitenradarmessgerät hat Vellmar diese Daten eine Woche lang erhoben – an allen Stellen, die die Stadt für überwachungsbedürftig hält.

Genehmigt hat die HPA nun laut Eidenmüller sechs Stellen in Vellmar und ein paar in Fuldatal – eine dürftige Bilanz. Denn eigentlich hatte der Gemeinsame Ordnungsbehördenbezirk für Vellmar, Ahnatal und Fuldatal 25 Stellen beantragt. Auch sensible Stellen spielen eine Rolle: Schulwege, Altersheime oder Bushaltestellen, wie die in der Hamburger Straße.

Dort wird der Anhänger nun noch eine Weile stehen und dann umziehen. Wohin bleibt sein Geheimnis.

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