Wahl in Vellmar

Manfred Ludewig (SPD) möchte noch einen Marathon laufen

Genießen die gemeinsame Zeit: Bürgermeister Manfred Ludewig und seine Ehefrau Bettina mit dem Familienhund Jule.
+
Genießen die gemeinsame Zeit: Bürgermeister Manfred Ludewig und seine Ehefrau Bettina mit dem Familienhund Jule.

Manfred Ludewig tritt bei der Bürgermeisterwahl in Vellmar am 1. November als Kandidat für die SPD an.

Vellmar – Einmal den Medoc-Marathon in Südfrankreich laufen – das ist sein großer Traum. Momentan schnürt Manfred Ludewig seine Turnschuhe aber nur für kleinere Runden. Seinen letzten Marathon ist der 54-Jährige 2013 gelaufen. Insgesamt waren es zwölf, zehnmal Berlin, einmal Paris, einmal Hamburg. Seit er Bürgermeister in Vellmar ist, fehlt ihm oft die Zeit, und „es braucht eine vernünftige Vorbereitung und eine gewisse Kontinuität“, wie er sagt. Denn für einen 42,2-Kilometer-Lauf müsse er etwa drei Monate lang viermal pro Woche trainieren.

Hündin Jule freut sich darüber, dass sie nur noch kleine Runden joggen muss. Denn der zehn Jahre alte Labrador mag es ruhiger. Ausgedehnte Spaziergänge durch Wald und über Wiesen sind eher nach ihrem Geschmack. Und dafür nimmt sich der Bayern-München-Fan, der von seiner Frau Bettina liebevoll Manni genannt wird, regelmäßig Zeit. Dabei wollte er eigentlich gar keinen Hund. Seine Frau hingegen hegte schon lange den Wunsch. Schließlich konnte sie ihn doch überreden: „Wenn ich einen Hund bekomme, dann bekommst du einen Fahnenmast“, erzählt sie freudestrahlend. Seitdem weht die Flagge seines Lieblingsvereins im Vorgarten.

Mittlerweile kann sich Manfred Ludewig ein Leben ohne Jule kaum noch vorstellen. Auch die Familienurlaube werden den Bedürfnissen des Hundes angepasst. „Wir fahren immer mit dem Auto, weil Jule dabei ist.“ Im Sommer bevorzugt nach Italien oder Frankreich und zu Ostern beispielsweise auf die Insel Föhr oder nach Sylt.

Weil kein Tag im Leben des Verwaltungschefs dem anderen gleicht, legt Ludewig viel Wert auf das tägliche gemeinsame Frühstück mit seiner Frau. Sie ist sein Anker und seine Vertraute, wie er sagt. Kennengelernt haben sie sich beim Handball. Beide waren im SG Vernawahlshausen-Bodenfelde aktiv. „Ich war Spielerin und er mein Trainer“, erzählt die 51-Jährige, die ursprünglich aus Bielefeld stammt. Ludewig wuchs in Wahlsburg-Vernawahlshausen, der heutigen Gemeinde Wesertal, auf.

„Wir sind also beide Heimatvertriebene, Bielefeld und Vernawahls-hausen gibt es ja nicht“, sagt er mit einem Grinsen. Deshalb sei er froh, dass Vellmar ihnen 2004 Asyl gewährt habe. Mittlerweile sind die Ludewigs seit 22 Jahren verheiratet und haben zwei Söhne: den 17-jährigen Malte und den 20 Jahre alten Jonas. „Für uns beginnt jetzt ein neuer Lebensabschnitt“, sagen sie. Denn die Jungs sind längst flügge und gehen ihre eigenen Wege. Jonas zieht demnächst aus und Malte besucht die Oberstufe.

Wenn die Söhne zum Snowboarden fahren, nutzen die Ludewigs die Zeit für ein wenig Zweisamkeit. „Wir fahren dann für ein paar Tage an die See“, sagt er. Wobei so ganz allein sind sie selten. Sogar im Urlaub, beispielsweise in Sankt Peter Ording, sei Ludewig einmal als „das ist doch unser Bürgermeister“ angesprochen worden. „Bei uns vermischt sich Privates und Berufliches, die Übergänge sind fließend“, sagt Bettina Ludewig, die ihren Mann auch zu Veranstaltungen begleitet. „Allerdings nur bei den schönen“, wirft Ludewig ein.

Dass ihr Mann wenig Zeit hat, stört die kaufmännische Angestellte nicht. „Bei uns hat sich schon immer viel um den Sport und das Vereinsleben gedreht.“ Ludewig war Funktionär im Handballverband und Schiedsrichter in der Handball-Oberliga. Bis heute sind Bettina und Manfred Ludewig zudem Mitglieder im TSV Vellmar. Sie besuchen gemeinsam Spiele der MT Melsungen und fahren zum Final-Four nach Hamburg.

Obwohl der Sport schon immer eine große Rolle in Manfred Ludewigs Leben spielt – er hat auch schon einen Triathlon absolviert – gibt es eine sportliche Herausforderung, der er sich noch stellen will. „Ich würde gerne einen Skikurs machen und einmal in unserer Partnergemeinde Zell am See die Piste herunterfahren.“

Zur Person Manfred Ludewig

Manfred Ludewig (54), ist in Uslar geboren und wuchs in Wahlsburg-Vernawahlshausen auf. Er ist Diplom-Kaufmann für Verwaltungsmanagement. Er arbeitete als Kämmerer und Standesbeamter in Wahlsburg, als stellvertretender Amtsleiter im Kirchenkreis Münden sowie als Leiter der Finanzverwaltung Fuldatal. Seit 2014 ist er Bürgermeister in Vellmar. Der Sozialdemokrat ist seit 1993 Mitglied im Kreistag des Landkreises Kassel. Außerdem ist er in zahlreichen Vereinen und Verbänden aktiv, wie der Verbandsversammlung der Kasseler Sparkasse und dem Zweckverband Raum Kassel. Er ist verheiratet und hat zwei Söhne im Alter von 20 und 17 Jahren.  (Alia Shuhaiber)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.